In Deutschland wurde erstmals ein sogenanntes Shamonda-like-Virus bei Rindern nachgewiesen. Der Erreger wird vermutlich durch Gnitzen übertragen und verursacht unter anderem Symptome wie Fieber, Durchfall und Milchleistungsrückgänge. Besonders tragende TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. sollten aufmerksam beobachtet werden, Auswirkungen auf den Fötus sind denkbar. Für Menschen besteht nach aktuellem Kenntnisstand kein Risiko. Betriebe können jetzt durch Insektenschutz und GesundheitsmanagementBei der AGRAVIS spielt das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement eine große Rolle. vorbeugen und sollten konsequent Bestandskontrollen durchführen.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • In Deutschland wurde erstmals ein „Shamonda-like“-Virus bei Rindern nachgewiesen; übertragen wird es vermutlich vor allem durch Gnitzen.
  • Betriebe sollten bei Fieber, Durchfall, Milchleistungsrückgang, Fehlgeburten oder auffälligen Kälbern frühzeitig den Hoftierarzt einbinden.
  • Maßnahmen zur Vorbeugung: Tierverkehr reduzieren, Gnitzen konsequent abwehren und deren Brutgebiete meiden, das Immunsystem der Rinder über eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stärken und Stressfaktoren wie HitzeDie Themen Hitze und Trockenheit werden im Rahmen des Klimawandels immer wichtiger., Futterwechsel oder Umstallungen möglichst reduzieren.

Was ist das Shamonda-like-Virus?

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat erstmals in Deutschland ein neuartiges Virus bei

Rindern

Nach aktuellem Kenntnisstand erfolgt die Übertragung hauptsächlich über Gnitzen. Eine direkte Ansteckung von Tier zu Tier spielt vermutlich keine bedeutende Rolle. Eine Ausnahme ist möglicherweise die Übertragung vom Muttertier auf den Fötus während der Trächtigkeit.

Wichtig zu wissen


  • Das Virus wird aktuell weiter erforscht.
  • Spezifische Nachweisverfahren befinden sich im Aufbau.
  • Einen Impfstoff gibt es aktuell nicht.
  • Für Menschen wurde bislang kein Risiko nachgewiesen.
  • Besonders relevant ist die Überwachung tragender Tiere.

Welche Symptome zeigen infizierte Tiere?

Die Symptome sind meist unspezifisch und können daher leicht übersehen werden. Typische Anzeichen sind Fieber, Durchfall, ein Rückgang der Milchleistung und allgemeine Leistungseinbußen.

Besondere Risiken bestehen während der Trächtigkeit. Infiziert sich eine KuhDie Kuh ist ein weibliches Hausrind nach der ersten Kalbung. während einer empfindlichen Phase der Trächtigkeit, könnte das Virus den Fötus schädigen. Vom Shamonda-Virus sind unter anderem Fehlgeburten, Missbildungen, Schädigungen des Nervensystems und Veränderungen des Bewegungsapparates bekannt. Welche Risiken bei der neuen Virusvariante bestehen, ist derzeit noch offen.

Wann sollten Betriebe aufmerksam werden?

Eine tierärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn während der Gnitzensaison:


  • mehrere Tiere gleichzeitig erkranken,
  • Fieber und Durchfall gehäuft auftreten,
  • Milchleistungsrückgänge beobachtet werden,
  • Fehlgeburten zunehmen,
  • auffällige Kälber geboren werden.

Je früher ein Verdacht abgeklärt wird, desto besser lassen sich mögliche Maßnahmen im Bestand einführen. Da derzeit keine vollständige Schutzmaßnahme verfügbar ist, steht die Reduzierung der Gnitzenbelastung im Mittelpunkt.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Maßnahmen gegen Gnitzen während der Hauptflugzeiten

MaßnahmeZielInsektenschutz im Stall (z. B. Luftstrom im Stall mit Ventilatoren erhöhen) Kontakt mit Vektoren reduzieren Insektenschutz auf der Weide (Repellentien einsetzen) Stichbelastung verringern, Insekten fernhalten Tierverkehr reduzieren Übertragung zwischen Betrieben vermeiden Tiere abseits von Standgewässern weiden lassen Brutflächen von Gnitzen meiden

Tiergesundheit als wichtiger Schutzfaktor

Ein stabiles Immunsystem kann Belastungssituationen besser bewältigen.

