Afrikanische Schweinepest

Tipps zur Vorbeugung

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schreitet immer weiter voran. Längst sind auch deutsche Schweinehalter in Alarmbereitschaft. AGRAVIS informiert über Präventionsmaßnahmen für Schweinehalter.

Bei der ASP handelt es sich um eine Viruserkrankung, an der Wild- und Hausschweine erkranken. Tiere, die sich anstecken, zeigen häufig hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden sowie Hautverfärbungen. Die Krankheit verläuft für die meisten infizierten Tiere vielfach innerhalb einer Woche tödlich. Eine Impfung gibt es nicht. Für den Menschen hingegen ist das Virus ungefährlich. Ein Ausbruch der ASP in Deutschland würde neben den Folgen für die Tiere auch schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen für die Landwirte mit sich bringen. Vor allem der Eintrag in die Wildschweinepopulation birgt große Risiken. Eine wirkungsvolle Tierseuchenbekämpfung ist in den Wildbeständen häufig nur unter erschwerten Umständen durchzuführen. Hinzu kommt, dass das ASP-Virus unter Umständen für circa sechs Monate in der Umwelt infektiös bleiben kann.

Übertragungswege der Afrikanischen Schweinepest

Die ASP kann sowohl direkt von Tier zu Tier, als auch indirekt über Vektoren, wie zum Beispiel infiziertes Blut, Knochen oder kontaminierte Schweinefleischerzeugnisse, übertragen werden. Ein hohes Risiko für die Einschleppung geht von Personen und Transportverkehr aus. So kann ein unachtsam entsorgtes mit ASP-Virus kontaminiertes Wurstbrötchen schnell zum Überträger werden. Wildschweine, die den Müll durchforsten und infiziertes Material aufnehmen, können erkranken und weitere Artgenossen anstecken. Auf das Mitbringen von Schweinefleischerzeugnissen aus den betroffenen Ländern und Gebieten sollte verzichtet werden.

Prävention gegen die Afrikanische Schweinepest

Durch einen gezielten Informationsaustausch, die Sensibilisierung für das Thema und entsprechende Präventionsmaßnahmen kann jeder mithelfen, das Risiko der Einschleppung in Schweinebestände zu minimieren. Auf schweinehaltenden Betrieben hat die Biosicherheit oberste Priorität.

Biosicherheit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb

Um das Risiko der Einschleppung der ASP in heimische Betriebe zu reduzieren, sollte jeder Landwirt strikt alle Biosicherheitsmaßnahmen verfolgen. Die Einhaltung des Schwarz-Weiß-Prinzips hat oberste Priorität. Die Trennung von schmutzigen „schwarzen“ und sauberen „weißen“ Bereichen, bzw. der Außen- und Innenbereiche des Betriebes, sollte dabei unter allen Umständen berücksichtigt werden. Betriebseigene Kleidung, Fußwannen mit Desinfektionsmitteln sowie die Schadnager- und Fliegenbekämpfung sind bewährte Maßnahmen. Der direkte und indirekte Kontakt von Haus- und Wildschweinen sollte unterbunden werden. Hierbei ist unter anderem auf die unzugängliche Lagerung von Futtermitteln für Wildschweine zu achten. Mit der Umsetzung der Schweinehaltungshygieneverordnung schützen Sie Ihren Bestand vor Tierseuchen.

Tipps für den Transport von Waren

  • Rückenspritze (5 l) gefüllt mit Desinfektionslösung
  • (z. B. 5 l Wasser + 50 g Virkon S)
  • 50-g-Beutel Virkon S zum Nachfüllen
  • Einwegüberziehschuhe/-stiefel
  • Einweg-Overalls
  • Einweghandschuhe
  • Baumwollhandschuhe mit Noppen
  • Handdesinfektion Wofasept AHA
  • Schutzbrille
  • Mülltüte
  • Staubsäcke

  • Betriebsgelände möglichst wenig befahren
  • Zwei Paar Einweg-Überziehschuhe im LKW anziehen
  • Einweg-Handschuhe, Baumwollhandschuhe mit Noppen und Overall anziehen
  • Reifen und Radkästen des Fahrzeugs mit Virkon S desinfizieren
  • Ausblasschlauch desinfizieren
  • Unbenutzten Staubsack verwenden
  • Futter ausblasen, Stallungen dabei nicht betreten (Siloanschlüsse und Viehrampen müssen außerhalb der Stallungen angebracht sein)

  • Ausblasschlauch entfernen, erneut desinfizieren (inklusive Reifen und Radkästen) und verstauen
  • Verwendeter Staubsack verbleibt auf dem Betrieb
  • Einweg-Overall ausziehen und vor Ort entsorgen
  • Einweghandschuhe, Baumwollhandschuhe mit Noppen sowie ein Paar Überziehschuhe ausziehen und vor Ort entsorgen
  • Zweites Paar Überziehschuhe im Fahrzeug ausziehen und in Mülltüte entsorgen (Mülltüte nach letzter Fahrt entsorgen; mind. 1 x tägl.)
  • Hände anschließend mit Wofasept AHA desinfizieren
  • Dokumentation der Desinfektionsmaßnahmen

Expertentipp

Im Tiersuchenfall

  • Die für den jeweils aktuellen Krankheits-/(Seuchen-) fall angepassten Gesetzes- und Verordnungstexte des BMEL besorgen und beachten
  • Bei amtlich festgestellten Seuchen in Betrieben und/oder Gebieten sind die von den Behörden angeordneten Maßnahmen strikt einzuhalten

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