AGRAVIS Future Farm

Verknüpfung von Smart Farming-Techniken

Eine App für den Pflanzenbau, ein Portal für das Betriebsmanagement und auf dem Schlepper das Terminal für die Maisaussaat: Auf der AGRAVIS Future Farm werden die gängigen Smart-Farming-Techniken der AGRAVIS Raiffeisen AG getestet.

AGRAVIS Future Farm

Ob in den Ställen oder auf den Feldern - Digitalisierung ist in der Landwirtschaft schon längst gängige Praxis. Um ein optimales Zusammenspiel der gängigen Smart-Farming-Techniken zu testen, hat die AGRAVIS die AGRAVIS Future Farm ins Leben gerufen. In Suderburg/Landkreis Uelzen arbeitet sie gemeinsam mit Landwirt Dr. Lutz Beplate-Haarstrich an der Entwicklung praxisnaher Konzepte, die dem Landwirt die Verknüpfung der vielen digitalen Möglichkeiten erleichtert bzw. abnimmt.

Einmal durchs Jahr: Herausforderungen und Erkenntnisse

Wie kann das Zusammenspiel der vielen digitalen „Helfer“ auf dem Feld und im Stall optimal gelingen? Welche Hürden und Herausforderungen gibt es beim Zusammenführen der verschiedenen Systeme? Wo muss angepackt werden, was ist hilfreich und zielführend für die tägliche Arbeit und den wirtschaftlichen Erfolg, was nicht? Auf diese Fragen suchen die Projektbeteiligten der AGRAVIS Future Farm praktische Antworten – mit Hilfe des Landwirtes, der die digitalen Angebote von der Aussaat bis zur Ernte der verschiedenen Kulturen durchtestet. Ein Ablaufprotokoll sowie erste Einschätzungen des Landwirts.

  • Erstellung der Managementzonenkarten für alle Flächen über die AGRAVIS NetFarming GmbH
  • Anpassung der Getreidedrillmaschine für die teilflächenspezifische Aussaat
  • Herausforderung: kein Isobus, daher Schnittstellenproblematik
  • Aussaat Wintergetreide (Roggen, Gerste) teilflächenspezifisch nach AGRAVIS NetFarming-Karten. Ziel: gleichmäßige Bestände und Qualitäten

  • Aussaat Sommergerste teilflächenspezifisch nach AGRAVIS NetFarming-Karten. Ziel: gleichmäßige Bestände und Qualitäten
  • Aussaatversuche Zuckerrüben mit PrecisionPlanting-Drillmaschine von der Swiss Future Farm (Agco). 18 Varianten nach internationalem Agco Crop Tour-Protokoll in Streifenversuchen, Varianz Schaardruck, Saatstärke, Geschwindigkeit. Unter anderem Aussaat mit 15km/h
  • Aussaatversuche Mais mit AGRAVIS PrecisionPlanting Drillmaschine. 18 Varianten nach internationalem Agco Crop Tour-Protokoll in Streifenversuchen, Varianz Schaardruck, Saatstärke, Geschwindigkeit. sowie Teile der Fläche nach AGRAVIS NetFarming Maisaussaatplanung
  • Pflanzen von 30 Hektar Kartoffeln nach AGRAVIS NetFarming-Karten. Ziel: gleichmäßige Kalibrierung der geernteten Kartoffeln

  • Zur zweiten Stickstoffgabe im Getreide Erstellung von aktuellen Biomassekarten der Getreidebestände über AGRAVIS NetFarming
  • Stickstoffdüngung und Wachstumsregler nach diesen Karten
  • Installation Bestandssensor mit Mikroklimamessung in den Kartoffeln: Krankheitsdruck-Warnung und Spritzplaner per App
  • in Teilen der Bestände manuelle Bonituren zur späteren Auswertung

  • Alle Flächen wurden mit dem betriebseigenen Fendt 8380 P Mähdrescher inkl. Ertragskartierung beerntet
  • Erste Tendenz aus den Wiegescheinen sind sehr einheitliche Qualitäten, zum Beispiel bei 55 Hektar Sommergerste mit durchschnittlich 8 Tonnen/Hektar Ertrag nur 0,3 Prozent Schwankung im Eiweißgehalt (Verwertungsrichtung Braugerste)
  • Die genaue Auswertung sowie der Vergleich Managementzonenkarte - unterjährige Biomassekarten - Bonituren - Wiegescheine/Labordaten - Ertragskartierung erfolgt in den kommenden Wochen
  • Herausforderung: Übertragung der Ernteergebnisse/Daten vom Mähdrescher visuell umzusetzen

  • Versuche zu unterschiedlichen Aussaatverfahren für Zwischenfrüchte nach Getreide, zum Beispiel Direktsaat und Untersaaten im Frühjahr vor dem Hintergrund Wasserverfügbarkeit

  • Getreide: mehr und gleichmäßigere Qualität (Ziel also erreicht), mehr Arbeitskomfort und Arbeitssicherheit
  • Nicht unbedingt mehr Ertrag
  • Aber: Ein Jahr ist kein Jahr!

Immer wieder Schnittstellenproblematik. Beispiel: Probezugang für die Schnittstelle am Mähdrescher besorgt (Kostenpunkt bei Kauf: 1.000 Euro), damit die Daten auf die Ackerschlagkartei laufen. Der Versuch, die Ertragskarten zu importieren, ist gescheitert. Dr. Beplate-Haarstrich: „Irgendwo versauern jetzt hochinteressante Daten, weil wir sie einfach nicht in ein System laden können, in dem ich dann den kompletten Überblick über alle meine Daten habe.“

  • Nachrüstung einer Ertragskartierung im Kartoffelroder zur Dokumentation der Pflanzversuche
  • Ernte der Mais- und Zuckerrübenversuche mit umfangreicher Dokumentation und Analyse
  • Teilflächenspezifische Getreideaussaat

  • Verfeinerung und weitere Vernetzung der digitalen Datenströme, Reduzieren der manuellen Schnittstellen

DIE AGRAVIS FUTURE FARM

Beplatenhof in Suderburg

  • Lage: Lüneburger Heide, Landkreis Uelzen
  • Fläche: etwa 260 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, weitgehend arrondiert, durchschnittliche Schlaggröße 9 Hektar, Sandboden mit durchschnittlich 30 Bodenpunkten, beregnungsintensiv
  • Betriebsleiter: Dr. Lutz Beplate-Haarstrich
  • Mitarbeiter: zwei
  • Technik: zwei Traktoren Fendt 716 Vario, beide VarioGuide RTK, beide mit SC und VRC Freischaltung; ein Traktor John Deere 7710; ein Mähdrescher Fendt 8380 P mit Ertragserfassung und RTK; ein Kartoffelroder Grimme 85-55; eine Feldspritze John Deere R962i; eine Drillmaschine Sky Maxidrill; eine Rübendrillmaschine Kverneland Unicorn; ein Düngerstreuer Bogballe M35W plus; übliche Bodenbearbeitungstechnik; sechs Hüdig Beregnungsmaschinen
  • Betriebsschwerpunkte: vorrangig Getreide-, Rüben- und Kartoffelanbau; Maisanbau für Dritte; keine Viehhaltung

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