Es gibt viele Ansichten darüber, wie Landwirtinnen und Landwirte ihre Kälber optimal ernähren. Unumstritten ist allerdings, dass die TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. in ihren ersten Lebenswochen eine Milchtränke brauchen – entweder mit Vollmilch oder Milchaustauscher. Weil es vor allem bei Milchaustauschern viele Vorurteile gibt, klären unsere AGRAVIS-Futtermittelfachleute Sie auf.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Die häufigsten Vorurteile

Vollmilch ist grundsätzlich die natürlichste Art, ein KalbEin Kalb ist das Jungtier von Herdentieren wie z. B. Rindern, aber auch vielen anderen Tieren. zu ernähren. Als Folge der Milchkuhzüchtung veränderte sich jedoch die Zusammensetzung: Der Fettgehalt stieg deutlich an. Der tägliche Bedarf des Jungtieres im Alter zwischen drei und fünf Wochen liegt bei etwa 150 Gramm Fett pro Tag. Ernähren Sie das Tier mit Vollmilch, enthält Ihr Kalb mit 350 Gramm mehr als doppelt so viel. So verfettet Ihr Tier statt Muskeln anzusetzen. Außerdem kann es zu Verdauungsproblemen und Durchfall kommen.
Der Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen veränderte sich ebenso. Dadurch bekommt Ihr Kalb zu wenig von den Vitaminen A, D3, E und B1 sowie Eisen, Kupfer und Selen. Die Folgen dieser Minderversorgung können Anämie und eine schlechte Knochenstruktur sein. Ernähren Sie Ihr Kalb mit Vollmilch, empfehlen wir deshalb einen Vollmilchergänzer, beispielsweise von

CombiMilk.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Viele „Ad-libitum-Gegner:innen“ vertreten die Meinung, zu viel Milch verursacht bei Kälbern Durchfall. Es ist wichtig, Vollmilch und Milchaustauscher getrennt voneinander zu betrachten. Bei Vollmilch ist der hohe Fettgehalt für Durchfälle mitverantwortlich. Bei den Milchaustauschern ist dagegen der Eiweißgehalt entscheidend. Gerade in der frühen Phase der Milchtränke kann Ihr Kalb aus physiologischen Gründen nur tierisches Eiweiß (Milch- und Molkenproteine) verdauen. Verwenden Sie dementsprechend Milchaustauscher ohne pflanzliche Proteine. Magermilchpulver enthält vor allem tierisches Eiweiß. Achten Sie bei der Wahl des Milchaustauschers auf Gehalte von 40 bis 60 Prozent. Wir empfehlen Ihnen die Produkte

Combi Milk Galant PlusCombi Milk Galant.

Die Preise für Milchaustauscher variieren stark: von 190 bis 270 Euro für 100 Kilogramm ist alles dabei. Die Kosten für ein Kilogramm Vollmilch im Vergleich zu einem Kilogramm hochwertigen Milchaustauscher mit 50 Prozent Magermilchpulver ermitteln Sie ganz einfach:

  • Aktueller Auszahlungspreis für Vollmilch: ca. 41 Cent
  • Milchaustauscher mit 50 Prozent Magermilchpulver (Dosierung: 160 Gramm pro Liter): ca. 39 Cent

Das ist allerdings eine Milchmädchen-Rechnung. Nur auf den ersten Blick erscheint Vollmilch hier günstiger. Im Hinblick auf den Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen erfordert die Milch jedoch eine Aufwertung. Ein guter Milchaustauscher deckt den Bedarf eines Kalbes ganz ab. Die korrigierte Rechnung lautet demnach:

  • Aktueller Auszahlungspreis für Vollmilch und Aufwerter: ca. 41 Cent plus 3 Cent ergeben ca. 44 Cent
  • Milchaustauscher mit 50 Prozent Magermilchpulver (Dosierung: 160 Gramm pro Liter): ca. 39 Cent

Unser Experten-Fazit: Der Einsatz eines hochwertigen Milchaustauschers im Vergleich zur Vollmilchtränke ist nicht zwingend teurer.

(Preise: Stand 27. September 2023, CombiMilk Komplett und Miravit Milkdeal)

Akzeptanzprobleme kommen gelegentlich vor. Achten Sie beim Antränken mit Milchaustauscher darauf, dass er schmackhaft und hochwertig ist. Mischen Sie den Milchaustauscher falsch an, lehnt ihn das Kalb unter Umständen ab. Überprüfen Sie, ob Sie die empfohlene Konzentration einhalten. Wichtig dabei: Gilt das angegebene Mischverhältnis für Gramm im Liter Wasser oder Gramm auf einen Liter Wasser? Testen Sie außerdem die Trinktemperatur. Ist sie zu hoch oder zu niedrig? Die optimale Tränketemperatur beträgt 39 Grad. Auch die Milchaustauscher-Sorte spielt eine Rolle: Passen Sie sie an das Alter der Kälber und an Ihr Fütterungsmanagement an. Neben den oben genannten Zubereitungsfehlern kann es bei zugekauften Kälbern zu Startschwierigkeiten kommen. Konkret betrifft das Tiere, die zuvor Vollmilch tranken. Unser Fazit: Es gibt keine Kälber, die Milchaustauscher generell verweigern.

Ihre Ansprechperson

Kontakt

Sabrina Hodi

Produktmanagement Rind