Die Klauen tragen die Milch: Diese Binsenweisheit ist vermutlich so alt wie die Milchviehhaltung selbst. Denn gesunde Klauen sorgen für langlebige Milchkühe. Doch im alltäglichen Betrieb bleibt die Klauengesundheit eine ständige Herausforderung. Unsere Expert:innen verraten, welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Warum ist die Klauengesundheit so wichtig?

Eine gute Klauengesundheit erhöht die Lebensleistung Ihrer Milchkühe erheblich: Die unfreiwilligen Abgänge sind geringer, die Milchleistungen höher und die Tiere fruchtbarer. Ganz nebenbei steigt die durchschnittliche Laktationszahl der Tiere und damit ebenfalls die durchschnittliche Lebtagsleistung.

Die Leistung einer Kuh

Ob ein altes Tier auch wirtschaftlich ist, zeigt die Kennzahl der „Leistung pro Lebenstag“. Sie beschreibt die von der KuhDie Kuh ist ein weibliches Hausrind nach der ersten Kalbung. produzierte Milchmenge je Anzahl der Lebtage. Eine Holstein-Kuh sollte Zeit ihres Lebens mehr als 18 Liter Milch pro Tag geben.

Außerdem erreichen die TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. am Ende ihrer Lebensspanne deutlich höhere Schlachtgewichte. Investitionen in eine gute Klauengesundheit zahlen sich also aus.

Scoring: die Gesundheit der Herde stets im Blick

Mit einem einfachen

Scoring

Führen Sie regelmäßig professionelle Klauenpflege durch

Pflegen Sie die Klauen, damit sie gesund bleiben. Die empfohlene Frequenz der Schnitte pro Tier und Jahr ist unter anderem von der Herdenleistung abhängig. Folgende Werte haben sich als Faustregel bewährt:


  • Weniger als 9.000 Kilogramm Milch: zweimal jährlich
  • 9.000 bis 11.000 Kilogramm Milch: zweieinhalbmal jährlich
  • Mehr als 11.000 Kilogramm Milch: dreimal jährlich

Nur sachkundige Personen sollten die Klauenpflege durchführen. Zu stark eingekürzte oder zu flach geschnittene Klauen können im schlimmsten Fall zum Totalverlust eines wertvollen Tieres führen. Der Klauenpflegende sollte nach dem Standard der „funktionellen Klauenpflege“ vorgehen:


  • Klaue einkürzen und Sohlendicke einstellen
  • Außenklaue anpassen und entlasten
  • Hohlkehlung schneiden
  • Defekte korrigieren beziehungsweise entlasten
  • Loses Horn entfernen

Hygiene ist Pflicht

Achten Sie unbedingt auf die allgemeine Stall- und Klauenhygiene. Schieben Sie die Laufgänge regelmäßig ab, um die Erreger für die Dermatitis digitales („Mortellaro“) zu minimieren. Die Klauen der Tiere sollten möglichst sauber und trocken sein. Wenn Sie Klauenbäder zur Desinfektion einsetzen, benutzen Sie nur zugelassene Mittel (zum Beispiel

Desintec HoofCare Special)

Ein Klauenbad reduziert jedoch lediglich den Erregerdruck und eignet sich nicht zur Behandlung eines akuten Klauenleidens. Dermatitis digitales lässt sich im Stall nur dauerhaft bekämpfen, wenn Sie neben dem regelmäßigen Klauenbad auch eine grundsätzliche

Hygiene-Strategie

Schaffen Sie die richtige Umwelt

Die Umwelt der Tiere ist entscheidend für gesunde Klauen. Vermeiden Sie überbelegte Flächen, enge verwinkelte Treibwege mit unebenen Bodenbelägen und enge Liegeboxen mit harter Unterlage. Unruhe in der Herde sorgt ebenso für erhöhten Stress an der Klaue. Dadurch kommt es häufig zu minderwertigem Klauenhorn, direkten Klauenschäden oder Veränderungen an den Klauen.

Ausgewogene Futterversorgung

Wenn Sie Ihre Tiere angemessen füttern, sorgen Sie nebenbei für gesunde Klauen. Unausgewogene Rationen und Fütterungsfehler können zum Beispiel zu einer subakuten Pansenübersäuerung führen. Daraus resultiert oft eine sogenannte Reheklaue.

Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen. In einigen Fällen ist spezielles Mineralfutter sinnvoll (zum Beispiel Vitamiral Klauenfest). Hier ist der Effekt jedoch erst langfristig sichtbar, da die Klauen nur sehr langsam wachsen (circa sieben Millimeter pro Monat). Auch die Silagequalität (oder allgemein die

Hygiene des Grundfutters

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