Kalkempfehlung

Kalk gehört in die Düngung

Die Ausbringung von Kalk auf landwirtschaftlich genutzte Flächen ist nach wie vor eine wesentliche Maßnahme zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Pflanzenbau. Nur bei optimal mit Kalk versorgten Böden sind eine gute Bodenfruchtbarkeit und ein hohes Ertragspotenzial gesichert.

Kalk erfüllt die Funktion als Hauptnährstoff (Calcium) in der Pflanze und ist unentbehrlich für die Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Grundlage aller Düngemaßnamen muss eine regelmäßige Bodenanalyse darstellen. Bodenproben sollten alle 3 bis 4 Jahre im Laufe der Fruchtfolge gezogen werden. Solange der pH -Wert eines Bodens einer Fläche nicht optimal eingestellt ist, können die Leistungen der eingesetzten Dünge- und Pflanzenschutzmittel nicht effizient genutzt werden. Die Verfügbarkeit der Pflanzennährstoffe hängt entscheidend vom pH-Wert des Bodens ab. Die Nährstoffausnutzung verbessert sich mit Erreichen des optimalen pH-Wertes.

Expertentipp

Besonders auf sehr heterogenen Schlägen variieren die Bodengehalte zum Teil sehr stark. In solchen Fällen kann eine detaillierte Flächenbetrachtung Sinn machen. Gute Erfahrungen konnten hier mit teilflächenspezifischen Ansätzen erreicht werden, bei denen die Einzelschläge zunächst durch Auswertung von Fernerkundungsdaten in Ertragszonen eingeteilt werden. Die einzelnen Zonen können dann gezielt beprobt werden

Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie unter www.netfarming.de

Neben der Funktion als Hauptnährstoff (Calcium) in der Pflanze ist Kalk unentbehrlich für die Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Hier erfüllt er drei wichtige Funktionen:

  • Steuerung des pH-Wertes
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Aktivierung des Bodenlebens

Besonders der an die Bodenart angepasste pH-Wert stellt eine der bedeutendsten und häufig „stiefmütterlich“ behandelten Stellschrauben im Ackerbau dar.

Dieser Bodenverbesserung folgen drei Effekte:

  • Kalk wirkt der Bodenversauerung entgegen.
  • Kalk sorgt für eine bessere Ausnutzung der Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kali
  • Kalk baut die Bodenstruktur auf (opt. Wasser- und Gasaustausch, dichtere Durchwurzelung)

Kalkempfehlung Tabelle Düngen
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Ursachen für Kalkverluste

In jedem Jahr werden dem Boden 200-600 kg/ha CaO entzogen, abhängig von Bodenart, Witterung und Nutzungsintensität. Dieser Entzug entsteht durch:

  • bodenversauernde Düngemittel
  • kalkzehrende Gülle
  • Pflanzenentzug
  • saure Niederschläge
  • Auswaschung

Konverterkalke sind kieselsaure Kalke und fallen als Nebenprodukte der Roheisen- und Stahlerzeugung an. Kieselsaure Kalke sind langsam wirkende Kalkdünger und in ihrer Wirkung mit den kohlensauren Kalken vergleichbar. Sie sind auf allen Böden, zu allen Kulturen und zu jeder Zeit einsetzbar. Als Nebenbestandteile sind Kieselsäure, Phosphat und Spurenelemente zu nennen.

Positive Effekte der Kieselsäure:

  • Stabilisierung des Krümelgefüges
  • Freisetzung von Phosphat durch das Belegen von Austauschern
  • Gewebestabilisierung in der Pflanze und damit der Krankheitsabwehr (z. B. Mehltau) und Standfestigkeit

Konverterkalk 42 enthält folgende wertvolle Spurennährstoffe:

  • 30 mg/kg Eisen
  • 5 mg/kg Mangan
  • 15 mg/kg Kupfer
  • 8 mg/kg Molybdän
  • 60 mg/kg Bor
  • 12 mg/kg Kobalt
  • 23 mg/kg Zink.

Die Lagerung ist sowohl im Flachlager als auch im Freien am Feldrand problemlos möglich. Aufgrund des hohen spezifischen Gewichtes und der erdfeuchten Beschaffenheit ist das Streubild sehr gleichmäßig und staubfrei.

Empfehlung zur Erhaltungskalkung:

Erhaltungskalkung in kg/CaO für Ackerland bei 2 Prozent Humus in Gehaltsklasse C

Bei 2 Prozent Humus in Gehaltsklasse C

Bodenart Sand Lehm Ton
kg CaO/ha 600 1.300 1.600
Konverterkalk 42 1,2 to/ha 2,6 to/ha 3,2 to/ha

Auf der Basis von Bodenuntersuchungsergebnissen je nach Fruchtfolge jährlich auf einem Drittel oder einem Viertel der Acker- und Grünlandfläche Konverterkalk ausbringen. Achten Sie bei der Kalkung auf die Verwendung qualitativ hochwertiger Kalke. Die Qualität hat maßgeblichen Einfluss auf die Wirksamkeit und damit das gewünschte Ziel. Gesetzlich sind in Abhängigkeit der Kalk-Art bestimmte Mindestwerte vorgeschrieben und müssen entsprechend deklariert werden. Diese Mindestwerte sollten auf keinen Fall unterschritten werden!

Wichtige Kriterien sind neben den Gehalten an basisch wirksamer Substanz (z. B. Calcium), die Feinheit, die Reaktivität und der Neutralisationswert.

Weiterhin sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Ist der Kalk als Düngemitteltyp amtlich zugelassen?
  • Ist der Kalk technisch und pflanzenbaulich sinnvoll auszubringen?
  • Wird eine Gehaltsgarantie gegeben und eingehalten?

Typenbezeichnung Mindestgehalte Feinheit (Siebdurchgang) Reaktivität
Kohlensaurer Kalk 75 % CaCO3 97 % bei 3,15 mm
70 % bei 1 mm
min. 30 %
(ab 25 % MgCO3 mind.10 %)
Konverterkalk 40 % CaO abhängig von der Herstellung min. 30 %

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