Ob ein PferdDie AGRAVIS ist Spezialistin für alle Fütterungsfragen rund um Pferde. im Winter eine Decke braucht, hängt nicht allein von der Temperatur ab. Gesunde, ungeschorene Pferde mit dichtem Winterfell kommen häufig ohne Decke aus, wenn sie ausreichend Raufutter und einen trockenen, windgeschützten Platz haben. Deckenschutz kann besonders bei geschorenen, alten, kranken oder sehr dünnen Pferden sowie bei Nässe und starkem Wind sinnvoll sein.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • Gesunde, ungeschorene Pferde mit dichtem Winterfell kommen häufig ohne Decke aus.
  • Schutz kann besonders für geschorene, alte, kranke oder sehr dünne Pferde sinnvoll sein.
  • Nässe und starker Wind können den Wärmeverlust erhöhen. Ein trockener, windgeschützter Platz zum Unterstellen bleibt wichtig.
  • Sitz und Wärmewirkung der Decke sollten täglich kontrolliert und an Wetter sowie Aktivität angepasst werden.

Wie schützt sich ein Pferd vor Kälte?

Pferde sind von Natur aus gut an kühle Temperaturen angepasst. Im Herbst bildet sich das Winterfell. Und bei Kälte stellen sich die Haare auf, sodass zwischen den Haaren eine isolierende Luftschicht entsteht, die die Körperwärme am Pferd hält. Anna Röwekamp, Expertin für Pferdefütterung bei der

Equovis GmbH

Ob dieser natürliche Kälteschutz ausreicht, hängt vom einzelnen Pferd und seiner Umgebung ab. Wichtige Faktoren sind:


  • Rasse und Pferdetyp
  • Alter und Gesundheitszustand
  • Ernährungszustand
  • Haltung und Bewegungsmöglichkeiten
  • Bemuskelung
  • Schur
  • Wind, Regen und Sonneneinstrahlung

Welche Pferdedecke eignet sich wofür?

Michaela Dziuk, Sortimentsmanagerin Textil und Reitsport der Raiffeisen-Märkte, warnt davor, allein nach Temperatur einzudecken: „Viele Pferde werden im Winter eher zu warm als zu kalt eingedeckt. Entscheidend sind nicht nur die Temperaturen, sondern auch Faktoren wie Schur, Gesundheitszustand, Haltungsform, Witterung und Bewegung. Eine Decke sollte das Pferd unterstützen, nicht belasten oder einschränken.“ Zu beachten sei auch, dass nicht jede Pferdedecke dieselbe Aufgabe hat. „Nach dem Training soll eine Decke vor allem Feuchtigkeit ableiten. Auf der Weide dagegen Schutz vor Nässe und Wind sowie eine passende Wärmeleistung bieten“, so die Expertin.

DeckentypTypischer EinsatzDarauf kommt es anAbschwitzdeckeNach Training oder AusrittAtmungsaktives Material, rechtzeitig abnehmen oder wechselnRegendeckePaddock und Weide bei Wind und RegenWasserdicht, atmungsaktiv, gutsitzendOutdoordeckeLängerer Aufenthalt im FreienRobustes Außenmaterial, passende Füllung, BewegungsfreiheitStalldeckeTrockener, geschützter StallWärmeleistung passend zur StalltemperaturAusreitdeckeAufwärmen, Schrittphasen, ruhige AusritteSchutz der Kruppe, keine Überwärmung bei intensiver Arbeit

Wissenswertes zu den unterschiedliche Deckentypen

Nach dem Training oder einem längeren Ausritt ist das Fell häufig feucht. Eine atmungsaktive Abschwitzdecke,

wie diese Fleece-Abschwitzdecke der Marke Kantrie

Die Abschwitzdecke bleibt nur so lange auf dem Pferd, wie sie Feuchtigkeit abführt. Fühlt sie sich selbst feucht an, sollte sie gewechselt oder abgenommen werden.

