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Erfolgreiche Mastitis-Prophylaxe

Ein gesundes Euter ist die Grundvoraussetzung für eine hohe Milchleistung der Milchviehherde. Nicht selten sind jedoch einzelne oder mehrere Tiere eines Bestandes von einer Entzündung der Milchdrüsen, der sogenannten Mastitis betroffen. Anzeichen für eine Erkrankung sind zum einen Zellzahlen, die bei mehr als 100.000 somatischen Zellen pro Milliliter Milch liegen, und zum anderen Krankheitserreger, die labordiagnostisch nachgewiesen werden können. Äußerlich sichtbare Symptome wie Flocken in der Milch, Rötungen oder Schwellungen des Euters gibt es bei der subklinischen Mastitis nicht. Dieser Krankheitsverlauf kann sich unbemerkt im Tierbestand ausbreiten, die Herdenleistung mindern und schlimmstenfalls zu hohen wirtschaftlichen Einbußen führen.

Schaden von Mastitiden

Der Herdendurchschnitt eines gesunden Bestandes sollte unter 150.000 somatische Zellen pro Milliliter betragen. 2013 lag der bundesweite Durchschnitt jedoch bei rund 193.000 somatischen Zellen pro Milliliter Milch. Schätzungen zufolge beträgt der wirtschaftliche Schaden von Mastitiden für die deutsche Milchproduktion jährlich etwa 1,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Mindererlös von umgerechnet vier Cent je Kilogramm erzeugter Milch beziehungsweise 250 bis 500 Euro je Milchkuh und Laktation. Grundsätzlich handelt es sich bei Mastitiden um sogenannte Faktorenerkrankungen. Das bedeutet, dass die Erkrankung viele betriebsindividuelle Gründe haben kann. Diese gilt es in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Produktionsberater zu ermitteln und natürlich abzustellen. Bereits während der Trockenstehphase wird durch eine ausgewogene Fütterung der Milchkuh der Grundstein für ein gesundes Euter in der Laktationsphase gelegt. Dabei ist der Einsatz von hygienisch einwandfreien Futterqualitäten bei der Mastitis-Prophylaxe sehr wichtig.

Mastitis

Rationsgestaltungen

Unausgewogene Rationen begünstigen indirekt das Risiko einer Euterentzündung. Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise die Pansenübersäuerung (Azidose) oder eine Ketose (übermäßige Körperfetteinschmelzung zum Laktationsstart) schwächen das Immunsystem der Milchkuh und steigern gleichzeitig die Anfälligkeit gegenüber Mastitis-Erregern. Neben hochwertigen Grob- und Lakto-Kraftfutterkomponenten ist eine ausbalancierte Mineralstoffversorgung in der Ration ein Punkt, den es in Absprache mit dem Fütterungsberater unbedingt zu berücksichtigen gilt. Während der Trockenstehphase ist unter dem Aspekt der Milchfieberprophylaxe unbedingt auf eine calcium- und kaliumarme Rationsgestaltung zu achten. Andernfalls besteht zum Laktationsstart die Gefahr von Milchfieber. Der augenscheinliche Calcium-Mangel des Tieres begünstigt in dieser Belastungssituation den Eintritt von Mastitis-Erregern in die Strichkanäle des Euters. Durch den Calcium-Mangel verschließt sich der Schließmuskel der Zitze nur unvollständig.

Aber auch im Laufe der Laktation wirkt sich eine mangelhafte Mineralstoffversorgung negativ auf die Eutergesundheit aus. Eine erhöhte Anzahl subklinischer Mastitiden in der Herde kann durch eine Vitamin- oder Spurenelement-Unterversorgung begünstigt werden. Eine ausreichende Versorgung der Milchkühe, vor allem mit den Spurenelementen Selen und Zink sowie mit den Vitaminen A, D und E, ist für den Erhalt eines abwehrstarken Immunsystems von essentieller Bedeutung. Die speziellen Mineralfuttersorten von Vitamiral werden unter ständiger Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse konzipiert. Dabei ist das calciumarme Mineralfutter Vitamiral Trockensteher optimal an die Bedürfnisse trockenstehender Milchkühe angepasst. Die Mineralfuttersorte Vitamiral Euter Pro sichert die bedarfsgerechte Mineralstoff- und Vitaminversorgung von selen-, zink- und vitaminarmen Milchviehrationen und unterstützt effektiv die Eutergesundheit.

