Gut zu wissen

Kalk sorgt dafür, dass der Boden fruchtbar bleibt.

  • Er wirkt der Versauerung im Erdreich entgegen.
  • Er sorgt für eine bessere Ausnutzung der Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kali.
  • Er baut die Bodenstruktur auf (optimaler Wasser- und Gasaustausch, dichtere Durchwurzelung).

Den Boden mit Kalk gut vorbereiten

Bereiten Sie Ihre Äcker optimal für die anschließende Bewirtschaftung vor, indem Sie

gezielt Kalk ausbringen

Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Basis-Vorbereitung längst nicht auf allen Feldern gegeben ist. Dabei ist sie vor allem bei extremen Wetterlagen wie lang anhaltender TrockenheitDie Themen Hitze und Trockenheit werden im Rahmen des Klimawandels immer bedeutender. oder Regenperioden von entscheidender Bedeutung.


Infos zur Kalkung (PDF)
Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kalkung

Die Kalkung ist nicht nur für physikalische Zusammenhänge wie die Krümelfähigkeit des Bodens verantwortlich. Genauso wichtig ist sie für die Bodenchemie und -biologie. Durch die Kalkversorgung sind Sie als LandwirtLandwirt (auch Bauer genannt) ist der Beruf der Landwirtschaft. oder Landwirtin in der Lage, die Speicherfähigkeit zu steuern – davon abhängig ist, wie gut der Untergrund die Nährstoffe verwerten kann.

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Erhöhen Sie den pH-Wert auf das Optimum von 6,2–6,5 steigern Sie die Kationenaustauschkapazität (KAK) und damit die Speicherfähigkeit des Bodens. Insgesamt werden weniger Nährstoffe ausgewaschen und den PflanzenDie AGRAVIS ist Expertin in ihrem Geschäftsbereich Pflanzen. steht eine größere Auswahl an Austauschern wie Huminstoffen oder Tonmineralen zur Verfügung. Sie binden gelöste Substanzen unter Freisetzung anderer Stoffe.

Ein pH-Wert von 6,2–6,5 aktiviert außerdem die Bodenorganismen. Sie bauen organische Substanz ab – und das wiederum verbessert das Nährstoffhaltevermögen.

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Bei pH-Werten unter 5,5 reicht das Wachstum von Bakterien nicht aus. Die oben genannten Prozesse kommen nicht in Gang. Außerdem halten Bodenorganismen Schaderreger in Schach. Dieser Prozess kommt jedoch bei niedrigen pH-Werten ins Stocken.

Liegt der pH-Wert über 7 verringert sich insbesondere bei verdichteten Böden die Calciumnachlieferung durch nützliche Bodenpilze.

Für ein gesundes Bodenleben ist ein gutes Gleichgewicht zwischen bakteriellen und pilzlichen Organismen entscheidend. Das ist die Voraussetzung für gesunde Kulturpflanzen mit hoher Ertragssicherheit.

Kalken können Sie auf zwei unterschiedliche Arten: Die gängige Praxis ist die Kalkung im Sommer auf die Stoppeln oder parallel zur Bodenbearbeitung. Dabei wird üblicherweise für einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren auf Vorrat gekalkt. Bei leichteren Böden besteht jedoch ein höheres Risiko, das Puffervermögen des Ackers zu überstrapazieren, wenn hohe Mengen ausgebracht werden. Dies kann zu zu hohen pH-Werten auf Teilflächen und festgelegten Nährstoffen führen.

Relativ präzise düngen Sie mit einer jährlichen Kopfkalkung in die Bestände. Diese Methode bietet viele Vorteile. Dazu gehören ein geringeres Risiko der Überkalkung durch geringere Aufwandmengen, eine hohe Effizienz durch große Arbeitsbreiten mit granulierten Kalken und die Verteilung der Arbeitsspitzen über die Sommermonate. Weil Sie die oberen zehn Zentimeter des Bodens zuverlässig versorgen, schaffen Sie dadurch optimale Bedingungen für die Bodenphysik und -biologie im durchwurzelten Bereich.

