Viele Landwirtinnen und Landwirte öffnen ihre Maissilagen zu früh. Das stört und verzögert die Milchsäuregärung – und kann hohe Verluste verursachen. Hier erfahren Sie mehr dazu.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp



Silage nicht zu früh aufmachen

Öffnen Sie die Silage schon nach ein bis zwei Wochen, ist die Milchsäuregärung noch nicht abgeschlossen. Das vorzeitige Öffnen stört den gesamten Umsetzungsprozess und kann ihn sogar verzögern. Unter Umständen vermindert sich die aerobe Haltbarkeit und es kommt zu Problemen mit NacherwärmungNacherwärmung kann bei der Auslagerung von Silagen auftreten.. Ursache hierfür ist, dass sich zu Beginn der Lagerung auch Hefen vermehren. Sie wachsen bei Luftzufuhr. Die wichtige Bildung von Essigsäure wird außerdem geschwächt. Wird also die Maissilage verfrüht geöffnet, kommt Luft an die Silage. Das begünstigt, dass sich Hefen vermehren und heterofermentative MilchsäurebakterienMilchsäurebakterien werden als biologische Siliermittel bei der Silierung eingesetzt. schlechter wachsen. Das Risiko einer Nacherwärmung des Futters steigt. Nacherwärmung bedingt immer Nährstoffverluste und es kommt zu Leistungseinbußen bei den Tieren. Durch die schnelle Öffnung des Silos werden Probleme, die aus ungenügender Verdichtung und einem geringen Vorschub entstehen, verstärkt.

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Durch langes Lagern können Ihre Tiere Stärke besser verdauen

Verfüttern Sie frische Maissilage, finden Sie im Kot Ihrer Tiere häufig Maiskörner. Mit zunehmender Lagerdauer reduziert sich das Risiko. Anhand dieses Beispiels lässt sich der Nährstoffaufschluss erklären. Halten Sie die Lagerzeit ein, entsteht ein FuttermittelFür den Erfolg in der Tierhaltung sind Qualität und Zusammensetzung der Futtermittel sehr wichtig., das Ihre Tiere gut verwerten können. Das gilt sowohl für die Verdaulichkeit von Fasern als auch von Stärke.

Die Stärkeverdaulichkeit erhöht sich innerhalb dieser ersten eineinhalb Monate um etwa zehn Prozent und steigt im weiteren Verlauf der SilierungSilage ist ein konserviertes Futtermittel für Nutztiere, vor allem für Rinder. weiter an. Das liegt daran, dass die einzelnen Stärkekörner von speziellen Proteinen umschlossen sind und von ihnen zusammengehalten werden. Während des Silierprozesses lösen pflanzliche und mikrobielle Enzyme diese Strukturen und bauen die Verbindungen nach und nach ab. Die Stärkekörner liegen dann frei vor und können im Magen-Darm-Trakt der Tiere leichter von den Pansenmikroben verstoffwechselt werden. Wird die Silage zu früh nach der ErnteDie Ernte beschreibt alle Arbeiten zum Einbringen landwirtschaftlicher Gewächse und Früchte. geöffnet, bedeutet das immer Verluste bei der Verdaulichkeit – was gleichbedeutend mit einem Minus von ein bis zwei Litern Milch pro KuhDie Kuh ist ein weibliches Hausrind nach der ersten Kalbung. und Tag ist. Vier bis sechs Wochen lang gelagerte Silage können Ihre Tiere besser verdauen.

Müssen Sie die Maissilage dennoch zu früh aufmachen, empfehlen wir Ihnen, die Ration regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls neu zu bewerten. Sonst können Leistungseinbußen Ihrer Tiere die Folge sein.


Stärkeverdaulichkeit in Abhängigkeit der Lagerdauer (nach Ferraretto 2017)


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