Eine Abschwitzdecke eignet sich:


  • nach dem Training,
  • nach einem längeren Ausritt,
  • während das Fell trocknet,
  • bei Bedarf vor oder nach der Arbeit.

Eine Regendecke schützt das Pferd auf der Weide oder dem Paddock vor Nässe und Wind. Sie ist wasserdicht und meist ungefüttert oder nur leicht gefüttert. Gleichzeitig sollte das Material Feuchtigkeit nach außen abgeben können.

Bei ungeschorenen Pferden ist Vorsicht geboten: Eine ungefütterte Regendecke kann das Winterfell flach drücken. Das Fell verliert dadurch einen Teil seiner natürlichen Isolationswirkung. Deshalb eignet sich eine solche Decke nicht automatisch für jedes ungeschorene Pferd und jede Temperatur.

Darauf sollten Pferdehalter achten:


  • wasserdichtes und möglichst atmungsaktives Material,
  • ausreichend Platz an Brust und Schulter,
  • ein guter Sitz am Widerrist,
  • sicher geschlossene Gurte,
  • regelmäßige Kontrolle auf Feuchtigkeit und Schäden.

Outdoordecken,

wie diese Outdoordecke der Marke Kantrie

Bewegungsfreudige Pferde brauchen ausreichend Platz an Brust und Schulter. Scheuerstellen, verrutschte Gurte oder Druck am Widerrist zeigen, dass die Passform nicht stimmt.

Stalldecken eignen sich für trockene, geschützte Bereiche. Da sie keinen ausreichenden Regenschutz bieten, gehören sie nicht auf eine Weide oder einen Paddock. Für geschorene oder empfindliche Pferde kann eine Stalldecke bei niedrigen Stalltemperaturen sinnvoll sein. Auch hier muss die Füllung zur tatsächlichen Temperatur passen. Erwärmt sich der Stall im Tagesverlauf, kann eine morgens passende Decke später bereits zu warm sein.

Ausreitdecken bedecken vor allem Rücken und Kruppe. Je nach Material schützen sie vor Kälte, Wind oder Regen. Sie können geschorene und empfindliche Pferde beim Aufwärmen, in Schrittphasen oder bei ruhigen Ausritten unterstützen. Bei intensiver Bewegung steigt die Körperwärme. Dann kann eine Ausreitdecke schnell zu warm werden.

Pferdedecken reinigen und richtig lagern

Schweiß, Haare und Schmutz setzen sich mit der Zeit im Gewebe fest. Pferdedecken sollten deshalb regelmäßig gereinigt werden. Vor dem nächsten Einsatz müssen sie vollständig trocknen. Bei Outdoordecken kann außerdem eine neue Imprägnierung erforderlich sein. Die Fachleute der Raiffeisen-MärkteDie AGRAVIS ist im Bereich Märkte als Einzelhändler und als Großhändler und Konzeptanbieter aktiv. beraten zu Pferdedecken, Passform und Eindeckmanagement. Viele Märkte bieten zudem einen Reinigungsservice für Pferdedecken an. Das jeweilige Angebot kann sich je nach Markt unterscheiden.

Was bedeutet die Grammangabe bei Pferdedecken?

Die Grammangabe beschreibt die Menge des Füllmaterials. Sie bietet eine grobe Orientierung zur Wärmeleistung. Allein lässt sich daraus aber nicht ableiten, ob die Decke für ein Pferd und eine bestimmte Wetterlage passt. Auch Material, Schnitt, Unterfell und Witterung beeinflussen die Wärme unter der Decke.

Grobe Orientierung für geschorene Pferde:

WitterungGrobe OrientierungMilde Witterung um 10 Grad Celsiusetwa 50 GrammNiedrige einstellige Temperaturenetwa 100 GrammEinstellige Minusgradeetwa 200 GrammUnter minus 10 Grad Celsiusetwa 300 Gramm oder mehr

Diese Werte sind keine feste Deckenregel. Im Zweifel ist eine leichtere Decke häufig sinnvoller als eine zu warme. Das Pferd und die Bedingungen vor Ort bleiben entscheidend.

