AGRAVIS Future Farm

Verknüpfung von Smart-Farming-Techniken

Auf der Future Farm testet die AGRAVIS Smart-Farming-Techniken.

Aktuelles von der AGRAVIS Future Farm

Fendt Vario 724 ausgestattet mit Fendt One Fahrerarbeitsplatz
Datenübertragung in Echtzeit im Fendt Vario 724 ausgestattet mit Fendt One Fahrerarbeitsplatz.
Fendt Vario 724 und Koralin-Grubber von Lemken im Einsatz

(01.09.2020) Die neueste Technik auf der AGRAVIS Future Farm: Die AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH brachte jetzt einen Fendt Vario 724 und einen Lemken Koralin-Grubber auf den Betrieb nach Suderburg. Dabei passt der Fendt mit seinem neuen Fendt One Fahrerarbeitsplatz perfekt ins Konzept der vernetzten Farm: „Er ist ein neuer Maßstab in der Datenzusammenarbeit zwischen Büro und Feld“, freut sich Meiko Witte, Projektleiter AGRAVIS Future Farm. Natürlich wurde das Gespann direkt einem Praxistest im Stoppelsturz unterzogen. Betriebsleiter Dr. Lutz Beplate-Haarstrich und Meiko Witte von der AGRAVIS schauten bei den ersten Runden genau hin.

Mit dem Fendt One kann Beplate-Haarstrich nun zum Beispiel im Büro oder von unterwegs Aufträge anlegen und an das Terminal im Traktor senden. Die Übertragung der Daten erfolgt kabellos und in Echtzeit, die Maschine ist immer mit dem PC oder Tablet verbunden. Die Daten werden kontinuierlich synchronisiert. Praktisch für die tägliche Arbeit: Die Bedienoptik ist auf dem Laptop und in der Fahrerkabine identisch.

Der Hybrid-Grubber Koralin von Lemken zeichnet sich durch eine flache Bodenbearbeitung und die Kombination von Scheiben und Zinken aus und kann eine mögliche Antwort auf den Wegfall von Totalherbiziden wie Glyphosat sein. Denn mit ihm ist eine schneidende flache Bearbeitung zum Stoppelsturz und zu den folgenden Arbeitsgängen in der Bekämpfung von Auflaufgetreide und Beikräutern möglich. Dank der neuartigen Werkzeugkombination aus Scheiben und einem Zinkenfeld mit Gänsefußscharen bekämpft der Grubber das Unkraut zuverlässig auch in hohen Beständen oder bei nicht abgefahrenem Stroh.

Beide Maschinen werden nun auf der AGRAVIS Future Farm eingesetzt und die Arbeitsweise und die Erfahrungen dokumentiert und ausgewertet. Dabei stehen, wie bei allen Versuchen und Arbeiten auf der Future Farm, die Praxistauglichkeit und die Vernetzung im Vordergrund.

Schulungen ab Winter 2020

Das ist das Besondere beim Konzept der AGRAVIS Future Farm: Hier forschen die Mitarbeiter nicht „im Elfenbeinturm“. Ziel ist es, der Branche die Ergebnisse zugänglich zu machen und die Landwirte davon profitieren zu lassen. Zu diesem Praxistransfer gehören Schulungen. Sie sollen im Winter 2020 auf der AGRAVIS Future Farm in Suderburg beginnen. In dem alten Gutshaus auf der Future Farm befanden sich 1853 die ersten Unterrichtsräume der Wiesenbauschule – heute Ostfalia Hochschule.

Bereichsübergreifende Basis-Schulungen

Zu Beginn des Schulungsbetriebs sollen Basis-Schulungen stehen. Sie drehen sich rund um die teilflächenspezifische Bewirtschaftung und die Frage, wie man seinen Betrieb fit macht für Smart Farming. Die große Stärke des Konzepts ist der bereichsübergreifende Ansatz: Der Pflanzenbau verdeutlicht die Vorteile der teilflächenspezifischen Aussaat, NetFarming stellt die Technologie vor und die Landtechniker die Umsetzung.

Weitere Versuche auf der AGRAVIS Future Farm

Zwischenfruchtversuche auf Feld

Eine Hauptrolle auf der AGRAVIS Future Farm haben in diesem Jahr die Zwischenfrüchte bekommen: Betriebsleiter Dr. Lutz Beplate-Haarstrich und das Projektteam der AGRAVIS Technik legten einen umfangreichen Versuch zur Zwischenfrucht-Aussaat an. Dabei wurden auf einem Feld von 19 Hektar sowohl verschiedene Aussaattechniken (Direktsaat, Mulchsaat, Pflugsaat) als auch verschiedene Sorten angewendet und ihre Auswirkungen auf das Wachstum untersucht. Die Vorfrucht war Sommergerste, das Stroh wurde abgefahren, aber für die Versuchsparzellen teilweise auch gehäckselt.

