Warum richtet AGRAVIS den Blick nach Süden?

Köckler: Der Süden Deutschlands ist wirtschaftlich stark, landwirtschaftlich extrem vielfältig und traditionell genossenschaftlich organisiert. Viele Genossenschaften in Bayern und Baden-Württemberg suchen heute leistungsfähige Großhandelspartner, die Know-how, Verlässlichkeit und marktfähige Konzepte einbringen. Genau hier setzt AGRAVIS an. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Genossenschaften vor Ort Strukturen zukunftsfähig weiterzuentwickeln – mit Respekt vor der jeweiligen regionalen Identität und wirtschaftlichen Eigenständigkeit.


AGRAVIS-CEO Dr. Dirk Köckler macht im Interview deutlich, dass die AGRAVIS auch im Süden in vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen investiert.



Was charakterisiert AGRAVIS als nachhaltigen Verbundpartner?

Köckler: Wir sind ein genossenschaftlich geprägter Agrarhändler – kein rein gewinnmaximierter Shareholder-Value-Konzern. AGRAVIS gehört rund 100 Raiffeisen-Genossenschaften, die wiederum im Eigentum von zehntausenden landwirtschaftlichen Familien stehen. Diese Struktur bestimmt unser Handeln: nachhaltig, langfristig, partnerschaftlich. Wir sichern und schaffen Infrastrukturen, die wirtschaftliches Handeln ermöglichen. Dazu zählen Zentrallager für Stückgut, digitale Handelsplattformen und ein breites Produktsortiment für Pflanzenbau, Tierhaltung, TechnikDie AGRAVIS Technik-Gruppe bietet Landwirt:innen alles, was sie für ihre Arbeit benötigen., Raiffeisen-MarktIn den eigenen Raiffeisen-Märkten der AGRAVIS stehen die Kund:innen im Mittelpunkt. und Energiegeschäft. Zudem verfügen wir über umfassende Expertise in allen Kernbereichen der innovativ-nachhaltigen LandwirtschaftLandwirtschaft (oder Agrarwirtschaft) ist ein Wirtschaftsbereich der sogenannten Urproduktion., die wir über unsere Vertriebsberatung den Kundinnen und Kunden im ländlichen Raum anbieten.


Wie sieht das Geschäftsmodell konkret aus, das Sie im Süden anbieten?

Köckler: AGRAVIS übernimmt die Rolle des Großhändlers vor allem in den Kernbereichen

PflanzenTiere Energiegeschäft Raiffeisen-Märkten

Sie sprachen die Kernbereiche Pflanzen und <a href="de/glossar#glossar_Tiere" class="glossaryTooltip">Tiere<span class="tooltiptext">Im Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an.</span></a> an – was kann die AGRAVIS da konkret bieten?

Köckler: Unsere Stärke liegt in der Breite und Tiefe unseres Angebots:

BetriebsmittelLandwirtschaftliche Betriebsmittel sind Produkte und Mittel für die landwirtschaftliche Produktion. für die Pflanzenproduktion: DüngerDünger oder Düngemittel beschreibt Stoffe, die u. a. in der Landwirtschaft eingesetzt werden., PflanzenschutzDie AGRAVIS-Fachleute beraten Landwirt:innen zum Thema Pflanzenschutz., SaatgutSaatgut umfasst trockene, ruhende, generative Fortpflanzungsorgane., FolienEine Folie bezeichnet ein homogenes Flächengebilde aus sehr dünnem Metall- oder Kunststoff. und Erntegarne sowie digitale Smart Farming Tools und digitale Managementtools für moderne Pflanzenbaustrategien. Hier sind wir technologisch weit vorn und nah am Bedarf der Landwirtschaft.

Hochwertige FuttermittelFür den Erfolg in der Tierhaltung sind Qualität und Zusammensetzung der Futtermittel sehr wichtig. und Beratung: Hier sind wir bereits mit unserer eigenen Produktion in Straubing präsent. Wir bieten nicht nur Futter, sondern umfassende Managementberatung für tierhaltende Betriebe in den Segmenten RindDas Rind (auch Hausrind genannt) ist die domestizierte Form des eurasischen Auerochsen., SchweinDas Schwein (oder Hausschwein) ist die domestizierte Form des Wildschweins. und GeflügelGeflügel bezeichnet alle Vogelarten, die als Nutztiere oder Haustiere gezüchtet werden..