Unterdecken können das Deckensystem ergänzen. Zusätzliche Schichten dürfen aber weder drücken noch scheuern oder die Bewegung einschränken.

Woran Sie erkennen, ob es Ihrem Pferd unter der Decke zu warm ist

Greifen Sie regelmäßig mit der Hand unter die Decke. Fühlen sich Fell und Haut angenehm warm und trocken an, passt die Decke in der Regel. Feuchtigkeit oder Schweiß sprechen dafür, dass dem Pferd zu warm ist. Kalte Hautpartien können darauf hinweisen, dass zusätzlicher Schutz nötig ist. WetterWie wird das Wetter? Wie hoch ist die Waldbrandgefahr oder wie niedrig die Bodentemperatur?, Sonne und Bewegung ändern sich im Tagesverlauf. Kontrollieren Sie die Decke deshalb nicht nur morgens. Was am frühen Morgen passt, kann am Nachmittag bereits zu warm sein.

Wie eine Pferdedecke sitzen sollte


Eine gut sitzende Decke fördert das Wohlbefinden des Pferdes. Halten die Klettverschlüsse im Brustbereich nicht richtig, können Scheuerstellen entstehen. In solchen Fällen kann ein Brust- oder Schulterschutz sinnvoll sein.


Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Checkliste: Pferdedecke täglich prüfen

Prüfen Sie täglich:


  • Ist das Fell unter der Decke trocken?
  • Gibt es Scheuerstellen oder Druckpunkte?
  • Sitzt die Decke stabil, ohne zu verrutschen?
  • Hat das Pferd genügend Bewegungsfreiheit?
  • Sind Kreuzgurte und Schweifriemen richtig eingestellt?
  • Sind Verschlüsse, Nähte und Außenmaterial intakt?
  • Gibt es verdrehte oder zu lange Gurte?
  • Passt die Füllung noch zur aktuellen Witterung?

Mehr Tipps rund ums Pferd

Beim AGRAVIS-Cup Oldenburg 2026 finden Pferdefreunde Produkte rund um Pferd und Reitsport. Unsere Fachleute an den Ständen der Raiffeisen-Märkte und der Equovis GmbH beantworten Fragen rundum Fütterung, Eindeckmanagement und individuelle Lösungen für die kalte Jahreszeit.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Nicht grundsätzlich. Ein gesundes, robustes Pferd mit dichtem Winterfell kommt häufig ohne Decke aus, wenn es genug Raufutter erhält und einen trockenen, windgeschützten Platz nutzen kann. Wind, Nässe, Alter, Gesundheits- und Ernährungszustand müssen dennoch berücksichtigt werden.

Bei einem ungeschorenen Pferd kann eine ungefütterte Regendecke das Winterfell flach drücken. Dadurch verliert das Fell einen Teil seiner natürlichen Isolationswirkung. Ob die Decke sinnvoll ist, hängt deshalb vom Pferd und von der Wetterlage ab.

Nur so lange, wie sie Feuchtigkeit aufnimmt und nach außen transportiert. Wird die Decke selbst feucht, sollte sie gewechselt oder abgenommen werden.

Mögliche Hinweise sind Scheuerstellen, Druck am Widerrist, verrutschte Gurte oder eine Decke, die sich nach hinten verschiebt oder verdreht. Auch eingeschränkte Bewegung spricht gegen eine passende Passform.

Unterdecken können ein Deckensystem ergänzen. Die Schichten dürfen jedoch nicht drücken, scheuern oder die Bewegung des Pferdes einschränken. Außerdem sollten sie passend zu der Überdecke sein, oft gibt es beides in Kombination.


Ihre Ansprechpartnerin

Anna Röwekamp

Produktmanagerin Höveler Pferdefutter und Supplemente

Ihre Ansprechpartnerin

Michaela Dziuk

Sortimentsmanagerin Textil und Reitsport

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