Der Klimawandel – und wie er sich aufhalten lässt – ist seit Jahren ein wichtiges und heiß diskutiertes Thema. Welche Rolle spielt hier die LandwirtschaftLandwirtschaft (oder Agrarwirtschaft) ist ein Wirtschaftsbereich der sogenannten Urproduktion. und insbesondere die Rinderhaltung? Und wie lässt sich das bestehende System ändern? Matthias Oskamp von AGRAVIS erklärt im Interview, wie die Rinderhaltung im Kontext von Klimawirkungen und Kohlenstoffkreisläufen einzuordnen ist. Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Interview: Rinder und Klimawandel

Welchen Anteil haben Rinder am Klimawandel? Und welche Rolle spielt dabei ihre Ernährung?

Oskamp: Den Klimawandel verursachen fossile Brennstoffe, von denen die Menschen vor allem in den letzten 100 Jahren große Mengen verbraucht haben. Deren CO₂ hat sich als Treibhausgas in der Atmosphäre angereichert und sorgt hier dafür, dass sich das Klima erwärmt. Kühe stehen häufig im Fokus der Klimadebatte. Durch Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Methanemissionen können sie Teil von Strategien sein, die Treibhausgasemissionen in der Rinderhaltung zu verringern.

In der Landwirtschaft ist die Ernährung der Rinder für etwa ein Drittel der Emissionen verantwortlich. Kühe stoßen Methan aus und das schon seit Jahrtausenden. Die TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. nehmen den in den Pflanzen gebundenen Kohlenstoff mit der Nahrung auf und verdauen dieses Material. Wenn sie dann rülpsen, geben sie einen Teil des Kohlenstoffs als Methan wieder ab. Das Gas wird nach circa zwölf Jahren in der Atmosphäre zu CO₂. Pflanzen nehmen dieses dann wieder auf – so gelangt es zurück in den natürlichen Kohlenstoffkreislauf. Die Emissionen aus der Verdauung von Wiederkäuern sind somit Teil biologischer Kohlenstoffkreisläufe. Die tatsächliche Klimawirkung hängt jedoch von verschiedenen Faktoren der Tierhaltung und Produktion ab.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar
Kühe stehen häufig im Mittelpunkt der Diskussion über Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig arbeitet die Landwirtschaft an verschiedenen Maßnahmen, um Methanemissionen in der Rinderhaltung zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem Fütterungsstrategien, Stallmanagement und neue Technologien.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Matthias OskampProduktmanagement Rind

Wie können Kühe ein Teil der Lösung beim Klimawandel sein?

Oskamp: Methan ist ein starkes, aber kurzlebiges Klimagas – CO₂ dagegen deutlich schwächer und langlebiger. Dieser Fakt kann dabei helfen, die globale Klimakrise zu reduzieren. Konkret heißt das: Wenn wir es schaffen, dass Kühe deutlich weniger Methan ausscheiden, können wir die Klimaerwärmung bremsen. PflanzenDie AGRAVIS ist Expertin in ihrem Geschäftsbereich Pflanzen. wandeln CO₂ bei der Photosynthese um, dabei wird ein Teil des Kohlenstoffs im BodenDer Boden wird umgangssprachlich auch Erde oder Erdreich genannt. gebunden. Kühe nehmen diesen Kohlenstoff beim Grasen auf, wandeln ihn um und setzen bei der Verdauung erneut Methan frei. Die zugrundeliegenden biologischen Prozesse unterscheiden sich also deutlich von den Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Eine Verringerung der Methanemissionen kann somit einen Beitrag zur Begrenzung der Treibhausgaswirkungen leisten.

Welche Möglichkeiten sieht AGRAVIS, Methan zu reduzieren?

Oskamp: Da gibt es viele Ansätze – etwa, wenn es um das Methan in der GülleGülle ist ein natürlicher Wirtschaftsdünger. geht. Hier können Landwirtinnen und Landwirte Zusatzstoffe wie zum Beispiel Eminex einbringen. Unter den im Zulassungs- bzw. Versuchsumfeld untersuchten Bedingungen wurden Methanreduktionen von bis zu 95 Prozent beobachtet. Aus dieser Quelle stammt rund ein Sechstel des Methans aus der Tierhaltung. Diesen Hebel können wir sofort nutzen. Außerdem lässt sich der Wirtschaftsdünger in einer

BiogasanlageSind Rationen optimal zusammengesetzt
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