Zwischenfruchtversuche

Testberichte und Erkenntnisse

AGRAVIS Future Farm: Zwischenfrucht-Umbruchsversuch

Zwischenfrucht-Umbruchsversuch: Was tun, wenn Glyphosat wegfällt?
(März 2021)

Welche Alternativen haben die Landwirt:innen, wenn 2023/24 Glyphosat verboten wird? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Versuches, der im März 2021 auf der AGRAVIS Future Farm durchgeführt wird. Denn wenn das Verbot in Kraft tritt, wollen die AGRAVIS Pflanzenbau-Vertriebsberatung und die AGRAVIS Techniken den Landwirt:innen bereits mögliche Lösungen vorstellen können. Dafür muss getestet werden – so wie jetzt beim Zwischenfrucht-Umbruchversuch auf dem Kartoffelacker in Suderburg. Die Geräte wurden unter drei verschiedenen Bedingungen eingesetzt: einmal direkt in den stehenden Zwischenfruchtbestand, einmal wurde mit einer Messerwalze vorgearbeitet und einmal mit dem Mulcher.

Eine Spritzbreite (24 Meter) wurde mit Glyphosat behandelt. „Daran mussten sich die Geräte dann messen lassen“, erklärt Jan Lossie vom Team AGRAVIS Future Farm. Das Ergebnis zeigt den Experten, wie wichtig solche Versuche in der Praxis sind: „Wir hatten einen massiven Getreideausfall in der Zwischenfrucht. Man kann sagen: Das Getreide war tot, die Zwischenfrüchte waren weiter gewachsen. „Das Zeug war wie Stroh und hat die Geräte an Ihre Einsatzgrenzen gebracht.“ Jan Lossie betont: „Das sind durchaus die Herausforderungen, vor denen die Landwirte auch auf ihren Betrieben stehen. Wir wissen jetzt, wo wir ansetzen und was wir verändern müssen.“

Die einzelnen Geräte zeigten im Test ebenfalls ihre Stärken und Schwächen. Dabei wurden die Systemunterschiede deutlich.

Bis der Acker saatfertig für die Kartoffelaussaat ist, wird Jan Lossie wöchentlich auf die AGRAVIS Future Farm fahren und das Auflaufverhalten beobachten und dokumentieren.

Erkenntnisse fließen in Schulungen

Das große Thema Zwischenfrüchte und die Erkenntnisse aus den Aussaatversuchen im Jahr 2020 und dem Umbruch im März 2021 wird in eine Schulung fließen, die auf der AGRAVIS Future Farm laufen wird, sobald die Corona-Situation es zulässt. Bei beiden Zwischenfruchtversuchen standen zukünftige Anforderungen an die Landwirt:innen im Fokus: bei den Direktaussaatversuchen das sich verändernde Klima und beim Umbruch die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Pflanzenbau. „Die Erfahrungen, die wir jetzt machen – gute wie weniger gute – können wir dann bewerten und an die Landwirt:innen weitergeben. Sie können unsere Erkenntnisse nutzen und ersparen sich böse Überraschungen auf dem Feld, wenn zum Beispiel Glyphosat verboten ist“, sagt Jan Lossie.

Diese Maschinenkombinationen wurden eingesetzt:

  • Lemken Koralin mit Valtra T234
  • Köckerling Allrounder mit Fendt 936 Vario
  • Güttler Supermax Bio mit Fendt 716
  • Väderstadt Cross Cutter Disc mit Claas Axion 870
  • Horsch Finer mit New Holland T7270

Video: Zwischenfrucht-Umbruchsversuche


Zwischenfruchtversuche im Vegetationsverlauf

Sonne, Regen, Wachstum im Zeitraffer: So war der Vegetationsverlauf der Zwischenfruchtversuche auf der AGRAVIS Future Farm, hier der Versuch Direktsaat mit Amazone Primera.


Kabinenansicht Horsch Avatar

Zwischenfrucht: Versuche mit Techniken und Sorten

Eine Hauptrolle auf der AGRAVIS Future Farm haben in diesem Jahr die Zwischenfrüchte bekommen: Betriebsleiter Dr. Lutz Beplate-Haarstrich und das Projektteam der AGRAVIS Technik legten einen umfangreichen Versuch zur Zwischenfrucht-Aussaat an. Dabei wurden auf einem Feld von 19 Hektar sowohl verschiedene Aussaattechniken (Direktsaat, Mulchsaat, Pflugsaat) als auch verschiedene Sorten angewendet und ihre Auswirkungen auf das Wachstum untersucht. Die Vorfrucht war Sommergerste, das Stroh wurde abgefahren, aber für die Versuchsparzellen teilweise auch gehäckselt.

Vergleich Direktmaschinen

Bei den Direktmaschinen verglich das Projektteam Scheibentechnik (Horsch Avatar, Sly Boss) und Zinkentechnik (Amazone Primera). „Unsere Idee bei der Direktsaat war, direkt nach dem Mähdrescher zu drillen und so die Restfeuchtigkeit im Boden zu nutzen und zu konservieren. Damit wollten wir die Bodenbewegung minimieren, um Ausfallgetreide nicht zum Keimen zu bringen“, erläutert Jan Lossie vom AGRAVIS-Team Future Farm.

Aussaat

Am 2. August wurde gedrillt. Bis zum 22. August gab es keinen Regen, dennoch beobachteten die Experten einen guten Feldaufgang. Die betriebsübliche Variante, Mulchsaat bestehend aus den Arbeitsgängen einmal Kurzscheibenegge, einmal Grubber und dann Drillmaschine, wurde erst am 23. August gedrillt, nachdem es geregnet hatte. Aufgrund der Trockenheit hätte es vorher keinen Sinn gemacht. „Wir beobachten das Klima und die Bodenfeuchte in den Versuchsparzellen“, erklärt Jan Lossie.

Versuch: Bio-Strip Till

Auf der AGRAVIS Future Farm wurde auch ein Versuch zum Thema Bio-Strip Till angelegt. Die Idee dahinter: Alle 75 Zentimeter wird eine tiefwurzelnde Zwischenfrucht, zum Beispiel Leguminosen oder Ölrettich, gedrillt, die den Boden auf natürliche Weise lockern soll. In den Zwischenraum kommen flachwurzelnde Komponenten (Phacelia, Rauhafer). Im nächsten Frühjahr soll dann der Mais direkt auf die natürlich gelockerten Streifen gedrillt werden.

Zwischenfazit

Bis jetzt (Stand Ende August) wurde die Zwischenfrucht noch nicht gedüngt: „Wir werden dazu noch einen Versuch mit einer N-Kopfdüngung anlegen“, so Lossie. Sein Zwischenfazit: Grundsätzlich sind alle Varianten befriedigend aufgelaufen, Unterschiede zwischen den Techniken werden aber bereits sichtbar.

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