Vier Wochen Frankreich, neue Arbeitsweisen und jede Menge Eindrücke: Sebastian Beckmann, Auszubildender im zweiten Ausbildungsjahr zum Kaufmann für
Groß- und AußenhandelsmanagementAGRAVIS Technik BvL GmbHEmsbürenSebastian Beckmann (li.) mit seinem Praktikumsbetreuer Steven Coroller in Ymeray.
Der Weg zum Praktikumsplatz
Auf die Möglichkeit eines Auslandspraktikums wurde der 19-Jährige über seine Berufsschule in Nordhorn aufmerksam. „Ich habe Interesse an einem Praktikum im Ausland geäußert und da meine Berufsschule Erasmus+-Partner ist, war der erste Schritt schnell getan“, berichtet Beckmann. Dank Eigeninitiative und der Unterstützung seines Ausbildungsleiters Daniel Kühlenborg hat er sein Praktikum bei der Claas France Vertriebsgesellschaft in Ymeray angetreten. „Die Reaktion meines Ausbildungsleiters war durchweg positiv“, erinnert sich Beckmann. „Weil unser Standort in Emsbüren Claas-Vertriebspartner ist, hat mein Ausbilder direkt den Leiter des Claas Ersatzteilservice Heiner Buschhoff kontaktiert und so bin ich in Frankreich gelandet.“
Willkommen in Ymeray
Am Claas-Standort in Ymeray in der Region Centre-Val de Loire wurde der Auszubildende aus Deutschland herzlich aufgenommen. „Ich hatte einen festen Ansprechpartner, der mir den Standort und die Aufgabenbereiche gezeigt hat und bei Fragen für mich da war. Im Arbeitsalltag habe ich mich so gut es ging auf Französisch unterhalten, größtenteils aber auf Englisch. Einige Kolleginnen und Kollegen haben nur Französisch gesprochen, aber mit Händen und Füßen haben wir uns immer verstanden“, lacht Beckmann.
Zwischen Handschlagkultur und digitalem Lagerprozess
Um 8.30 Uhr startete Beckmann mit einem Handschlag in den Tag. „Meine Kolleginnen und Kollegen legten Wert auf einen persönlichen Umgang miteinander. Daher wurde sich morgens stets mit einem Handschlag begrüßt. Und auch die Pausen waren anders verteilt, als ich es aus Deutschland kenne: kürzer und öfter. Es gab also reichlich Gelegenheit für persönliche Gespräche“, nennt Beckmann einige Besonderheiten.
In Frankreich läuft es digital: Mit dem Smartphone am Handgelenk ausgerüstet scannte Sebastian Beckmann die angelieferte Ware und sortierte sie in die passenden Lagerplätze ein.
Bei der Arbeit waren dem Auszubildenden zwar viele Abläufe aus Deutschland bekannt, jedoch begegneten ihm auch neue Arbeitsweisen. Im Lager war er z. B. für den Wareneingang zuständig. Dieser läuft in Frankreich digital über ein Smartphone, das direkt am Arm getragen wird sowie einen mobilen Scanner. Die Pakete werden aus dem Claas-Zentrallager in Hamm direkt nach Ymeray geliefert. „Über einen Barcode, der an jedem Paket befestigt ist, weiß man sofort, welche Artikel sich darin befinden. So lassen sich die Lieferungen schnell zuordnen und im passenden Lagerplatz verstauen“, so Beckmann über die Arbeitsschritte. „Im Lager hat mir besonders gut gefallen, dass ich eigenständig arbeiten konnte. Und die Kollegen waren sehr offen und freundlich.“