Wichtige Grundlagen sind:


  • bedarfsgerechte Energieversorgung
  • ausreichende Versorgung mit Vitaminen
  • ausgewogene Mineralstoffversorgung
  • sichere Spurenelementversorgung
  • hohe Futter- und Wasseraufnahme

Bei erhöhtem Infektionsdruck oder anderen Belastungssituationen können Ergänzungsfuttermittel mit Vitaminen, Spurenelementen oder funktionellen Inhaltsstoffen sinnvoll sein, um Vitalität und Widerstandskraft der Herde zu fördern. Beispiele aus dem AGRAVIS-Sortiment sind

Miravit VitalExtraMiravit TEK

Praxistipps für die Fütterung


  • Hygienisch einwandfreie Silagen verwenden
  • Mineralstoffversorgung überprüfen
  • Transitkühe gezielt unterstützen
  • Hygienisch einwandfreies Wasser verwenden und Wasseraufnahme kontrollieren
  • Hohe und gleichmäßige Futteraufnahme sicherstellen

Welche Rolle spielt Stress?

Stress belastet das Immunsystem und kann die Widerstandskraft der Tiere beeinträchtigen. Ein ganzheitlicher Ansatz aus Gesundheitsmanagement, FütterungDie AGRAVIS bietet für alle Nutztierarten ein vielfältiges Fütterungs-Programm an., Insektenschutz und Vorbeugung gegen Hitzestress kann die Belastung reduzieren.

Checkliste: Vorbeugung auf drei Ebenen

1. Gnitzen abwehren


  • Tierverkehr vermeiden
  • Repellentien einsetzen
  • Luftstrom erhöhen
  • Gnitzenbrutplätze meiden (z. B. feuchte Weiden)

2. Tiere stärken


  • Mineralstoffversorgung prüfen
  • Vitaminversorgung sicherstellen
  • Futterqualität kontrollieren
  • Wasseraufnahme kontrollieren

3. Stress reduzieren


  • Hitzestress minimieren
  • Futterwechsel vermeiden
  • Betriebsabläufe möglichst konstant halten
  • Tiergruppen nicht unnötig umstellen

Was tun bei einem Verdachtsfall?

Umgehend die betreuende Tierärztin oder den Tierarzt informieren und mögliche Maßnahmen besprechen.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

So unterstützt AGRAVIS

AGRAVIS begleitet landwirtschaftliche Betriebe bei Fragen rund um Hygienemaßnahmen, Fütterungsmanagement und Herdenbetreuung.

Dazu gehören:


  • Beratung zur Fütterung und Rationsgestaltung
  • Unterstützung bei Mineralstoff- und Vitaminversorgung
  • Konzepte zur Stabilisierung von Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit
  • Lösungen zur Reduzierung des Insektendrucks
  • Begleitung bei Managementmaßnahmen in Stesssituationen

Für Betriebe bedeutet das:


  • bessere Einschätzung von Gesundheitsrisiken
  • gezielte Unterstützung in Belastungssituationen
  • praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Stallalltag

FAQ

Das Shamonda-like-Virus ist ein neu nachgewiesener Viruserreger bei Wiederkäuern, der eng mit dem Shamonda-Virus verwandt ist.

Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine Hinweise auf eine Gefährdung des Menschen.

Die Übertragung erfolgt vermutlich vor allem durch blutsaugende Gnitzen.

Vor allem Rinder, SchafeSchafe (auch Hausschafe) sind eine domestizierte Form des Mufflons. und Ziegen gelten als empfänglich.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Typisch sind Fieber, Durchfall, Leistungseinbußen und geringere Milchleistungen.

Der Erreger könnte während bestimmter Trächtigkeitsphasen auf den Fötus übertragen werden und dessen Entwicklung beeinträchtigen.

Durch konsequenten Insektenschutz, einen guten Immunitätsstatus und die Reduktion weiterer Stressfaktoren.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Ihre Ansprechperson

Kontakt

Andrea Riebe

Produktmanagement DESINTEC

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