Kalk in der Düngung

Die Bodenfruchtbarkeit sichern

Kalk auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auszubringen ist eine wesentliche Maßnahme zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Pflanzenbau. Optimal mit Kalk versorgte Böden sichern eine gute Bodenfruchtbarkeit und ein hohes Ertragspotenzial.

Kalk ist der Hauptnährstoff (Calcium) in der Pflanze und unentbehrlich für die Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Grundlage aller Düngemaßnahmen stellt eine regelmäßige Bodenanalyse dar. Bodenproben empfehlen sich alle drei bis vier Jahre im Laufe der Fruchtfolge. Nur wenn der pH-Wert eines Bodens optimal ist, sind die eingesetzten Dünge- und Pflanzenschutzmittel effizient. Die Verfügbarkeit der Pflanzennährstoffe hängt entscheidend vom pH-Wert des Bodens ab. Die Nährstoffausnutzung verbessert sich mit Erreichen des optimalen pH-Wertes.

Kalkversorgung des Bodens prüfen

Eine optimale Vorbereitung des Bodens für die Bewirtschaftung der Flächen sichert nicht nur eine gute Befahrbarkeit und hohe Infiltrationsleistung, sondern auch ein starkes Wasserhaltevermögen. Die eingesetzten Nährstoffe stehen den Pflanzen so bestmöglich zur Verfügung und die Bodenbiologie läuft auf vollen Touren. Allerdings sind diese Voraussetzungen, die insbesondere bei extremen Wetterlagen wie langanhaltender Trockenheit oder Regenperioden entscheidend sind, noch nicht auf allen Feldern geschaffen.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kalkung

Die Kalkung ist nicht nur für physikalische Zusammenhänge wie die Krümelfähigkeit des Bodens verantwortlich. Genauso bedeutend sind die Einflüsse auf die Bodenchemie und -biologie. Durch die Kalkversorgung ist der Landwirt in der Lage, die Speichermöglichkeit und damit die Ausnutzung der Nährstoffe zu steuern. Wenn weitere Einschränkungen hinsichtlich der Düngeverordnung greifen und ausbleibender Niederschlag die Wirksamkeit ausgebrachter Dünger beschränkt, ist es unabdingbar, die bestmöglichen Zustände im Boden zu schaffen.

Kalkung: pH-Messung auf einem Feld
Ein pH-Schnelltest gehört zur Grundausrüstung, um schnell Bodenproben zu analysieren.

Zur Grundausrüstung eines Betriebsleiters gehören neben einem Spaten auch ein pH-Schnelltest und etwas verdünnte Salzsäure zum Nachweis von freiem Calcium. Mit diesen Hilfsmitteln kann sich jeder Landwirt schnell und ohne aufwendige Probenahme ein Bild vom Zustand des Bodens machen. Liegen Anzeichen für einen falsch eingestellten pH-Wert oder eine unzureichende Calciumversorgung vor, muss eine Bodenanalyse weitere Antworten liefern.

Eine Steigerung des pH-Wertes bis zum Optimum von 6,2-6,5 führt zu einem Anwachsen der Kationenaustauschkapazität (KAK). Damit ist automatisch ein größeres Speichervermögen verbunden. Insgesamt werden weniger Nährstoffe ausgewaschen und den Pflanzen steht ein größeres Portfolio am Austauscher zur Verfügung. Der zweite maßgebliche Aspekt, der neben der Verbesserung der Umsetzung organischer Substanz auch das Nährstoffhaltevermögen verbessert, ist die Aktivierung des Bodenlebens. pH-Werte unter 5,5 lassen kein ausreichendes Bakterienwachstum zu. Dieses ist aber von immenser Wichtigkeit, um Umsetzungsprozesse zu erledigen, das Nachlieferungsvermögen sicherzustellen und als Antagonist gegenüber Schaderregern zu wirken. pH-Werte über 7 verringern besonders bei verdichteten Böden das Nachlieferungsvermögen von Calcium durch positive Bodenpilze. Für ein gesundes Bodenleben, und damit eine gesunde Kulturpflanze mit hoher Ertragssicherheit, ist eine gute Balance zwischen bakteriellem und pilzlichem Bodenleben entscheidend.

Die Durchführung einer Kalkung kann auf zwei Arten erfolgen: Gängige Praxis ist die Kalkung im Sommer auf die Stoppel oder zur Bodenbearbeitung. Eine Vorratskalkung für zwei bis vier Jahre ist üblich. Je leichter der Boden, desto höher ist das Risiko, mit hohen Ausbringungsmengen das Puffervermögen des Bodens überzustrapazieren. Die Folge sind zu hohe pH-Werte auf Teilflächen und festgelegte Nährstoffe.

Die präzisere Strategie ist eine jährliche Kopfkalkung in die Bestände. Dieses Verfahren bietet viele Vorteile. Dazu zählen ein vermindertes Risiko des Überkalkens durch geringere Aufwandmengen, eine hohe Schlagkraft durch große Arbeitsbreiten mit granulierten Kalken sowie das Aufspalten der Arbeitsspitzen in den Sommermonaten. Besonders die zuverlässige Versorgung der oberen zehn Zentimeter des Bodens garantiert dem durchwurzelten Bereich optimale Verhältnisse im Hinblick auf die Bodenphysik und -biologie. Landwirte sollten vor der Ernte ihre Kalkstrategie überdenken und somit die Basis für eine erfolgreiche Zukunft schaffen.


