Viele Landwirtinnen und Landwirte öffnen ihre Maissilagen zu früh. Das stört und verzögert die Milchsäuregärung – und kann hohe Verluste verursachen. Hier erfahren Sie mehr dazu.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • Verschiedene Faktoren wie der Trockensubstanzgehalt im Mais oder die Häcksellänge haben Einfluss auf die Silierdauer der Maissilage
  • Jede Silage braucht ihre Zeit. Öffnen Sie sie zu früh, wirkt sich das negativ auf die Qualität und auf die aerobe Haltbarkeit aus
  • Zu früh geöffnete Silage können Kühe nicht gut verdauen – was sich wiederum negativ auf die Milchleistung auswirkt

Warten Sie den Gärprozess ab

Maissilage siliert im Vergleich zur Grassilage etwas schneller. Auch Faktoren wie der Trockensubstanzgehalt, die Häcksellänge, das Einlagerungsmanagement und der Einsatz von

Siliermitteln

Silage nicht zu früh aufmachen

Öffnen Sie die Silage schon nach ein bis zwei Wochen, ist die Milchsäuregärung noch nicht abgeschlossen. Das vorzeitige Öffnen stört den gesamten Umsetzungsprozess und kann ihn sogar verzögern. Unter Umständen vermindert sich die aerobe Haltbarkeit und es kommt zu Problemen mit Nacherwärmung. Ursache hierfür ist, dass sich zu Beginn der Lagerung auch Hefen vermehren. Sie wachsen bei Luftzufuhr. Die wichtige Bildung von Essigsäure wird außerdem geschwächt. Wird also die Maissilage verfrüht geöffnet, kommt Luft an die Silage. Das begünstigt, dass sich Hefen vermehren und heterofermentative Milchsäurebakterien schlechter wachsen. Das Risiko einer Nacherwärmung des Futters steigt. Nacherwärmung bedingt immer Nährstoffverluste und es kommt zu Leistungseinbußen bei den Tieren. Durch die schnelle Öffnung des Silos werden Probleme, die aus ungenügender Verdichtung und einem geringen Vorschub entstehen, verstärkt.

Durch langes Lagern können Ihre Tiere Stärke besser verdauen

Verfüttern Sie frische Maissilage, finden Sie im Kot Ihrer Tiere häufig Maiskörner. Mit zunehmender Lagerdauer reduziert sich das Risiko. Anhand dieses Beispiels lässt sich der Nährstoffaufschluss erklären. Halten Sie die Lagerzeit ein, entsteht ein Futtermittel, das Ihre Tiere gut verwerten können. Das gilt sowohl für die Verdaulichkeit von Fasern als auch von Stärke.

Die Stärkeverdaulichkeit erhöht sich innerhalb dieser ersten eineinhalb Monate um etwa zehn Prozent und steigt im weiteren Verlauf der Silierung weiter an. Das liegt daran, dass die einzelnen Stärkekörner von speziellen Proteinen umschlossen sind und von ihnen zusammengehalten werden. Während des Silierprozesses lösen pflanzliche und mikrobielle Enzyme diese Strukturen und bauen die Verbindungen nach und nach ab. Die Stärkekörner liegen dann frei vor und können im Magen-Darm-Trakt der Tiere leichter von den Pansenmikroben verstoffwechselt werden. Wird die Silage zu früh nach der Ernte geöffnet, bedeutet das immer Verluste bei der Verdaulichkeit – was gleichbedeutend mit einem Minus von ein bis zwei Litern Milch pro Kuh und Tag ist. Vier bis sechs Wochen lang gelagerte Silage können Ihre Tiere besser verdauen.

Müssen Sie die Maissilage dennoch zu früh aufmachen, empfehlen wir Ihnen, die Ration regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls neu zu bewerten. Sonst können Leistungseinbußen Ihrer Tiere die Folge sein.


Stärkeverdaulichkeit in Abhängigkeit der Lagerdauer (nach Ferraretto 2017)


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