Schaderreger in Kartoffeln

Strategien gegen Kraut-, Knollenfäule und Spinnmilben

Nach zwei extrem trockenen und heißen Jahren hoffen die Kartoffelanbauer 2020 auf eine Saison mit ausreichenden Niederschlägen. Wenn die Kraut- und Knollenfäule dann wieder eine größere Rolle spielt, wäre dies kein Problem, denn Krautfäulejahre sind Jahre mit hohen Kartoffelerträgen.

Schaderreger Kartoffeln

Rechtzeitig zur Saison 2020 steht Landwirten das Zorvec Enicade Versilus Pack (AGRAVIS Zorvec EV Pack) zur Verfügung. Die Kombination verbindet lange Wirkungsdauer und -stärke mit günstigen Anwendungsbestimmungen. Der im Zorvec Enicade enthaltene Wirkstoff bietet im Vergleich zu herkömmlichen Produkten etwa 30 bis 40 Prozent längeren Schutz vor Infektionen mit der Kraut- und Knollenfäule. Umso wichtiger ist es, dass die zweite ausgebrachte Komponente so lange wie möglich wirkt, um der Entstehung von Resistenzen bestmöglich vorzubeugen.

Wie die Produkte ausgebracht werden

Versilus gewährleistet dies mit dem aus dem Valbon bekannten Wirkstoff Benthiavalcarb. Pro Hektar werden 0,15 Liter Zorvec Enicade und 0,225 Kilogramm Versilus im Tankmix ausgebracht. Die Verteilung in der Pflanze erfolgt sowohl systemisch als auch translaminar. Der Anwender kann das Zorvec EV Pack also sowohl zum systemischen Start als auch später in der Spritzfolge einsetzen. Der Einsatz an angrenzenden Gewässern ist bis zum länderspezifischen Mindestabstand zu Gewässern (ein Meter) erlaubt. Wichtig ist, einen Wirkstoffwechsel mit wirksamen Produkten gegen Alternaria zu betreiben, da diese Krankheit mit dem Zorvec EV Pack nicht erfasst wird.

Sehr gute Erfahrungen auf dem Versuchsgut

Am Versuchsstandort in Klein Berßen im Emsland hat die AGRAVIS-Pflanzenbau-Vertriebsberatung in Kleinparzellenversuchen seit 2017 Erfahrungen mit dem Produkt Zorvec Enicade sammeln können. Die besten Resultate in Bezug auf die Krautfäulebekämpfung und den Ertrag zeigten sich in den Varianten, in denen Zorvec Enicade abwechselnd mit anderen Fungiziden (zum Beispiel Revus Top) angewendet wurde.

Neu: Phytavis Cymox WG

Eine weitere Neuerung in 2020 ist die Zulassung des Produktes Phytavis Cymox WG. Der enthaltene Wirkstoff Cymoxanil ist in Jahren mit hohen Niederschlägen ein wichtiger Zumischpartner. Vor allem in Stoppspritzungen, wenn vorhandener Krautfäulebefall behandelt werden muss, ist der Einsatz sinnvoll. In Mischung mit beispielsweise 0,5 Litern pro Hektar Ranman Top oder einem fluazinamhaltigen Produkt wie Terminus oder Shirlan werden 0,2 Kilogramm pro Hektar Phytavis Cymox WG eingesetzt. Der Wirkstoff gilt als schneller Myzelverfolger und ist deshalb geeignet, entstehenden Befall und die Ausbreitung der Krautfäule im Bestand einzudämmen.

Unterschiedlicher Spinnmilben-Befall

Die Gemeine Spinnmilbe hat in der Vergangenheit regional immer wieder für Ertragsausfälle im Kartoffelanbau gesorgt. Heiße und trockene Jahre bieten ideale Bedingungen zur rasanten Vermehrung dieses Schädlings. Vor allem in der Region Weser-Ems, aber auch in Teilen Nordrhein-Westfalens, war dies 2019 wieder der Fall. Das Laub der Kartoffeln stirbt bei anfälligen Sorten durch die Einstiche der etwa 0,5 Millimeter großen Tiere frühzeitig ab und die Ertragsbildung bleibt aus. Oft beginnt der Befall am Rand und breitet sich halbkreisförmig in der Fläche aus. Bei der Bekämpfung spielt die Anfälligkeit der Sorten die größte Rolle. Anfällig sind unter anderem die Sorten Saprodi, Altus, Sarion, Stratos, Avarna und Markies. Wenn in einem befallenen Bestand auch Läuse zu bekämpfen sind, kann der Anbauer die gute Nebenwirkung des Insektizids Movento 150 OD nutzen. Mit einer Aufwandmenge von 0,5 Litern pro Hektar ist Movento OD nun auch in Kartoffeln gegen Läuse zugelassen.

Weitere Infos gibt es bei Christian Schepergerdes von der Pflanzenbau-Vertriebsberatung, Telefon 0173 6961685, christian.schepergerdes@agravis.de.

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