Die ersten heißen Tage stehen schon bald vor der Tür. Mit ihnen steigt das Risiko von Hitzestress bei den Tieren. Sinkende Futteraufnahme, geringere Tageszunahmen und höhere Tierverluste sind die Folge. Erfahren Sie hier, welche Symptome Hitzestress erkennen lassen, wie Sie Ihre TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. im akuten Fall unterstützen können und wie Ihnen die KeepCool-App dabei hilft.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • übermäßige Temperaturen führen zu Unwohlsein und verschlechterten Leistungen
  • verschiedene Futterzusätze können Tiere unterstützen
  • KeepCool-App liefert Hitzestress-Index und weitere Informationen je nach Region

Hitzestress im Geflügelstall

Experteninterview mit Johannes Große Volksbeck, Produktmanagement Geflügel bei der AGRAVIS Raiffeisen AG

Wie wirkt sich Hitze auf die Tiere aus?

Große Volksbeck

Welche Maßnahmen helfen?

Große Volksbeck: Die Maßnahmen lassen sich in technische Maßnahmen und Maßnahmen, die den Organismus der Tiere unterstützen, unterteilen.

Zunächst ist wichtig, dass das Management des Stallklimas auf die warmen Temperaturen abgestimmt ist. Bei diesen Maßnahmen ist das Stichwort „Vorsorge“ entscheidend. Überprüfen Sie beispielsweise regelmäßig am Tag die Funktionen in Ihrem Stall. Sorgen Sie unbedingt für eine angepasste Klimaführung an Hitzetagen im Stall und für eine ausreichende Wasserversorgung.

Neben diesen technischen Maßnahmen spielt die Unterstützung des GeflügelGeflügel bezeichnet alle Vogelarten, die als Nutztiere oder Haustiere gezüchtet werden.-Organismus eine zentrale Rolle in der Vorbeugung von Hitzestress. Hier können verschiedene Produkte Abhilfe schaffen:

MIRAVIT AscoStabilMIRAVIT HydroLac G/K
Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Die KeepCool-App: Unterstützung für heiße Tage

Für Informationen zum aktuellen und prognostizierten Hitzestressrisiko auf Ihrem Betrieb steht die kostenlose KeepCool-App zur Verfügung. Nach Eingabe des Wohnortes und der Tierart errechnet die App den jeweiligen Hitzestress-Index aus Daten zur Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine Farbskala visualisiert das Risikopotenzial. Zudem gibt die App auf die Tierart und das Risikopotenzial zugeschnittene Managementempfehlungen. Mittels der Alarmfunktion können Sie sich darüber hinaus über anstehende Hitzestress-Perioden informieren lassen. Die App gibt es als Download im App Store und Google Play Store.


Fünf Tipps zum Hitzestress bei Rindern

Hitzestress bei Rindern zeigt sich bereits bei 24°C in Verbindung mit einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Folgen von Hitzestress bei Rindern sind eine niedrigere Milchleistung, vermehrt Stoffwechselerkrankungen oder eine reduzierte Reproduktionsleistung. Um dem Hitzestress vorzubeugen und diese Folgen zu vermeiden, geben wir Ihnen fünf Tipps an die Hand. 

Wasserversorgung

Aufgrund des erhöhten Wasserkonsums ist die Bereitstellung von qualitativ und quantitativ hochwertigem Trinkwasser essenziell. Die Tränken müssen täglich gereinigt und überprüft werden. 

DCAB-Gehalt kontrollieren

An heißen Tagen verlieren Rinder über das Schwitzen und Hecheln vermehrt Kationen (Kalium/Natrium). Aus diesem Grund sollte der DCAB-Gehalt der Ration kontrolliert werden (Ziel 300 meq/kg TM), um einer metabolischen Azidose vorzubeugen.

Energiedichte des Futters anpassen



Die frische Futtervorlage in den kühleren Abendstunden kann die Futteraufnahme verbessern und senkt das Risiko von Nacherwärmung.

Luftqualität beachten

Die Lüfter sollten im Sommer ständig in Betrieb sein und es gilt, zu hohe Temperaturen sowie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden – denn sonst kann das Rind die Körperwärme nicht an die Umwelt abgeben.

Futterselektion vermeiden

Rinder selektieren bei Hitzestress vermehrt das Futter und vermeiden grobe Futterbestandteile. Es bilden sich „Futterlöcher“ und die Gefahr bei einzelnen Tieren für eine Pansenazidose steigt. Dies kann unter anderem durch eine möglichst homogene Partikelverteilung des vorgelegten Futters, Wasserzugabe und regelmäßiges Anschieben unterbunden werden.

Produkttipps für Rinder


  • Lakto Fett & Pro Fett 16 zur Erhöhung der Energiedichte
  • Schmackhaftigkeit der TMR erhöhen durch Flüssigkomponente
    Miravit MaltoDrink
  • Miravit TMR Cool
    zur Reduktion von NacherwärmungNacherwärmung kann bei der Auslagerung von Silagen auftreten.
  • VitaMiral Hitzestress Cool um das Risiko einer Pansenazidose zu minimieren, in Kombination mit Triolen Mineralfutter zur optimalen Versorgung mit Mineralstoffen
  • Leckmasse
    Crystalyx Rumilyx
    empfiehlt sich für solch stressige Phasen. Rumilyx ist ein Spezialprodukt zur Stabilisierung des Pansenstoffwechsels und des Immunsystems.

Schwein: Hitzestress schon ab 22 Grad möglich



Welche Folgen hat Hitzestress bei Schweinen?

Fieber, Störung des Allgemeinbefindens und sogar plötzliche Todesfälle können auftreten. Schließlich versucht das Tier durch einsetzendes Hecheln, die Hitze weiter zu kompensieren. Steht nicht ausreichend Wasser zur Verfügung kann es schnell zur Dehydratation mit Kreislaufversagen kommen. Ursache des Todes ist jedoch meist die Verschiebung des pH-Wertes im Organismus, der durch das Hecheln entsteht.

Worauf ist bei der Versorgung der Tiere zu achten?

Ausreichend schmackhaftes Wasser hat daher oberste Priorität. Der Wasserbedarf kann im Sommer schnell auf 60 Liter pro Tier und Tag ansteigen. Stimmen Durchflussraten, Erreichbarkeit der Nippel sowie die Qualität des Wassers nicht, wird der Effekt sinkender Futteraufnahmen verstärkt und das Risiko einer Überhitzung steigt überproportional an. Die laktierenden Sauen sollten mehrmals täglich kleinere Portionen bekommen, am besten in den kühleren Tageszeiten. Sie verringern eine schlagartige Wärmebildung. Gleichzeitig ist die Chance groß, dass die gesamte Mahlzeit aufgefressen wird und es zu keinem Futterverderb im Trog kommt.

Der Einsatz leicht verdaulicher Futter kann ebenfalls zur Reduktion von Wärmebildung führen. Auch eine Zugabe von B-Vitaminen, Antioxidantien und Elektrolyten ist hilfreich. Je früher Maßnahmen zur Reduktion von Wärmestress ergriffen werden, desto höher ist der Erfolg, den Sommer ohne große Leistungseinbußen zu überstehen.

Ihre Ansprechpersonen

Kontakt

Johannes Große Volksbeck

Produktmanagement Geflügel

Kontakt

Matthias Oskamp

Produktmanagment Rind

Kontakt

Sonja Brosthaus

Produktmanagement Sauen und Ferkel

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