Energieprodukte: Kraftstoffe, HeizölDie AGRAVIS bietet ihren Kund:innen im Bereich Energie hochwertige Heizöle an., Schmierstoffe – ein Bereich, der insbesondere für viele süddeutsche Genossenschaften relevant ist.

Raiffeisen-Märkte: Wir liefern vollständige, skalierbare Konzepte – von Sortimentsarchitektur über Marketing bis zur Warenwirtschaft mit umfassendem Stammdatenverzeichnis. Unsere Tochtergesellschaft Terres M+C GmbH ist seit 30 Jahren in aktuell rund 500 Märkten ein verlässlicher Franchise Partner für erfolgreiche Marktstrukturen.


Sie sprechen häufig von „gemeinsam Zukunft gestalten“ – was meinen Sie damit konkret?

Köckler: Aus unseren Gesprächen mit Genossenschaften im Süden wissen wir, dass diese Partner suchen, die mehr bieten als Tagespreis und Logistik und ihnen nicht das Geschäft mit dem Endkunden streitig machen. Wir bekennen uns zum Verbundgeschäft und leben das seit Generationen mit unseren Eigentümer-Genossenschaften. Als AGRAVIS verstehen wir uns als Plattform für das traditionelle Großhandelsgeschäft, aber auch für

digitale Lösungen

Können sich süddeutsche Genossenschaften auch an der AGRAVIS beteiligen?

Köckler: Ja, ausdrücklich. Wir bieten die Möglichkeit, durch die Zeichnung von AGRAVIS-AktienDer Handelswert der AGRAVIS-Aktie übersteigt ihren Nennwert inzwischen um mehr als 160 Prozent. direkt teilzuhaben – mit Mitspracherechten und Beteiligung am Wachstum. Diese Teilhabe ist das Fundament unserer Verbindlichkeit und langfristigen Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Dialog und berücksichtigen gern die regionalen Interessen. So sind unsere Eigentümer-Genossenschaften über eine regionalisierte Holdingstruktur organisiert und entsprechend im Beirat und AufsichtsratDer Aufsichtsrat der AGRAVIS bestellt und berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. an der strategischen Ausrichtung beteiligt.


Wie ist AGRAVIS wirtschaftlich aufgestellt, um diesen Weg in Süddeutschland zu gehen?

Köckler: Die AGRAVIS ist klar genossenschaftlich geprägt. Wir verstehen uns als klassischer Agrarhändler und sind mehrheitlich im Eigentum von rund 100 regionalen Raiffeisen-Genossenschaften, die wiederum im Eigentum von rund 70.000 bis 80.000 Familien im ländlichen Raum als Mitglieder sind. Wir setzen uns für eine innovativ-nachhaltige Landwirtschaft ein – klimaangepasst, ressourcenschonend, ertragsorientiert und mit digitaler Technik sowie viel Know-how für sichere Ernten und gesunde Nutztiere – und das alles aufgebaut auf soliden Finanzkennzahlen, wie


  • dauerhaft rund 30 Prozent Eigenkapitalquote
  • dauerhaft angestrebtes Ergebnis vor Steuern von 70 Mio. Euro und einer Umsatzrendite (EBT) von 1 Prozent als Zielwert
  • langjährige Dividendenfähigkeit
  • klare Investitionsstrategie in das nationale Kerngeschäft.

Diese Stabilität gibt uns die Kraft, gemeinsam auch mit süddeutschen Partnern zu wachsen. Wir tun dies Schritt für Schritt, wo gewollt und wo es wirtschaftlich passt. Gerne investieren wir auch im Süden in vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen gemäß unserem Leitbild „Gemeinsam stark. Für Land und Leben.“


Was dürfen Genossenschaften und Partner im Süden in nächster Zeit erwarten?

Köckler: Wir sind bereits mit Veranstaltungen und Dialogformaten präsent und bauen auf dieser Basis gern unser Geschäft als Großhändler aus. Unser Ziel ist es, partnerschaftliche Möglichkeiten aufzuzeigen, konkrete Projekte anzustoßen und die genossenschaftliche Zukunft im Süden aktiv zu gestalten. Wir übernehmen dabei auch Verantwortung und schaffen Infrastruktur für Lagerung und bauen unsere Vertriebsmannschaft „Süd“ mit Kompetenz und Kundenorientierung aktiv aus. Auch gemeinsame Investitionen mit Genossenschaften zur wirtschaftlichen Stärkung der Standortstruktur sind uns bekannt und auch für den Süden vorstellbar.


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