Hinweis: Aufgrund der sich kurzfristig ändernden Marktlage können Aussagen, die bei Redaktionsschluss (Juni 2026) getroffen wurden, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits überholt sein. Wir bitten um Beachtung.
Der Markt für Futtermittelzusatzstoffe war im zweiten Halbjahr 2025 von fallenden Preisen geprägt. Weltweite Kapazitätserweiterungen in den Produktionsstätten und eine schwache Nachfrage in Europa und Asien führten zu einem Überangebot, das die Preise drückte. Dieser Trend wurde mit Beginn des Krieges im Iran abrupt gestoppt. In den vergangenen Monaten führten insbesondere höhere Energie- und Transportkosten sowie Versorgungsengpässe bei einigen Basischemikalien zu sprunghaften Preisanstiegen in vielen Produktsegmenten.
Verknappung bei einigen Produkten
Das Überangebot zu Jahresbeginn sorgte dafür, dass es zunächst nur kleinere Engpässe bei einzelnen Produkten gab. Diese konnten kurzfristig ausgeglichen werden. Für die kommenden Wochen und Monate erwarten wir jedoch eine Verknappung bei einigen Produkten. Ursache ist die eingeschränkte Verfügbarkeit von Basischemikalien. Diese Situation wird Preise und Marktaussichten weiter prägen. Auch nach einem möglichen Kriegsende im Iran ist mit anhaltenden Störungen in den Lieferketten zu rechnen.
Mögliche Preisanstiege
Seit Mai beobachten wir wieder deutlich steigende Frachtraten für Seecontainer aus Asien nach Europa, was zu einem Preisanstieg für alle zu importierenden Waren führen kann. Um Brennstoff zu sparen, verknappen die Reedereien das Containerangebot, beladen Schiffe nicht vollständig oder reduzieren die Fahrgeschwindigkeit. Da viele Schiffe weiterhin den Seeweg um Afrika nutzen, bleiben die Transportzeiten länger als auf der Route durch das Rote Meer.
Für die künftige Preisentwicklung spielt auch der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar eine wichtige Rolle. Er beeinflusst die Importpreise aus Asien nach Europa erheblich.
Aminosäuren
Ein Überangebot an Lysin im europäischen Markt führte im vergangenen Jahr zu sinkenden Preisen. Mit Beginn des Iran-Kriegs wurde dieser Trend gestoppt. Seit März sind die Preise für die Aminosäure deutlich gestiegen.
In den kommenden Monaten überprüft die Europäische Union in einem Absorptionsverfahren die getroffenen Antidumpingmaßnahmen gegen bestimmte Lysinimporte aus China. Dies kann zu erneut höheren Zollsätzen führen.
Hersteller und Importeure agieren daher bei Einkäufen aus China vorsichtig. Mögliche Zollerhöhungen könnten an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden.
Der Methioninpreis ist seit Beginn des Iran-Kriegs deutlich gestiegen, da die Hersteller der Aminosäure auf die Rohwaren aus der Golfregion angewiesen sind. Methionin bleibt gefragt und dürfte in den kommenden Monaten auf hohem Niveau bleiben.
Vitamine
Auch bei den Vitaminen gab es zum Jahresende 2025 ein großes Überangebot im Markt. Das führte zu einem sehr niedrigen Preisniveau. Mit Kriegsbeginn im März 2026 stoppten viele Hersteller ihre Angebote. Rohstoffe wurden knapp und deutlich teurer.
In Verbindung mit den gestiegenen Transportkosten erhöhten sich die Vitaminpreise in den vergangenen Wochen. Mit einer zunehmenden Produktion rechnen wir in den kommenden Wochen mit leicht sinkenden Preisen.
Phosphate
Ein weltweiter Mangel an Schwefel sorgt seit Beginn des Iran-Krieges für deutlich steigende Preise bei Monocalciumphosphat. Die Hersteller von Phosphaten für die Futterproduktion suchen weltweit nach alternativen Schwefelquellen, um die Nachfrage in den kommenden Monaten bedienen zu können. Wir erwarten daher weitere Preissteigerungen und eine zunehmende Verknappung in ganz Europa.
Spurenelemente
Kupfer und Zink verzeichneten im Jahr 2025 an den internationalen Metallbörsen starke Preisanstiege. Die Ursache ist unter anderem ein hoher weltweiter Verbrauch, speziell in der Batterietechnik. Mit Beginn des Iran-Krieges fielen die Kurse deutlich. Seit einigen Wochen ziehen die Preise wieder spürbar an. Für die Produktion von Kupfer- und Zinksulfat fehlt zudem Schwefelsäure, die derzeit schwer verfügbar ist. Das führt zu Engpässen bei diesen Spurenelementen. Aufgrund der volatilen Märkte sind die Lagerbestände von Spurenelementen in Europa sehr gering. Kurzfristige Käufe sind kaum möglich. Daher ist in den kommenden Wochen mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.