Wann bekommen Pferde ihr Winterfell und wie können Halter den Fellwechsel unterstützen?

Pferde beginnen bereits im Spätsommer mit der Bildung ihres Winterfells. Auslöser sind nicht die sinkenden Temperaturen, sondern die kürzer werdenden Tage. Damit der Fellwechsel reibungslos verläuft, benötigt das Pferd ausreichend Nährstoffe wie Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Auch regelmäßiges Putzen kann Haut und Fell in dieser Zeit unterstützen. Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp




  • Eine bedarfsgerechte Versorgung mit wichtigen Nährstoffen unterstützt das Pferd optimal.


  • Putzen regt die Durchblutung, steigert das Wohlbefinden an und lockert loses Fell.

Der Fellwechsel beginnt früher als viele denken


Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist das ganze Jahr über wichtig für das Pferd.


Viele Halter verbinden den Fellwechsel mit den ersten kalten Tagen. Tatsächlich werden die Weichen deutlich früher gestellt. Nicht die Temperaturen geben den Startschuss, sondern die Tageslänge. Werden die Tage im Spätsommer kürzer, erhält der Körper das Signal, Winterfell zu bilden.

Der Fellwechsel beginnt also bereits, wenn äußerlich noch kaum etwas davon zu sehen ist.

So entsteht das Winterfell

Der Fellwechsel läuft in mehreren Phasen ab. Zunächst beginnt die Wachstumsphase. Das neue Haar entsteht und wird mit Nährstoffen versorgt. Darauf folgt eine Ruhephase, in der das Wachstum vorübergehend stoppt. Anschließend lockert ein neues Haar das alte und schiebt es langsam heraus. Erst wenn das neue Fell sichtbar an die Stelle des alten tritt, nehmen Pferdehalter den Fellwechsel bei ihrem Pferd wahr. Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Die richtige Nährstoffversorgung ist die wichtigste Unterstützung

Der Aufbau tausender neuer Haare fordert den Stoffwechsel stark. Deshalb spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle.
„Am wichtigsten ist die bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen das ganze Jahr über, da auch der Fellwechsel das ganze Jahr abläuft“, erklärt Anna Röwekamp von der

Equovis GmbH

Besonders wichtig sind:


  • Mineralstoffe


  • Spurenelemente


  • Vitamine


  • hochwertige Aminosäuren

Vor allem die Aminosäure Methionin erfüllt eine wichtige Funktion: „Das Haar besteht zu einem großen Teil aus Keratin, das reich an schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin ist“, erläutert Röwekamp. „Diese Eiweißbausteine sorgen dafür, dass das Pferd das neue Fell überhaupt bilden kann.“

Wichtige Nährstoffe während des Fellwechsels

NährstoffBedeutungMethioninWichtiger Baustein für die HaarbildungZinkUnterstützt Haut und FellKupferBeteiligt an zahlreichen Stoffwechselprozessen SelenWichtig für verschiedene Körperfunktionen Vitamin AUnterstützt die Hautgesundheit Vitamin ETrägt zum Zellschutz bei BiotinWichtig für Fell- und Hufqualität

Leinöl kann Haut und Fell unterstützen


Alte und immungeschwächte Pferde brauchen im Fellwechsel zusätzlich Unterstützung.


„Es enthält außerdem viel EnergieMobilität, Wärme und Strom sind ein bedeutendes Element für ein modernes Leben., die besonders alte Pferde im Fellwechsel gut brauchen können“, so Röwekamp. Gerade ältere Pferde profitieren häufig von einer bedarfsgerechten Energieversorgung, wenn der Fellwechsel zusätzlichen Aufwand für den Organismus bedeutet.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Putzen hilft mehr als viele denken


Putzen unterstützt das Pferd im Fellwechsel zusätzlich. Es löst altes Fell und regt die Durchblutung an.


Intensives Putzen:


  • regt die Durchblutung an


  • massiert die Haut


  • entfernt loses Fell


  • kann Juckreiz reduzieren


  • pflegt Haut und Fell

Auch wenn der Fellwechsel im Herbst meist weniger spektakulär wirkt als im Frühjahr, muss das Sommerfell dennoch gelöst werden. Regelmäßiges Putzen hilft dabei und sorgt gleichzeitig für mehr Wohlbefinden.

Braucht ein Pferd im Winter eine Decke?


Pferde, die ein dichtes Winterfell bilden, brauchen im Winter keine Decke.


Möglich macht das die körpereigene Thermoregulation. Dabei stellt das Pferd die langen Haare des Winterfells auf. So entsteht eine isolierende Luftschicht, die die Körperwärme speichert und das Pferd vor Kälte schützt.

Anders sieht es bei älteren oder immungeschwächten Pferden aus. Können sie kein ausreichend dichtes Winterfell bilden, kann eine wärmende und wasserabweisende Winterdecke sinnvoll sein.

So unterstützt AGRAVIS

AGRAVIS begleitet Pferdehalterinnen und -halter mit Fachwissen rund um Pferdefütterung, Tiergesundheit und Haltung. Dazu gehören Informationen zur bedarfsgerechten Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren ebenso wie praktische Tipps für besondere Phasen wie den Fellwechsel.

Praxis-Checkliste: Pferd beim Fellwechsel unterstützen

✅ Mineralstoffversorgung überprüfen

✅ hochwertige Aminosäuren bereitstellen

✅ Spurenelemente und Vitamine bedarfsgerecht ergänzen

✅ Fell regelmäßig gründlich putzen

✅ Haut und Fell auf Veränderungen kontrollieren

✅ Ältere Pferde intensiver beobachten

✅ Bei Bedarf den Einsatz einer Winterdecke prüfen

Mehr Tipps rund ums Pferd

Ob Fütterung, Mineralstoffversorgung oder GesundheitsmanagementBei der AGRAVIS spielt das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement eine große Rolle.: Am Equovis-Stand beim AGRAVIS-Cup in Oldenburg erhalten Sie praktische Tipps und individuelle Beratung zur Versorgung Ihres Pferdes von unserem Expertenteam vor Ort.


FAQ

Bereits im Spätsommer. Sichtbar wird er häufig erst einige Wochen später.

Der Auslöser ist die Tageslänge. Kürzere Tage signalisieren dem Körper, Winterfell zu bilden.

Besonders wichtig sind Aminosäuren wie Methionin, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie die Vitamine A, E und Biotin.

Der Fellwechsel belastet den Organismus. Ältere Pferde benötigen deshalb häufig mehr Unterstützung durch Management und Fütterung.

Ja. Es entfernt lose Haare, fördert die Durchblutung und kann Juckreiz vorbeugen.

Nein. Pferde mit gesundem, dichtem Winterfell verfügen über eine natürliche Wärmeregulierung.

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