Geflügelhaltung: Einsatz von probiotischen Mikroorganismen

Andre Stevens

Auch für die Geflügelhaltung gilt: Die Gesamtheit der im Darm angesiedelten Mikroorganismen bildet ein hochfunktionales System. Gerät es aus dem Gleichgewicht, drohen Leistungseinbußen und Infektionen. AGRAVIS-Produktmanager Andre Stevens erklärt im Interview, welche Vorteile der Einsatz von probiotischen Mikroorganismen in der Junghennenaufzucht, Legehennenhaltung und Broilermast mit sich bringt und wie Geflügelhalter die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Tiere dadurch positiv unterstützen können.

Welche Funktionen haben Mikroorganismen im Darm?
Stevens
: Die Darmwand stellt eine komplexe Barriere dar, damit Bakterien, Viren, Pilze und Schadstoffe nicht in den Blutkreislauf des Tieres gelangen. Auch eine intakte Darmschleimhaut, die sogenannte Mukosa, unterstützt den Organismus bei dieser Aufgabe. Die vorhandenen positiven Mikroorganismen im Darm unterstützen den Aufbau und die Aufrechterhaltung einer gesunden Darmbarriere. Durch die Verabreichung von probiotischen Mikroorganismen kann eine gut funktionierende Darmbarriere zusätzlich gefördert werden.

Welche Vorteile bringt der Einsatz von probiotischen Mikroorganismen mit sich?
Stevens
: Der Einsatz von probiotischen Mikroorganismen beeinflusst die Entwicklung der Darmflora bei Küken positiv, sodass nicht nur die im Darm angesiedelte Funktion des Immunsystems, sondern auch die Versorgung der Darmwandzellen mit Nährstoffen und die Erneuerung der Zellen gefördert werden können. Bis sich die Darmflora von Küken vollständig entwickelt hat, braucht es seine Zeit. Die Küken verfügen daher nicht von Anfang an über eine funktionierende Darmbarriere, was sie wiederum anfälliger für Infektionen macht. Das Ziel ist es daher, den Aufbau der Darmbarriere vom ersten Lebenstag an durch den Einsatz von Mikroorganismen zu fördern und die Tiere dadurch widerstandsfähiger gegenüber Bakterien, Viren, Pilzen und Schadstoffen zu machen.
Durch die Unterstützung der Gesundheit der Tiere leisten Geflügelhalter einen positiven Beitrag, um den Arzneimitteleinsatz zu senken. Gleichzeitig ergeben sich Verbesserungen im Hinblick auf die Erreichung von Produktionszielen. Hier sind vor allem Zuwachs- und Legeleistungen sowie die Eischalenstabilität zu nennen. Geflügelhalter, die Miravit Microflosan bereits seit Jahren erfolgreich einsetzen, berichten von einem stabileren Immunsystem, einem gleichmäßigen Erscheinungsbild der Herde, einem positiven Beitrag hinsichtlich der biologischen Leistungen ihrer Tiere sowie von einem positiven Einfluss auf den Anteil vermarktungsfähiger Eier im Legehennenbereich.

Wie erfolgt die Auswahl der probiotischen Mikroorganismen?
Stevens
: Die Mikroorganismen sind wirtsspezifisch. Für Junghennen steht Geflügelhaltern das Miravit Microflosan S zur Verfügung. Die Tierarten Legehennen und Broiler decken wir mit dem Miravit Microflosan Sold2Gold ab, das aus den Bakterienkulturen Lactobacillus acidophilus und Bacillus subtilis zusammengesetzt ist. Ziel ist es, den Darmbakterien für deren Entwicklung und Stoffwechsel ein gutes Milieu zu schaffen. Diese produzieren bestimmte Stoffwechselprodukte, die wiederum positive Effekte auf die Bakterien im Darm haben und sich dadurch vermehrt ansiedeln. Diese Kolonisierung der positiven Bakterien ist eine wichtige Voraussetzung, um sich die positiven Effekte im Hinblick auf die Darmgesundheit zu Nutze zu machen.

Welche Dosierung ist zu empfehlen und was ist bei der Applikation zu beachten?
Stevens
: Microflosan ist bei Eintagsküken direkt nach dem Einstallen zu empfehlen und wird generell über drei Tage mit 20 Gramm pro 1.000 Tiere und Tag über das Tränkwasser verabreicht. Darüber hinaus kann es bei Futterumstellungen sowie nach Infektionen oder Stresssituationen unterstützend eingesetzt werden.
Zur Vorbereitung der Applikation setzt der Geflügelhalter dafür zunächst eine Stammlösung an, die er mit fünf bis zehn Litern Wasser anrührt und in dem Behälter der Dosiereinrichtung, unter anderen auch Dosatron genannt, gibt. In dem Behälter erfolgt schließlich die Aufbereitung der Stammlösung mit der entsprechenden Menge Wasser. Desinfektionswirkstoffe im Tränkewasser würden die Wirksamkeit der Mikroorgansimen herabsetzen.

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