Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen gewinnt für viele Menschen an Bedeutung – auch im Garten. Die AGRAVIS Raiffeisen AG und zahlreiche

Raiffeisen-MärkteAktionswoche „Torffrei gärtnern“

Moore sind jahrtausendealte Klimaschützer

Torf entsteht nur in Moorlandschaften, wo sich abgestorbene Pflanzenreste unter Sauerstoffarmut ablagern und nur sehr langsam zersetzen. Im Durchschnitt bildet sich Torf rund ein Millimeter pro Jahr – eine zehn Zentimeter mächtige Schicht benötigt also rund ein Jahrhundert. Dadurch gilt Torf als nicht erneuerbar im menschlichen Zeithorizont.

Intakte Moore speichern zugleich enorme Mengen Kohlenstoff und zählen zu den wirkungsvollsten natürlichen CO₂‑Senken: Obwohl sie nur rund drei Prozent der globalen Landfläche bedecken, binden sie etwa 21 bis 33 Prozent des weltweit in Böden gespeicherten organischen Kohlenstoffs.

„Durch Trockenlegung und den Abbau von Torf sowie seine spätere Verwendung in Blumenerden oder Kultursubstraten gehen diese Speicher unwiederbringlich verloren. In Deutschland stammen rund sieben Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen, etwa 53 Millionen Tonnen CO₂Äquivalente pro Jahr, aus entwässerten Moorböden“, erklärt Katharina Rudack, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der

Veravis GmbH

Warum wir Torf im Gartenbau überdenken müssen

Im Gartenbau wurde Torf jahrzehntelang geschätzt: Er ist leicht, speichert viel Wasser und bietet durch seinen niedrigen Nährstoffgehalt ideale Voraussetzungen für viele Kulturen. Diese Vorteile täuschen jedoch über die tiefgreifenden Schäden hinweg, die der Abbau verursacht. Die Konsequenz sind weltweit schrumpfende Torfvorräte, der Verlust von Ökosystemen, die sich nicht regenerieren können und zusätzliche Emissionen, die den Klimawandel beschleunigen.



„Ein großer Teil dieser Emissionen entsteht laut Thünen-Institut im Alltag vieler Menschen: Rund 50 Prozent der Emissionen aus der Torfnutzung in Deutschland gehen auf Blumenerden zurück. Deshalb beteiligen sich die AGRAVIS Raiffeisen AG und viele Raiffeise-MärkteDie AGRAVIS ist im Bereich Märkte als Einzelhändler und als Großhändler und Konzeptanbieter aktiv. wieder an der bundesweiten Aktionswoche ‚Torffrei gärtnern‘“, betont die Nachhaltigkeitsmanagerin. Auch politisch ist der Ausstieg gewollt: Die Bundesregierung strebt im Hobbybereich und im Erwerbsgartenbau einen weitgehenden Verzicht auf Torf an. Dass dieser Wandel bereits begonnen hat, zeigt der Markt: 2024 waren zwar noch 77 Prozent der insgesamt 4,6 Millionen Kubikmeter Blumenerde torfhaltig, doch ihr Torfanteil sank im Durchschnitt auf nur noch 38 Prozent – nach 47 Prozent im Jahr 2023. „Die Nachfrage aus dem Gartenbau stand lange Zeit im Widerspruch zur ökologischen Realität – umso wichtiger ist es, dass wir diese Entwicklung jetzt aktiv und dauerhaft verändern.“

Torffreie Erden sind leistungsfähig, klimafreundlich und zukunftsorientiert

Moderne torffreie und torfreduzierte Erden bieten inzwischen eine hohe Qualität und bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfasern, Grüngut-Kompost, Rindenhumus, Kokosmark und Kokosfasern. Die Torfersatzstoffe schonen wertvolle Moorflächen, reduzieren Emissionen und lassen sich flexibel an die Bedürfnisse verschiedener Pflanzen anpassen.

„Torffreie Substrate sind heute nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch technisch ausgereift. Sie bieten stabile Strukturen, gute Wasserspeicherung und schaffen beste Voraussetzungen für gesundes Pflanzenwachstum“, erklärt Rudack. „Damit können wir Gärtnerinnen und Gärtnern echte Alternativen bieten, die ohne ökologische Kompromisse auskommen.“

Nachhaltig gärtnern beginnt beim Produkt und beim Wissen darüber

Viele Menschen möchten klimafreundlicher gärtnern, sind sich aber unsicher, welche

Produkte

„Unser Ziel ist es, Wissen zugänglich zu machen. Wenn Menschen verstehen, warum torffreie Erde sinnvoll ist und wie leistungsfähig sie heute ist, treffen sie automatisch die besseren Entscheidungen für ihren Garten und für die Umwelt“, so die Nachhaltigkeitsmanagerin.


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