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Branchentreff Sonderkulturen der AGRAVIS

AGRAVIS aktuell digital 2101

Wellness für die Pflanze – das war nur eines der vielen Themen, die Sonderkulturen-Anbauer:innen und Anbieter:innen am 26. Februar beim Branchentreff Sonderkulturen der AGRAVIS Raiffeisen AG diskutieren konnten. Per Live-Stream tauschte sich die Branche über neue Produkte, Trends und Themen aus.


Kurz und knapp

  • Branchentreff Sonderkulturen der AGRAVIS
  • Virtuelles Live-Event für Entscheider:innen und Wissbegierige aus dem Bereich Sonderkulturen
  • Interview mit dem AGRAVIS-Experten zum Thema Düngeverordnung

Der Branchentreff Sonderkulturen der AGRAVIS Pflanzenbau-Vertriebsberatung erlebte seine dritte Auflage nach 2019 und 2020 als virtuelles Format. Rund 400 Interessenten hatten sich im Vorfeld angemeldet und gaben danach viel positives Feedback. Die Interaktion war eine der großen Stärken des Formats: Diskussionen, Abstimmungen und Terminvereinbarungen wurden rege angenommen. Die Aussteller:innen standen den Interessierten virtuell Rede und Antwort. Dabei haben sie aus dem Studio heraus im Live-Stream zu bestimmten Themen referiert, informiert und diskutiert.

Den Branchentreff 2021 noch mal erleben

Einblicke Branchentreff Sonderkulturen 2021

Auf der Branchentreff-Website können Sie nach dem Login unter dem Menüpunkt „Media“ die Aufzeichnung von beiden Veranstaltungsblöcken anschauen und herunterladen.
Weitere Informationen unter www.branchentreff-sonderkulturen.de.

Interview mit Frank Uwihs, Pflanzenbau-Vertriebsberatung der AGRAVIS zum Thema Düngeverordnung

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Wer ist von der neuen Regelung besonders betroffen?

Uwihs: Von der Neuregelung sind alle landwirtschaftlichen Betriebe betroffen, die Flächen in den roten Gebieten haben. Sie müssen den errechneten Gesamtstickstoffbedarf ihren Flächen in den roten Gebieten um 20 Prozent reduzieren, dürfen maximal 170 kg N/ha aus organischen und organisch-mineralischen Düngern ausbringen und eine Bodenanalyse vor der Düngung durchführen. Vor allem für Gemüseproduzenten mit mehreren Sätzen auf einer Fläche ist das Ganze etwas kompliziert, da sie vor jedem Satz zwingend eine Bodenanalyse durchführen müssen, um den Düngungsbedarf ihrer Kulturen zu planen.

Bedeutung der Düngeverordnung für Sonderkulturen

Seit dem 1. Januar 2021 gilt auch für die Gemüseanbauer: In sogenannten roten Gebieten darf nur noch 20 Prozent unter dem ermittelten Stickstoffbedarf gedüngt werden. Das sieht die neue Düngeverordnung vor. Was das für die Anbauer von Kartoffeln, Erdbeeren, Spargel, Kohl oder Salaten bedeutet, erläutert Sonderkulturen-Experte Frank Uwihs von der AGRAVIS Raiffeisen AG im Vorfeld des virtuellen Live-Formats „Branchentreff Sonderkulturen“ am 26. Februar 2021 (Informationen und Anmeldungen unter branchentreff-sonderkulturen.de).

Was bedeutet die Reduzierung des Stickstoffs für den Pflanzenbau?

Uwihs: Blattgemüse wie Eissalat (N-Bedarf 175 kg N/ha) und Kohl (N-Bedarf 300 kg N/ha) werden im vollen Wachstum geerntet und müssen bis zur Ernte ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Das bedeutet, sie müssen bis zur Ernte einen gewissen Stickstoffvorrat im Boden zur Verfügung haben, nach der Ernte muss dieser Vorrat dann durch die Nachkultur (satzweiser Anbau) oder durch eine Zwischenfrucht aufgefangen und für die nächste Kultur gespeichert werden. Die Reduktion der Stickstoffdüngung bedeutet für den Landwirt, dass die verbleibende auszubringende Düngermenge termingerecht, platziert und gegebenenfalls vor Auswaschung geschützt ausgebracht werden muss. Außerdem muss die Sortenwahl aber auch das Anbauverfahren (Pflanzabstand, Pflanzenzahl pro Hektar) an die neuen Bedingungen angepasst werden.

Wie können Gemüseanbauer diese Herausforderung meistern?

Uwihs: Der Gemüseanbauer muss sich noch intensiver als bisher mit der Kulturplanung (Vorkultur, Zwischenfrucht, Nachkultur) und der Stickstoffdynamik im Boden beschäftigen. Deswegen sind vermehrte Nmin-Untersuchungen notwendig, um den N-Vorrat und auch die N-Freisetzung aus organischer Substanz im Boden besser abschätzen zu können. Außerdem gewinnen durch die reduzierte N-Düngung andere Nährstoffe an Bedeutung, da es bei der Pflanze auf eine ausgewogene Ernährung ankommt. Eine Blattanalysen und eine anschließende Blattdüngung mit Mikronährstoffen können der Pflanze helfen, die vorhandenen Ressourcen besser auszunutzen und so den fehlenden Stickstoff nicht ersetzen, aber den verbleibenden Stickstoff besser auszunutzen.
Wenn dann noch das Wetter (Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein) mitspielt, ist ein Anbau auch unter den erschwerten Bedingungen möglich.

Grafiken Gemüseanbau in Deutschland

Grafiken Gemüseanbau in Deutschland