Zu Ihrer Grundausrüstung gehören neben einem Spaten auch ein pH-Schnelltest und etwas verdünnte Salzsäure zum Nachweis von freiem Calcium. Mit diesen Hilfsmitteln machen Sie sich schnell und ohne aufwendige Probenahme ein Bild vom Zustand Ihrer Ackerkrume. Stellen Sie einen falsch eingestellten pH-Wert oder eine unzureichende Calciumversorgung fest, veranlassen Sie eine Bodenanalyse.

Arne Klages im Interview zur Kalkung

Expertentipp

Besonders auf heterogenen Schlägen variieren die Bodengehalte zum Teil sehr stark. In solchen Fällen ist eine detaillierte Flächenbetrachtung sinnvoll. Gute Erfahrungen haben wir mit teilflächenspezifischen Ansätzen gemacht. Hier werden die Einzelschläge von Fernerkundungsdaten ausgewertet und in Ertragszonen eingeteilt. Die einzelnen Zonen können dann gezielt beprobt werden.


Jährlich werden dem Boden 200–600 kg/ha Calciumoxid (CaO) entzogen – wie viel es genau ist, ist abhängig von Bodenart, Witterung und Nutzungsintensität. Diese Verluste entstehen durch:





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Kieselsaure Kalke, auch Konverterkalke genannt, sind Nebenprodukte der Roheisen- und Stahlerzeugung. Kieselsaure Kalke wirken als Kalkdünger langsam und ähnlich wie kohlensaure Kalke. Sie sind auf allen Böden, zu allen Kulturen und zu jeder Zeit einsetzbar. Nebenbestandteile sind Kieselsäure, Phosphat und Spurenelemente.

Positive Effekte der kieselsauren Kalke:

  • Sie stabilisieren das Krümelgefüge,
  • setzen Phosphat durch das Belegen von Austauschern frei und
  • stabilisieren das Pflanzengewebe, was positiv für die Abwehr von Krankheitserregern ist und die Pflanze standfester macht.

Konverterkalk 42 (erhältlich bei Ihrer GenossenschaftEine Genossenschaft (oder Kooperative) ist ein Zusammenschluss oder Verband von Personen.) enthält folgende wertvolle Spurennährstoffe:

  • 30 mg/kg Eisen
  • 5 mg/kg Mangan
  • 15 mg/kg Kupfer
  • 8 mg/kg Molybdän
  • 60 mg/kg Bor
  • 12 mg/kg Kobalt
  • 23 mg/kg Zink

Lagern können Sie Konverterkalk 42 sowohl im Flachlager als auch im Freien am Feldrand. Aufgrund des hohen spezifischen Gewichtes und der feuchten Beschaffenheit ist das Streubild gleichmäßig und staubfrei.

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Bei 2 Prozent Humus in Gehaltsklasse C



Aufgrund unserer Erfahrungen mit Bodenuntersuchungen empfehlen wir Ihnen je nach Fruchtfolge jährlich auf einem Drittel oder einem Viertel Ihrer Acker- und Grünlandfläche Konverterkalk auszubringen. Achten Sie bei der Kalkung auf die Verwendung qualitativ hochwertiger Kalke. Nur dann erzielen Sie eine gute Wirkung. Gesetzlich sind in Abhängigkeit der Kalk-Art bestimmte Mindestwerte vorgeschrieben und müssen entsprechend deklariert werden. Unterschreiten Sie diese Mindestwerte auf keinen Fall.

Wichtige Kriterien sind neben den Gehalten an basisch wirksamer Substanz (zum Beispiel Calcium), die Feinheit, die Reaktivität und der Neutralisationswert.

Achten Sie bei der Wahl der Kalk-Art auch auf Folgendes:

  • Ist der Kalk als Düngemitteltyp amtlich zugelassen?
  • Lässt sich der Kalk technisch und pflanzenbaulich sinnvoll ausbringen?
  • Wird eine Gehaltsgarantie gegeben und eingehalten?



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Kontakt

Dr. Thomas Steinmann

Ansprechpartner für Düngung