Zusatzstoffe und Spezialfuttermittel

Aktueller Marktbericht

1. Juli 2021: Der europäische Markt für Futtermittel-Zusatzstoffe ist im laufenden Jahr geprägt von Container-Engpässen im internationalen Handel und daraus resultierenden sehr hohen Frachtraten. Durch die weltweite Corona-Pandemie haben sich zudem die Transportwege verschoben.

Zu Beginn des Jahres stauten sich die Container in Asien und speziell in China, das führte zu deutlich hohen Containerfrachten aus Asien in Richtung Europa. Wegen teilweise stark verspäteter Lieferungen im ersten Quartal kam es zeitgleich in Europa zu extremen Engpässen bei Aminosäuren und Vitaminen. Eine leichte Entspannung der Situation zu Beginn des zweiten Quartals wurde durch den Stau im Suezkanal gestoppt; aktuell beobachten wir in Europa wieder deutlich steigende Frachtraten für Container aus Asien. Gesamt gesehen aber gibt es zu wenig Frachtraum, und Container mit asiatischen Waren stauen sich in Europa. Die direkte Folge sind weitere Verzögerungen in den Lieferketten. Zum Teil werden Lieferungen auch von europäischen Importeuren gestoppt, weil die Frachtraten über die Verkaufspreise in Europa nicht zu kompensieren sind. Durch US-amerikanische Konjunkturpakete und ein Wiedererstarken der chinesischen Wirtschaft ist zudem der Bedarf an Rohstoffen wie Getreide oder Soja, aber auch Metallen sehr groß, was zu klaren Kursausschlägen an den internationalen Börsen geführt hat.

Aminosäuren

Durch sehr hohe Maispreise und unterbrochene Lieferketten sind die Preise für Aminosäuren im Vergleich zum vergangenen Jahr stark gestiegen. Hinzu kommen teils erhebliche Produktionsschwierigkeiten bei einigen Herstellern, was bewirkt, dass die Preise auf hohem Niveau bleiben. Erst klar gesunkene Frachtraten mit stabilen Lieferketten dürften zu einer Entspannung beitragen.

Vitamine

Die Preise für Vitamin E haben sich in den vergangenen Monaten dem US-amerikanischen Markt angepasst. Da im Frühjahr der Preis für Vitamin E in den USA deutlich über dem Preis in Europa lag, wurde viel Ware aus Europa umgeleitet. Das hat wiederum führte zu einem Angleichen der Preise. Gleichzeitig waren Hersteller gezwungen, Produktionsanlagen für Vitamin E abzustellen. Vitamin A ist nach Ausfällen von Produzenten ebenfalls gesucht am Markt und wird hoch gehandelt. Das alles stützt und sorgt für stabile Preise auch in den kommenden Monaten.

Spurenelemente

Bei den Spurenelementen machen sich die hohen Preise an den internationalen Metallbörsen direkt bemerkbar. Beim Kupfer liegt der Börsenpreis um die 73 Prozent über dem Kurs von Juni 2020 (berechnet in US-Dollar) und damit auf einem sehr hohen Niveau. Solche Ausschläge erleben wir aktuell auch bei weiteren Metallen, sodass der gesamte Markt für Spurenelemente von stark gestiegenen Preisen geprägt ist.

Säure

Die Produkte im Bereich Säure, speziell Propion- und Ameisensäure stehen normalerweise weniger im Fokus. In diesem Jahr muss auch diese Produktlinie in den engeren Blick genommen werden, da die Versorgungslage weltweit sehr schlecht ist. Durch einen Produktionsausfall in Europa und einen heftigen Wintereinbruch im Frühjahr im Süden der USA wurde Ende des ersten bzw. Anfang des zweiten Quartals weltweit keine Propionsäure produziert. Durch die erst langsam wieder anlaufenden Verschiffungen aus den USA und die weiterhin sehr begrenzten Produktionsmengen in Europa in diesem Sommer nur wenig Menge angeboten werden. Wer Propionsäure angeboten bekommt, muss dafür sehr hohe Preise bezahlen. Bei der Ameisensäure machen sich ebenfalls die hohen Frachtraten aus China bemerkbar, dadurch kommt in Europa wenig und sehr teure Ameisensäure an. Zudem haben europäische Hersteller seit Jahresbeginn Produktionsschwierigkeiten, sodass auch von daher die Versorgung mit Ameisensäure in Europa sehr schlecht ist. Auch in der zweiten Jahreshälfte wird der Markt für Säure von Engpässen und daraus resultierenden hohen Preisen geprägt sein.

Standortdaten ändern

Bestimmen Sie hier Ihren Standort. Tragen Sie hierfür lediglich Ihre PLZ sowie die Straße ein.