AdBlue-Preisentwicklung ist das dominierende Thema

Kooperationstagung

Kooperationstagung: AdBlue

Die politischen Vorgaben und die gesamtgesellschaftlichen Erwartungen an den Klimaschutz werden den AdBlue-Markt in den nächsten Jahren erheblich beeinflussen. Darin waren sich die Teilnehmenden an der Kooperationstagung des Blue-Service Netzwerks einig. Dieser Verbund von regionalen AdBlue-Händlern existiert seit 2013. Koordiniert wird er von der AGRAVIS Raiffeisen AG. AdBlue ist ein Betriebsstoff für Dieselmotoren, der die Abgase der Fahrzeuge mittels der sogenannten SCR-Technologie reinigt und Stickoxide in Wasserdampf und Stickstoff umwandelt.

Bei der virtuellen Zusammenkunft präsentierten Nicole Schierhorn und Frederik Volbracht von der AGRAVIS den Händlern Zahlen, die mehrere Rückschlüsse zulassen: Zunächst einmal wurde festgehalten, dass der AdBlue-Markt die Corona-Delle des Jahres 2020 überwunden hat und in diesem Jahr wieder steigende Absatzmengen zu verzeichnen sind. Der Trend zu alternativen Antriebstechnologien ist in vollem Gange und wird sich gerade im Pkw-Bereich weiter verstärken. Dennoch wird im Schwerlastverkehr der Dieselmotor in Verbindung mit der SCR-Technologie zumindest in den nächsten Jahren die dominierende Antriebsart bleiben – bei gleichzeitig hohem Potenzial für LNG. Allerdings hat LNG seinen Preisvorteil gegenüber Diesel aufgrund der extrem gestiegenen Erdgaspreise aktuell verloren. Da die Güterverkehrsleistung weiter wachsen wird, ist auch für die nächsten Jahre mit einem steigenden AdBlue-Absatz zu rechnen. Allerdings wird sich das Marktwachstum abschwächen und in Deutschland seinen Höhepunkt vermutlich in den Jahren 2027/2028 erreichen.

Zum Abschluss der Kooperationstagung nahm die Diskussion über die aktuelle Preisentwicklung beim AdBlue breiten Raum ein. Denn das Allzeithoch beim Erdgaspreis schlägt sich auch hier massiv nieder, sodass im Moment eine kostendeckende Produktion von Ammoniak und Harnstoff als wesentliche Bausteine von AdBlue kaum noch möglich ist. Neben einer drastischen Preissteigerung ist mit einer verschärften Mengenkontingentierung zu rechnen. Hier hofften alle Anwesenden auf eine baldige Entspannung der Situation.

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