Rückblick: Broilersymposium 2026 stößt auf großes Interesse
Ein Plenum aus über 130 Interessierten, bestehend aus Broilerbetrieben, Vertretern von Schlachtereien, Brütereien, Tierarztpraxen, Branchenvertretung, Wissenschaft und Fachjournalismus, nahm am diesjährigen Broilersymposium in Holdorf im Oldenburger Münsterland teil. Gastgeber war der Bereich GeflügelGeflügel bezeichnet alle Vogelarten, die als Nutztiere oder Haustiere gezüchtet werden. der Nutztier GmbH und bot allen ein buntes Programm aus vielfältigen Fachvorträgen und einer abschließenden Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung trug den Titel „Broilerfleisch auf dem Teller – Stammplatz oder Ersatzspieler?”
In Kreisläufen denken
Durch den Tag leitete Moderator Andre Stevens, Leiter Produktmanagement und Optimierung Geflügel bei der AGRAVIS Nutztier GmbH. Den Einstieg in die Fachvorträge bereitete Johannes Joslowski, Leiter des Bereichs
Neue EnergieProf. Dr. Julia Hankel, Professorin für NachhaltigkeitNachhaltigkeit beschreibt allgemein ein Handlungsprinzip zur Nutzung von Ressourcen. im Kontext Tierernährung an der TiHo Hannover, befasste sich mit dem Thema „Nachhaltige Lebensmittelproduktion mit Nutztieren – im Kreislauf denken”. Sie blickte in der Geschichte zurück und zeigte, dass bereits Europas erste Städte auf eine Kreislaufwirtschaft mit Tierhaltung und Ackerbau setzten. Ihr Fokus: Koppelprodukte, also Nebenprodukte anderer Erzeugnisse (z. B. Weizenkleie, Weizenkleber, Schlempe, Ölschrote o. ä.). Ihr Fazit: Der Einsatz solcher Koppelprodukte im Futter schont Ressourcen. Teilweise werden Koppelprodukte schon sehr gut eingesetzt, bei manchen Produkten gibt es jedoch noch Potenzial – beispielsweise beim Trester aus Zitrusfrüchten. „Hier ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Produkte weltweit und immer zur Verfügung stehen und auch bestimmte Anlagen und Know-how für den vermehrten Einsatz von Koppelprodukten vorhanden sein müssen”, so Hankel.
Blick in die Zukunft: Entwicklungen auf dem Markt
Das diesjährige Broilersymposium in Holdorf stieß mit seinem vielfältigen Programm auf viele Interessierte.
Stellschrauben in der Hähnchenmast
Dann startete Hubert Möllmann, Produktmanager Geflügel der Nutztier GmbH, mit dem Fokus „Geflügelernährung gesund und nachhaltig gestalten” in den zweiten Veranstaltungsblock. Er stellte die Frage: „Wie kann man die Hähnchenmast beeinflussen?”. Hier spielen vier Faktoren eine Rolle: Gesundheit, Nachhaltigkeit, Effizienz und Akzeptanz. Sein Fazit: Die FütterungDie AGRAVIS bietet für alle Nutztierarten ein vielfältiges Fütterungs-Programm an. der
BroilerExkurs: Trendforschung
Einen etwas anderen Blick brachte Tristan Horx, Experte für Trend- und Zukunftsforschung mit. Unter dem Titel „Man(n) ist, was man isst!” gab er spannende Einblicke zu den Themen Krisen, Zukunftswahrnehmung, Trends und Entwicklungen mit. „Trends entwickeln Gegentrends und vermengen sich in einer Zukunftssynthese”, so Horx. Sein Beispiel: Der Trend „vegan” führt zum Gegentrend „Mehr Fleisch” und endet in der Synthese „Flexitarismus. „Als Branche müssen Sie sich also keine Sorgen machen – Sie müssen die Trends mitnehmen und sich nicht linear bewegen”, so Horx.
Politische Rahmenbedingungen
Den letzten Vortrag hielt Dr. Marco Mohrmann MdL, Generalsekretär und Agrarpolitischer Sprecher, CDU. Er sprach zu politischen Rahmenbedingungen für eine gesellschaftliche Akzeptanz. Er sprach vom Geflügelfleisch als Zukunftsprotein und betonte die Rolle in der Versorgungssicherheit. „In Deutschland haben wir einen absackenden Selbstversorgungsgrad. Wir müssen neue Ställe bauen, dafür muss das Baurecht reformiert werden. Zurzeit dauern die Genehmigungen zu lang, die Vorgaben sind unsicher und teilweise widersprüchlich”, so Mohrmann. Sein Fazit: Es braucht stabile Rahmenbedingungen für neue Investitionen.
Im Anschluss an die Fachvorträge fand eine spannende Podiumsdiskussion statt.
Freuten sich gemeinsam über eine gelungene Veranstaltung: Andre Stevens, Hubert Möllmann, Tristan Horx, Prof. Dr. Julia Hankel, Dr. Marco Mohrmann, Dr. Ingo Stryck und Valentin Schulze Spüntrup (v. l.; nicht im Bild: Johannes Joslowski).
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