Ursachen für eine Erkrankung der Herde oder von einzelnen Tieren können auch im Grundfutter liegen. Eine mögliche Quelle sind aerob instabile Silagen, in denen sich Hefe- und Schimmelpilze stark vermehren. Pilztoxine belasten das Immunsystem der Tiere, Hefen können Schleimhäute reizen und so den Verschluss des Zitzenkanals einschränken und den Keimeintritt erleichtern. Des Weiteren werden nacherwärmte Silagen schlechter gefressen. Es kommt zum Energie- und Nährstoffmangel.

Silierung

Um dem vorzubeugen, sollten die Regeln der richtigen Silierung Silierung eingehalten werden. Die lauten: Verdichtung, Luftabschluss, Vorschub, situationsbedingter Siliermittel-Einsatz von Siloferm Siloferm oder Biocool. Biocool. Aber auch bei der Futterproduktion auf der Wiese kann die Keimlast im geworbenen Futter bereits reduziert werden. Grundstein dafür ist die Grünlandpflege. Nachsaat mit Plantinum und Walzen tragen zu einer dichten, ebenen Narbe und verringerter Verschmutzung des Futters bei. Hochwertige Narben mit einer durchgängig ausgewogenen Nährstoffversorgung sorgen für geringe Schwankungen zwischen den Futterqualitäten der Aufwüchse. Ohne regelmäßige Rationsanpassung können größere Schwankungen der Gehalte an XP oder ADF zu Stoffwechselbelastungen beispielsweise durch Strukturmangel oder XP-Überschuss führen.

Stallhygiene

Das kann die Immunabwehr herabsetzen. Wer bereits an den Stellschrauben Grünlandpflege, Grundfutter, Optimierung der Stallhaltung und Fütterung gedreht hat, sollte sich dem Thema Hygiene Hygiene zuwenden. Untersuchungen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass in gut geführten Milchviehbetrieben vor allem der Anteil der Erkrankungen, die durch umweltassoziierte Erreger wie E. coli, Streptococcus uberis verursacht wird, deutlich gestiegen ist. Andere pathogene Keime wie kuhassoziierte Erreger haben im Vergleich zu den Umwelterregern ein wenig an Bedeutung verloren.

Umwelterreger sind aus Erfahrungen besser in den Griff zu bekommen, wenn der Einstreu hochalkalische Einstreupulver wie Desintec Floorcal pH 12 Desintec Floorcal pH 12 (für Betriebe mit Hochboxen) oder Desintec Floorcal pH 12 erdfeucht (für Betriebe mit Tiefboxen) zugesetzt werden. Charakteristisch gegenüber herkömmlichen Kalken sind besonders der hohe pH-Wert von 12 und die sehr schnelle Austrocknung der Einstreu. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass durch eine alkalisierende Deckschicht auf der Liegefläche mit einem hohen pH-Wert sich mehr als neun krankmachende Umweltkeime nicht mehr entwickeln können. Weitere Pluspunkte sind die gute Hautverträglichkeit und die flexible, einfache Anwendung beider Produkte. In Liegeboxen kann der Hygienekalk entweder in Verbindung mit anderen Einstreumaterialien wie Stroh oder Sägemehl eingesetzt oder pur nachgestreut werden. Vorteile von Kalk-Strohgemischen sind neben dem besseren Komfort auch saubere Euter und weniger Aufwand bei der Eutervorreinigung vor dem Melken. Nach dem Melken ist das Euter besonders gefährdet, da der Strichkanal für etwa 30 bis 60 Minuten weit geöffnet ist. In dieser Zeit können Erreger ungehindert bei einem hohen Erregerdruck ins Euter gelangen und dort eine Erkrankung verursachen.

Der Strichkanal steht für Bakterien so weit offen wie ein Tunnel mit 15 Metern Durchmesser für einen Tennisball. Dieser Vergleich macht deutlich, wie wichtig das Dippen mit einem filmbildenen und desinfizierenden Zitzentauchmittel ist. Einen wichtigen Beitrag zur Eutergesundheit leisten hier die hochwertigen Dippmittel aus dem Desintec-Programm wie zum Beispiel MH Lactifilm auf Basis von Milchsäure oder das neue Zweikomponentendippmittel MH Double Sprint auf Basis von Chlordioxid. Die Dippmittel enthalten sowohl pflegende als auch desinfizierende Komponenten.

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