FAQ Grünlandpflege

Wichtige Fragen und Antworten zur Dauergrünland-Bewirtschaftung nach der Düngeverordnung

Das Dauergrünland ist die wichtigste Bewirtschaftungsform zur Erzeugung von Grundfutter für die Milchproduktion und aller Zweige der Rindviehhaltung. Doch gerade auf diesen Betriebszweig wirkt sich die neue Düngeverordnung massiv aus. Wie Sie dennoch Ihre Grünlandbewirtschaftung voranbringen können, erfahren Sie hier.

Früher wurde die Nährstoffversorgung am Bedarf orientiert, jedoch war eine exakte Berechnung und Dokumentation der geplanten Stickstoffmenge nicht erforderlich. In der neuen Düngeverordnung ist festgelegt, dass die Ermittlung des Düngebedarfs nach Schlag oder Bewirtschaftungseinheit auf Grundlage des Ertrags erfolgt. Der Düngebedarf errechnet sich aus den Erträgen abzüglich unterschiedlicher Standortfaktoren und ist eine bindende Obergrenze. Die Stickstoffdüngung sollte vor der Saison genau geplant und dokumentiert werden. Ausgangspunkt ist der Trockenmasseertrag und der Rohproteingehalt. Dadurch rücken Erträge sowie der effiziente Einsatz der Nährstoffe verschärft in den Vordergrund.

Bei einer Nutzung zum Beispiel mit vier Schnitten, einem Ertragsniveau von 90 dt Trockenmasse/Hektar und einem zu erzielenden Rohproteingehalt von 17 Prozent in der Trockenmasse ergibt sich ein Stickstoffbedarfswert von 245 Kilogramm/Hektar. Ausgehend von diesem Bedarfswert werden Korrekturen für abweichende Erträge/Qualitäten, der Stickstoff-Nachlieferung aus organischer Düngung im Vorjahr, der Stickstoff-Nachlieferung aus dem Boden und einer Stickstoffbereitstellung durch Leguminosen vorgenommen. Nach den Abzügen ergibt sich der korrigierte Düngebedarf der Fläche. Dramatische Ausmaße nimmt die Düngeverordnung bei der Bewirtschaftung von Moorflächen an. Auf Niedermoorflächen wird im Zuge der Düngebedarfsermittlung eine Korrektur von minus 80 Kilogramm Stickstoff pro Hektar allein aufgrund der Nachlieferung aus dem Bodenvorrat vorgenommen. Hinzu kommen weitere Abzüge für die organische Düngung im Vorjahr. Die Bewirtschaftung dieser Flächen wird also massiv eingeschränkt.

Landwirte müssen an verschiedenen Stellschrauben drehen. Die Nährstoffeffizienz ist einer der wichtigsten Faktoren. Diese wird unter anderem über eine optimierte Ausbringungstechnik, angemessene Ausbringungsbedingungen (Witterung, Zeitpunkt u. a.) und die Optimierung des Bodens, beispielsweise den richtigen pH-Wert, gesichert.

Eine weitere Stellschraube ist die Bestandszusammensetzung. Um bei einer limitierten Düngung einen Ertragsverlust zu vermeiden, sollten Landwirte eine hochwertige Saatmischung verwenden und auf eine leistungsstarke Grasnarbe setzen. Plantinum Ei-Weiß etwa ist eine Kleegras-Mischung mit einer breiten Standorteignung. Die Mischung besteht aus mittleren und spätblühenden Weidelgräsern, die ein zügiges Nachwuchsverhalten sichern. Der enthaltene Weißklee sorgt für eine erhöhte Ernteflexibilität, denn er verholzt nicht so schnell wie Gras und weist einen hohen Blattanteil auf. Der züchterische Fortschritt ermöglicht einen hochwachsenden Weißklee mit hoher Konkurrenzkraft gegenüber den wüchsigen Gräsern. Neue Genetiken zeichnen eine hohe Ausdauer aus, die durch ein gutes Verzweigungspotenzial eine Etablierung in intensiv geführten Beständen ermöglicht. Hinzu kommen die positiven Eigenschaften für den Futterwert und die Pflanzenernährung.

Der Weißklee bindet Luftstickstoff. Pro Prozent Ertragsanteil Klee können leicht drei bis vier Kilogramm Luftstickstoff mittels Knöllchenbakterien fixiert und den Bestandspartnern, vor allem den Weidelgräsern, zugeführt werden. Mit dieser heimischen Eiweißpflanze kann bei der Mineraldüngergabe Stickstoff eingespart werden. Das ist ein wichtiger Pluspunkt im Hinblick auf die neue Düngeverordnung und die damit verbundene limitierte Ausbringung von mineralischem oder organischem Stickstoff. Auch bei intensiver Düngung kann ein Klee-Gras bis zu 24 Prozent Mehrertrag gegenüber Gras-Reinsaaten erzielen. Weißklee bewirkt bei starker Stickstoffreduzierung nur einen geringen Ertragsrückgang und stabilisiert die Erträge.

Die Gräserarten und -anteile haben einen hohen Futterwert bei guter Schmackhaftigkeit. Durch den Weißklee-Anteil erhöht sich der Rohproteingehalt in der Grundfuttermischung um bis zu vier Prozent, so dass sich die Proteinversorgung der Kühe und die Grundfutterqualität verbessern. Außerdem steigert sich der Energiegehalt der Grassilage durch den Weißklee um bis zu drei Prozent. Bei verbesserter Grundfutterqualität steigt folglich die Trockenmasseaufnahme der Kuh an, die Grundfutterleistung nimmt zu. Das qualitativ hochwertige Grundfutter reduziert gleichzeitig den Mineralfutterbedarf. Dies ist ein wichtiger Vorteil bei der Umsetzung der neuen Düngeverordnung. Denn in der Stoffstrombilanz müssen zugekaufte Nährstoffe berücksichtigt werden.

Expertentipp

Plantinum Ei-Weiß besteht aus widerstandsfähigen und ausdauernden Sorten. Die Zusammensetzung aus mittleren und spätblühenden Weidelgräsern sichert ein zügiges Nachwuchsverhalten. Der Bestand sollte intensiv genutzt werden, damit die Hochleistungsgräser den Klee nicht überwachsen. Eine kontinuierliche Nachsaat ist wichtig, um den Bestand leistungsstark zu halten, auch wenn der Weißklee vorrangig mithilfe der Kriechtriebe Lücken erschließt.

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