Damit Milchkühe lange leben, sind viele Faktoren von Bedeutung: Achten Sie auf eine optimale Kälber- und Rinderaufzucht und versorgen Sie Ihre Jungtiere mit Kolostrum. So legen Sie den Grundstein für eine lebenslang hohe Milchleistung (Lebtagsleistung). Bei einer Holstein-Kuh sind das durchschnittlich mehr als 18 Liter am Tag. Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Eine Geburt ist anstrengend – für die Mutterkuh genauso wie für ihr Kalb. Deshalb ist es wichtig, dass Sie das Neugeborene optimal mit

Kolostrum

  • Ein Kalb nimmt bei der Aufzucht, von der Geburt bis zum Absetzen, idealerweise täglich 950 bis 1050 Gramm zu (Ad-libitum-Tränke).
  • Füttern Sie restriktiv, sollte es täglich 850 bis 900 Gramm zunehmen.
  • Wenn Sie keine Tierwaage besitzen, können Sie das Gewicht Ihres Tieres mit einem Maßband schätzen.

Wichtig zu wissen

Hohe tägliche Zunahmen sind sehr wichtig in der Kälberaufzucht. Nur im frühen Lebensalter investiert der Körper in die AusbildungBei der AGRAVIS werden regelmäßig rund 600 junge Menschen ausgebildet. des Euters. Eine optimale Versorgung ist deshalb unabdingbar für die spätere Milchproduktion. Intensiv aufgezogene Kälber geben in der ersten Laktation etwa 500 bis 1.400 Liter mehr Milch als nicht intensiv aufgezogene Kälber. Jedes Tränkeregime hat dabei seine Vor- und Nachteile. Passen Sie es individuell an Ihren Betrieb an.

Tipps für die optimale Kälberaufzucht

Sorgen Sie für frisches Wasser und ausreichend Schatten

Kälber benötigen grundsätzlich Zugang zu frischem, sauberem Wasser. Unterschätzen Sie bei Hitzeperioden im Sommer nicht den zusätzlichen Wasserbedarf. Halten Sie Ihre Kälber in Iglus und sorgen Sie hier für ausreichend Schatten.

Auf Kälberfutter umstellen: Faustregel für den richtigen Zeitpunkt

Setzen Sie das KalbEin Kalb ist das Jungtier von Herdentieren wie z. B. Rindern, aber auch vielen anderen Tieren. erst dann von der Milch ab, wenn es drei Tage hintereinander je ein Kilogramm an Konzentratfutter (Kälberkraftfutter) aufnimmt. Gehen Sie behutsam vor, wenn Sie auf eine Silageration (zum Beispiel KuhDie Kuh ist ein weibliches Hausrind nach der ersten Kalbung.-Total-Misch-Ration) umstellen. Silagen sind für sehr junge Kälber aus verschiedenen Gründen (zum Beispiel pH-Wert) schwer verdaulich. Ab etwa der fünften Lebenswoche können Sie eine einwandfreie SilageSilage ist ein konserviertes Futtermittel für Nutztiere, vor allem für Rinder. anbieten. Entfernen Sie Futterreste und halten Sie die Tröge sauber.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Kalb?

Ziehen Sie Ihre Jungtiere bis zum siebten Lebensmonat intensiv auf. Füttern Sie anschließend moderat, damit die TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. nicht verfetten. Idealerweise werden Färsen im Alter von 13 bis 15 Lebensmonaten und einem Gewicht von 380 bis 400 Kilogramm (Rasse Holstein sbt/rbt) belegt. Unserer Erfahrung nach erfolgt die erste Belegung jedoch deutlich später, da die Jungrinder häufig in ihrem Gewicht unterschätzt werden. Behalten Sie das Tiergewicht deshalb gut im Blick. Eine Färse, die mit 27 Monaten zum ersten Mal kalbt, kostet im Vergleich zu einem Jungtier, das mit 24 Monaten kalbt, etwa 180 Euro mehr in der Vollkostenrechnung. Bei einer zu frühen Belegung (unter 13 Monaten) sind Kühe noch nicht weit genug entwickelt.

Bei einer Besamung zwischen dem 13. und 15. Lebensmonat liegt das Alter bei der ersten Abkalbung höchstens bei 22 Monaten, das Gewicht bei 630 bis 650 Kilogramm. Tiere, die so aufgezogen und belegt werden, sind nachhaltig gesünder und werden älter – Hinweise darauf geben auch Forschungen. Ganz nebenbei reduzieren Sie im Betrieb die Kosten für die Aufzucht der Färsen.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Experten-Fazit

Je besser Sie Kälber und Jungtiere versorgen, umso älter werden diese und umso höher ist auch ihre Leistung. Davon profitieren sowohl Sie als auch Ihre Tiere – eine klassische "Win-Win"-Situation in der Tierhaltung.

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Sabrina Hodi

Produktmanagement Rind