Vergleich Direktmaschinen

Bei den Direktmaschinen verglich das Projektteam Scheibentechnik (Horsch Avatar, Sly Boss) und Zinkentechnik (Amazone Primera). „Unsere Idee bei der Direktsaat war, direkt nach dem Mähdrescher zu drillen und so die Restfeuchtigkeit im Boden zu nutzen und zu konservieren. Damit wollten wir die Bodenbewegung minimieren, um Ausfallgetreide nicht zum Keimen zu bringen“, erläutert Jan Lossie vom AGRAVIS-Team Future Farm.

Aussaat

Am 2. August wurde gedrillt. Bis zum 22. August gab es keinen Regen, dennoch beobachteten die Experten einen guten Feldaufgang. Die betriebsübliche Variante, Mulchsaat bestehend aus den Arbeitsgängen einmal Kurzscheibenegge, einmal Grubber und dann Drillmaschine, wurde erst am 23. August gedrillt, nachdem es geregnet hatte. Aufgrund der Trockenheit hätte es vorher keinen Sinn gemacht. „Wir beobachten das Klima und die Bodenfeuchte in den Versuchsparzellen“, erklärt Jan Lossie.

Versuch: Bio-Strip Till

Auf der AGRAVIS Future Farm wurde auch ein Versuch zum Thema Bio-Strip Till angelegt. Die Idee dahinter: Alle 75 Zentimeter wird eine tiefwurzelnde Zwischenfrucht, zum Beispiel Leguminosen oder Ölrettich, gedrillt, die den Boden auf natürliche Weise lockern soll. In den Zwischenraum kommen flachwurzelnde Komponenten (Phacelia, Rauhafer). Im nächsten Frühjahr soll dann der Mais direkt auf die natürlich gelockerten Streifen gedrillt werden.

Zwischenfazit

Bis jetzt (Stand Ende August) wurde die Zwischenfrucht noch nicht gedüngt: „Wir werden dazu noch einen Versuch mit einer N-Kopfdüngung anlegen“, so Lossie. Sein Zwischenfazit: Grundsätzlich sind alle Varianten befriedigend aufgelaufen, Unterschiede zwischen den Techniken werden aber bereits sichtbar.

Beregnung Mais auf der AGRAVIS Future Farm
Die Beregnung des Mais´ erfolgt gleichmäßig über alle Varianten.

Auf der AGRAVIS Future Farm nehmen Betriebsleiter, Mitarbeiter und die Spezialisten der AGRAVIS zunehmend den Mais in den Blick. Das Versuchsfeld in Suderburg wurde mit Precision Planting-Technik gedrillt, und zwar mit unterschiedlichen Maschineneinstellungen. „Der Fokus liegt auf Versuchen zu unterschiedlichen Düngestrategien, insbesondere verschiedenen Flüssigdüngern, die direkt in die Saatrille appliziert wurden“, erklärt Jan Lossie vom Projektteam und fügt hinzu: „Es sind durchaus Unterschiede messbar.“

Ernte auf der AGRAVIS Future Farm

Geschafft: Die „Ernteschlacht“ ist vorbei, die Sommergerste ist vom Feld. Auf 51 Hektar hatten Betriebsleiter Dr. Lutz Beplate-Haarstrich und sein Mitarbeiter mit Unterstützung der AGRAVIS Technik und der Pflanzenbauberatung im Frühjahr zwei Gaben Stickstoff teilflächenspezifisch ausgebracht. Dabei wurde der Stickstoff jeweils nach aktueller Biomasseaufnahme über Sentinel-2 Satellit umverteilt. Teilflächenspezifisch lief dann auch die Ausbringung von Wachstumsreglern.

Die Ertragskartierung wurde über die App von Climate FieldView auf dem Tablet auf der Maschine visualisiert. Das Tablet ist per Bluetooth-Adapter mit dem CAN-Bus des Mähdreschers verbunden, wo die Ertragsdaten anliegen.

Der Durchschnittsertrag liegt bei guten 77 Dezitonnen, das Hektolitergewicht bei 67 Kilogramm. Der Rohproteingehalt von 10 Prozent ist, auch aufgrund der Umverteilung des N-Düngers, über die Flächen gesehen sehr homogen verteilt.

„Über den Climate FieldView Serverzugang können wir später die Ertragskartierungsdaten auswerten und mit weiteren Daten wie Biomasseaufnahmen vergleichen und verschneiden“, erklärt Jan Lossie von der AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH.

Teamwork auf der Future Farm

Ob in den Ställen oder auf den Feldern - die Digitalisierung in der Landwirtschaft schreitet fort. Deshalb entwickelt die AGRAVIS in Suderburg/Landkreis Uelzen gemeinsam mit Landwirt Dr. Lutz Beplate-Haarstrich neue Methoden und testet das Zusammenspiel von Precision-Farming-Technik. Die Erprobungen sollen dabei helfen, die Arbeit der Landwirte künftig zu erleichtern.

Videos von der Future Farm

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