Agrarmarkt-Experte Bernhard Chilla zur Getreideernte 2026
(Stand 14. August 2026)
Wirtschaftsjahr 2026/27: Wetterextreme, Niedrigwasser und Kriegsfolgen dürften die EU-Getreidemärkte lange prägen
Das Getreidewirtschaftsjahr 2026/27 dürfte als eines der außergewöhnlichsten der vergangenen Jahre in Erinnerung bleiben. Es reiht sich nahtlos in eine Serie von Wetterextremen ein, die den europäischen Ackerbau seit mehreren Jahren begleiten.
Nach den erheblichen Qualitäts- und Ertragseinbußen durch Dauerregen während der Ernte 2023, den witterungsbedingt stark reduzierten Wintergetreideflächen im Herbst 2023 für die Ernte 2024 sowie den ausgesprochen günstigen Wachstumsbedingungen im Jahr 2025, sorgte 2026 erneut ein Wetterextrem für massive Auswirkungen: Die außergewöhnliche Hitzewelle Ende Juni führte insbesondere bei Weizen und Raps zu deutlichen Ertragsverlusten und lässt die Erntemengen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr deutlich sinken.
Dabei beschränken sich die Probleme keineswegs auf Deutschland. Auch in den Nachbarländern zeigen sich die Folgen der Wetterextreme immer deutlicher. In östlichen EU-Ländern wurden bei Weizen und Raps ebenfalls deutliche Ertragseinbußen verzeichnet. Gleichzeitig leidet der Körnermais in weiten Teilen der EU unter einem heißen und trockenen Sommer. Die Folge könnte die mit Abstand schwächste Körnermaisernte in der Geschichte der Europäischen Union sein.