Expertentipp

Besonders auf sehr heterogenen Schlägen variieren die Bodengehalte zum Teil sehr stark. In solchen Fällen kann eine detaillierte Flächenbetrachtung Sinn machen. Gute Erfahrungen konnten hier mit teilflächenspezifischen Ansätzen erreicht werden, bei denen die Einzelschläge zunächst durch Auswertung von Fernerkundungsdaten in Ertragszonen eingeteilt werden. Die einzelnen Zonen können dann gezielt beprobt werden.

Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie unter www.netfarming.de

Neben der Funktion als Hauptnährstoff (Calcium) in der Pflanze ist Kalk unentbehrlich für die Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Hier erfüllt er drei wichtige Funktionen:

  • Steuerung des pH-Wertes
  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Aktivierung des Bodenlebens

Besonders der an die Bodenart angepasste pH-Wert stellt eine der bedeutendsten und häufig „stiefmütterlich“ behandelten Stellschrauben im Ackerbau dar.

Dieser Bodenverbesserung folgen drei Effekte:

  • Kalk wirkt der Bodenversauerung entgegen.
  • Kalk sorgt für eine bessere Ausnutzung der Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kali
  • Kalk baut die Bodenstruktur auf (opt. Wasser- und Gasaustausch, dichtere Durchwurzelung)

Kalkempfehlung Tabelle
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Ursachen für Kalkverluste

In jedem Jahr werden dem Boden 200-600 kg/ha CaO entzogen, abhängig von Bodenart, Witterung und Nutzungsintensität. Dieser Entzug entsteht durch:

  • bodenversauernde Düngemittel
  • kalkzehrende Gülle
  • Pflanzenentzug
  • saure Niederschläge
  • Auswaschung

Konverterkalke sind kieselsaure Kalke und fallen als Nebenprodukte der Roheisen- und Stahlerzeugung an. Kieselsaure Kalke sind langsam wirkende Kalkdünger und in ihrer Wirkung mit den kohlensauren Kalken vergleichbar. Sie sind auf allen Böden, zu allen Kulturen und zu jeder Zeit einsetzbar. Als Nebenbestandteile sind Kieselsäure, Phosphat und Spurenelemente zu nennen.

Positive Effekte der Kieselsäure:

  • Stabilisierung des Krümelgefüges
  • Freisetzung von Phosphat durch das Belegen von Austauschern
  • Gewebestabilisierung in der Pflanze und damit der Krankheitsabwehr (z. B. Mehltau) und Standfestigkeit

Konverterkalk 42 enthält folgende wertvolle Spurennährstoffe:

  • 30 mg/kg Eisen
  • 5 mg/kg Mangan
  • 15 mg/kg Kupfer
  • 8 mg/kg Molybdän
  • 60 mg/kg Bor
  • 12 mg/kg Kobalt
  • 23 mg/kg Zink.

Die Lagerung ist sowohl im Flachlager als auch im Freien am Feldrand problemlos möglich. Aufgrund des hohen spezifischen Gewichtes und der erdfeuchten Beschaffenheit ist das Streubild sehr gleichmäßig und staubfrei.

Empfehlung zur Erhaltungskalkung:

Erhaltungskalkung in kg/CaO für Ackerland bei 2 Prozent Humus in Gehaltsklasse C

Bei 2 Prozent Humus in Gehaltsklasse C

Bodenart Sand Lehm Ton
kg CaO/ha 600 1.300 1.600
Konverterkalk 42 1,2 to/ha 2,6 to/ha 3,2 to/ha

Auf der Basis von Bodenuntersuchungsergebnissen je nach Fruchtfolge jährlich auf einem Drittel oder einem Viertel der Acker- und Grünlandfläche Konverterkalk ausbringen. Achten Sie bei der Kalkung auf die Verwendung qualitativ hochwertiger Kalke. Die Qualität hat maßgeblichen Einfluss auf die Wirksamkeit und damit das gewünschte Ziel. Gesetzlich sind in Abhängigkeit der Kalk-Art bestimmte Mindestwerte vorgeschrieben und müssen entsprechend deklariert werden. Diese Mindestwerte sollten auf keinen Fall unterschritten werden!

Wichtige Kriterien sind neben den Gehalten an basisch wirksamer Substanz (z. B. Calcium), die Feinheit, die Reaktivität und der Neutralisationswert.

Weiterhin sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Ist der Kalk als Düngemitteltyp amtlich zugelassen?
  • Ist der Kalk technisch und pflanzenbaulich sinnvoll auszubringen?
  • Wird eine Gehaltsgarantie gegeben und eingehalten?

Typenbezeichnung Mindestgehalte Feinheit (Siebdurchgang) Reaktivität
Kohlensaurer Kalk 75 % CaCO3 97 % bei 3,15 mm
70 % bei 1 mm
min. 30 %
(ab 25 % MgCO3 mind.10 %)
Konverterkalk 40 % CaO abhängig von der Herstellung min. 30 %

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