Spargel

Anbauempfehlungen

Bevor der Spargel beim Kunden auf dem Tisch landet, müssen die Landwirte viel Arbeit und Zeit investieren. Wir geben wertvolle Anbauempfehlungen rund um das von Feinschmeckern geschätzte Königsgemüse – von Unkraut-, Insekten- und Pilzbekämpfung bis zur Düngung.

Die Qualität des Spargels kann durch optimale Wachstumsbedingungen verbessert werden. Dazu gehört es, die Bodenwerte wie Phosphor, Kali und Magnesium zu messen und vor allem darauf zu achten, dass der pH-Wert nicht zu niedrig ist. Ein perfekter pH-Wert liegt etwa bei 5,8. Außerdem sollte jedes Jahr ausreichend gedüngt werden.

Auch eine passgenaue Bodenbearbeitung ist wichtig und zahlt sich später bei der Ernte aus. So wird durch leichte und lockere Dämme das Stechen deutlich einfacher und die Erntearbeit ist produktiver. Folien und Minitunnel sorgen für ausreichend Wärme und dienen somit ebenfalls der Qualität des Spargels.

Pflanzenschutz im Spargel

Spargel nimmt als mehrjährige Kultur innerhalb der Gemüsearten eine Sonderstellung ein. Gezielter, effektiver Pflanzenschutz wirkt sich nachhaltig über mehrere Jahre aus. Deshalb ist es besonders wichtig, die Probleme exakt anzusprechen und zu behandeln. Mit den heute zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gibt es verschiedene Möglichkeiten, entsprechende Maßnahmen gezielt und nachhaltig durchzuführen.

Vor der Ende April/Anfang Mai beginnenden Stechperiode können sich bereits Herbizidmaßnahmen in Anlagen als sinnvoll erweisen. Gerade in Anlagen, die zur Ernteverfrühung mit einer Antitaufolie ausgerüstet werden, kommt es in der Regel zu verstärktem Auflauf von Unkräutern unter der Folie. Das kann durch eine gezielte Herbizidmaßnahme kurz nach dem Aufrichten der Dämme und vor dem Austrieb der Spargelpflanzen verringert werden.

Die Bodenherbizide sollten möglichst früh nach der Ernte eingesetzt werden. Hier sind Komplettlösungen möglich, allerdings spielt die Bodenfeuchte eine wichtige Rolle. Die blattaktiven Produkte müssen im Unterblattverfahren eingesetzt werden, ebenso die speziellen Gräsermittel. Hierbei ist es wichtig, dass die aufgelaufenen Unkräuter und Ungräser von der Spritzflüssigkeit getroffen werden.

Junganlagen reagieren nach dem Durchstoßen sehr stark auf Herbizide und sollten deshalb auf jeden Fall vor dem Austrieb mit Bodenherbiziden behandelt werden.

Infos zum Herbizideinsatz bei Spargel (PDF)

Im Spargelanbau treten mehrere Schadinsekten auf. Dazu zählen Spargelfliege, Spargelkäfer und Spargelhähnchen, Läuse, Wanzen und Erdraupen. Die Spargelfliege kann mit dimethoathaltigen Produkten bekämpft werden.

Gegen beißende und saugende Insekten werden Produkte aus der Gruppe der Pyrethroide eingesetzt.

Der Spargel ist während der Vollblüte bis zur Abreife stark durch Pilzkrankheiten gefährdet. In dieser Phase treten Schadpilze auf, die die Entwicklung des Spargellaubes massiv behindern, was sich besonders auf die Erträge in den Folgejahren negativ auswirkt. Zu den wichtigsten Krankheiten gehören Spargelrost, Botrytis und Stemphylium. Die Fungizide zur Behandlung sollten gezielt und den Spargelanlagen angepasst eingesetzt werden.

Dabei sind die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

Alter der Spargelanlage

Bestandesdichte

  • Sortenwahl
  • Witterung
  • Standort
  • Stechende, Austrieb und Zuwachs
  • Eigenschaften der Fungizide

Bei der Auswahl der zugelassenen Fungizide sollte neben den Wirkungsstärken der Wirkstoffwechsel an erster Stelle stehen. Die Produkte werden in unterschiedliche Wirkstoffklassen eingeteilt, die auch unterschiedliche Wirkeigenschaften haben. Diese Bandbreite sollte man für eine effektive Pilzbekämpfung inklusive Wirkstoffwechsel nutzen. Den größten Massenzuwachs hat der Spargel bis zur Vollblüte. Hier genügt die Absicherung mit einem Kontaktfungizid, da die Wirkungsdauer ohnehin begrenzt ist. Der Neuzuwachs wird von keinem der vorab genannten Fungizide geschützt.

Im Bereich der Vollblüte ist der Hauptmassenzuwachs größtenteils abgeschlossen (ca. 5 bis 6 Wochen nach Stechende). Hier steht die wichtigste Fungizidbehandlung an. Durch abfallende Blütenblätter ist die Gefahr einer Botrytis-Infektion sehr groß.

Bei vorhandenem Ausgangsbefall, auch anderer Pilzkrankheiten, ist eine Tankmischung mit einem Azolfungizid wegen seiner Stoppwirkung anzustreben.

Zwischen Blüte und Abschlussbehandlung ist es notwendig, eine weitere Maßnahme gegen Botrytis, Spargelrost und Stemphylium durchzuführen. Allerdings ist dabei unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel zu achten.

Eine weitere wichtige Behandlung ist die Abschlussbehandlung (zirka Mitte September).

Infos zum Fungizideinsatz bei Möhren (PDF)

Sie sind:

Zu folgenden Kulturen wünsche ich Informationen:

Kostenlosen AGRAVIS Pflanzenbau-Info-Service abonnieren:

Standortdaten ändern

Bestimmen Sie hier Ihren Standort. Tragen Sie hierfür lediglich Ihre PLZ sowie die Straße ein.