AGRAVIS Future Farm

Verknüpfung von Smart Farming-Techniken

Auf der Future Farm testet die AGRAVIS Smart-Farming-Techniken.

Ob in den Ställen oder auf den Feldern - die Digitalisierung in der Landwirtschaft schreitet fort. Die AGRAVIS selbst testet moderne Smart-Farming-Techniken auf der AGRAVIS Future Farm. In Suderburg/Landkreis Uelzen entwickelt sie gemeinsam mit Landwirt Dr. Lutz Beplate-Haarstrich neue Methoden und testet das Zusammenspiel von Precision-Farming-Technik. Die Erprobungen sollen dabei helfen, die Arbeit der Landwirte künftig zu erleichtern.

Schulungen ab Winter 2020

Das ist das Besondere beim Konzept der AGRAVIS Future Farm: Hier forschen die Mitarbeiter nicht „im Elfenbeinturm“. Ziel ist es, der Branche die Ergebnisse zugänglich zu machen und die Landwirte davon profitieren zu lassen. Zu diesem Praxistransfer gehören Schulungen. Sie sollen im Winter 2020 auf der AGRAVIS Future Farm in Suderburg beginnen. In dem alten Gutshaus auf der Future Farm befanden sich 1853 die ersten Unterrichtsräume der Wiesenbauschule – heute Ostfalia Hochschule.

Bereichsübergreifende Basis-Schulungen

Zu Beginn des Schulungsbetriebs sollen Basis-Schulungen stehen. Sie drehen sich rund um die teilflächenspezifische Bewirtschaftung und die Frage, wie man seinen Betrieb fit macht für Smart Farming. Die große Stärke des Konzepts ist der bereichsübergreifende Ansatz: Der Pflanzenbau verdeutlicht die Vorteile der teilflächenspezifischen Aussaat, NetFarming stellt die Technologie vor und die Landtechniker die Umsetzung.

Hacktechnik im Test

Hacken und Striegel als Mittel der mechanischen Unkrautbekämpfung werden auch von konventionellen Landwirten immer stärker nachgefragt. Mit der Zunahme gesetzlicher Auflagen im Pflanzenschutz stellt die Kombination von Pflanzenschutz und Hacktechnik für eine steigende Zahl von Landwirten eine wirksame und praktikable Alternative dar.

Auf einer Fläche in Niedersachsen schauten sich AGRAVIS-Mitarbeiter verschiedene Maschinengespanne mit mechanischen Unkrauthacken von Schmotzer, Einböck und Steketee an – allesamt Hersteller, die die AGRAVIS Technik auch vertreibt. „Die Hacke kann in der konventionellen Landwirtschaft je nach Kultur eine gute Ergänzung zur Feldspritze sein. Insbesondere eine Bandspritzung, in Verbindung mit dem separaten Einsatz von Hacktechnik, scheint ein vielversprechender Ansatz zu sein“, erklärt Sebastian Henrichmann von der AGRAVIS Technik Holding GmbH.

„Wir haben uns aber nicht nur mit der Technik beschäftigt, sondern auch pflanzenbauliche Aspekte mit einbezogen“, erklärt Jan Lossie von der AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH. Wie weit ist das Unkraut tatsächlich abgeschnitten oder zumindest stark beschädigt worden? Gab es Schäden am Mais? „Diese Ergebnisse sind für die Landwirte in der Praxis ganz wichtig“, weiß Lossie.

Aus diesem Grund wird die AGRAVIS auf der AGRAVIS Future Farm in Suderburg den Einsatz von Hacken testen, Versuche fahren und die Ergebnisse dokumentieren. Hacktechnik ist zum Beispiel durch Kamerasteuerung bereits hochgradig digitalisiert. Ein Thema, das die AGRAVIS auf ihrer Future Farm weiterverfolgen und die digitalen Möglichkeiten auf ihre Praxistauglichkeit untersuchen wird.

Videos von der Future Farm

Versuche der AGRAVIS Future Farm

Wie geht's dem Mais?

Wie wächst der Mais nach der Aussaat mit Precision Planting? Das schauen sich in diesen Tagen die Mitglieder des Projektteams auf der AGRAVIS Future Farm an. Der erste Eindruck: Der Mais sieht gut aus, und das trotz der erneuten Trockenheit in der Region.

Säaggregate

Die AGRAVIS Technik Gruppe ist deutschlandweit Vertriebspartner für die Produkte von Precision Planting. Das amerikanische Unternehmen gehört zum Agco-Konzern und gilt in Fachkreisen als „Tuning-Experte“ für Einzelkorn-Sätechnik. Dabei werden vorhandene Einzelkorn-Sämaschinen mit neuen Funktionen nachgerüstet. Seit 2018 kooperiert die AGRAVIS Technik-Gruppe mit Precision Planting. Die Erprobung der Technik fand 2019 unter anderem auf der AGRAVIS Future Farm statt. Inzwischen bieten die AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH, AGRAVIS Technik Raiffeisen GmbH und AGRAVIS Technik Münsterland-Ems GmbH den An- bzw. Umbau von Maschinen mit Einzelkorn-Säaggregaten von Precision Planting an. Dabei können komplett neue Säaggregate an vorhandene Rahmen oder Maschinen montiert werden.

Schwerpunkt liegt auf Unterfußdüngung

Ein weiterer Schwerpunkt bei den Untersuchungen des Mais auf der AGRAVIS Future Farm liegt auf der Unterfußdüngung: Hier werden flüssige und feste NP-Dünger miteinander verglichen. Denn beim Mais mit seiner recht langsamen Jugendentwicklung und geringem Nährstoffaneignungsvermögen kann der Landwirt durch die Unterfußdüngung deutlich mehr Erträge sichern.

Kontrolle von Stickstoffaufnahme in der Sommergerste

Mit welcher Technologie kann der Landwirt am besten die Biomasse beziehungsweise die Stickstoffaufnahme in der Sommergerste überprüfen? Um diese Frage zu beantworten, schickte das Team der AGRAVIS Future Farm einen Isaria-Stickstoffsensor und eine Drohne über 20 Hektar der Farm in Suderburg. Ziel des rund vierstündigen Versuchs, zu dem auch die Daten eines Satellitenbildes herangezogen werden: die Technologien und ihre Einsatzmöglichkeiten zu vergleichen, zu bewerten und die individuell für jeden Landwirt passende zu bestimmen.

Anwendung des Sensors bedarf Erfahrung

Der Isaria-Stickstoffsensor ermittelt durch Bestandsbefahrung die Biomasse. Die Drohne wird über den Schlag gesteuert, ihre Daten laufen ebenso wie die eines aktuellen Satellitenbildes auf dem Rechner ein. Schon jetzt kann man sagen: Der Einsatz des Sensors ist etwas für versiertes Personal. Der Sensor, der über die Newtec Vertriebsgesellschaft für Agrartechnik GmbH, eine Konzerngesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG, vertrieben wird, wird vorne am Schlepper befestigt. In einem Arbeitsgang wird dann vorne gemessen und hinten appliziert. Bei der Drohne und dem Satellitenbild werden die Daten in eine Applikationskarte übertragen und dann auf das Terminal des Schleppers gespielt. Dieses Verfahren eignet sich gut für größere Betriebe mit mehreren Angestellten, die auf den Feldern unterwegs sind.

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