Nährstoffmanagement mit Delos

Online-Tool sichert saubere Dokumentation

Landwirt Björn Schulte-Kellinghaus wirft einen prüfenden Blick auf sein Tablet und nickt zufrieden. Die neue Futterlieferung kann er über die App-Funktion der Software Delos bequem vom Stall aus einsehen. Weitere Vorgänge wie Gülleabholung und Mineraldüngereinkauf werden ebenfalls erfasst.

„Mit Delos habe ich in Echtzeit einen Überblick über alle Nährstoffbewegungen auf meinem Hof“, sagt der Schweinehalter, der den Betrieb 2002 von seinem Vater mit 120 Sauen übernommen und ausgebaut hat. Heute hat Schulte-Kellinghaus auf seinem Hof in Dorsten Platz für 480 Sauen, wobei er auf die Eigenremontierung der Jungsauen setzt. Dazu kommen rund 1.100 Mastschweine und 2.600 Ferkel, die er selbst aufzieht.

Neue Herausforderungen durch Düngeverordnung

Wie wichtig ein gutes Nährstoffmanagement ist, weiß Jost Weber von der Odas IT GmbH, der den Betrieb bereits seit zwei Jahren betreut: „Mit Blick auf eine erneute Verschärfung der Düngeverordnung müssen die Landwirte sich neuen Herausforderungen stellen. Beispielsweise soll die Düngung, unter Berücksichtigung des Nährstoffbedarfs der Kultur sowie des Stickstoffbedarfs des Bodens, nicht nur weiter eingeschränkt, sondern auch schlagspezifisch nachgewiesen werden.“ Dabei leistet Delos wertvolle Hilfe.

Mit einem Tipp auf den Bildschirm gelangt Schulte-Kellinghaus zu dem Modul Ackerschlagkartei, das ihm nicht nur auf einen Blick alle Schläge anzeigt, sondern auch sofort wissen lässt, auf welcher Fläche welche Kultur angebaut ist und welche Arbeiten durchgeführt wurden. „Alle Tätigkeiten auf der landwirtschaftlichen Fläche werden eingepflegt, sodass jeder sehen kann, wie viel Dünger schon ausgebracht ist und wie viel noch gedüngt werden darf. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Erstellung der Düngebedarfsermittlung“, zeigt Schulte-Kellinghaus den Nutzen der Software auf.

„Mit Delos haben wir ein Online-Tool entwickelt, das alle betrieblichen Warenströme, die für N- und P-Emissionen relevant sind, dokumentiert und in einer einzelnen Software, auch für mehrere Unterbetriebe gleichzeitig, abbildet. Durch diverse Auswertungsmöglichkeiten kann der Betrieb seinen Nährstoffausstoß reduzieren und optimieren. Auch die Erstellung der Nährstoff- und Stoffstrombilanz wird erheblich erleichtert, da nährstoffrelevante Lieferscheine durch Schnittstellen zu den Agrarzentren und Genossenschaften größtenteils automatisch hinterlegt werden“, erläutert Weber.

Auf Basis all dieser Daten können Jost Weber und Christoph Beiring, Futterberater Schwein bei der AGRAVIS Mischfutter Westfalen GmbH, Empfehlungen in den einzelnen Produktionsbereichen geben und mit dem Landwirt Konzepte entwickeln, um den Gesamtnährstoffanfall zu minimieren. „Die Anpassung der Fütterungsstrategie im Rahmen unseres Konzepts ‚Zukunft Füttern‘ leistet dabei einen wesentlichen Beitrag“, betont Beiring.

Einsparpotenziale

Wie viel Einsparpotenzial bei gleicher Leistung in der Fütterung des Betriebs Schulte-Kellinghaus möglich ist, hat Christoph Beiring gemeinsam mit Jost Weber untersucht. „Für alle drei Produktionsbereiche – Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Mast – haben wir für die aktuell eingesetzten Futtermittel die anfallende Nährstoffmenge von Phosphor und Stickstoff berechnet und im Vergleich dazu eine Empfehlung von Futtermitteln für eine stark N- und P-reduzierte Fütterung im Rahmen von ‚Zukunft Füttern‘ ausgesprochen“, erklärt Beiring. „Die Differenz ist die effektiv einzusparende Menge an Nährstoffen. Für den Betriebszweig Mast können wir so zum Beispiel effektiv acht Hektar Fläche einsparen.“

Die Dokumentation der Anpassungen im Futterkonzept wird über Delos dargestellt und in den Live-Berechnungen des Systems direkt in die Bilanz übertragen. Für Landwirt Björn Schulte-Kellinghaus ist die Gefahr einer nötigen Abstockung von Tierbeständen beziehungsweise deutlich höherer Kosten für die Gülleabgabe kein Thema mehr.

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