Lösungen für innovative Landtechnik und Pflanzenbau
Das Team der AGRAVIS Future Farm bilden Betriebsinhaber Dr. Lutz Beplate-Haarstrich, Projektmanager Hinrich Brase und Mitarbeitende der AGRAVIS Technik und der AGRAVIS Pflanzenbau-Vertriebsberatung. Gemeinsam untersuchen sie neue Techniken und Methoden in der Landtechnik und im Pflanzenbau sowie die Vernetzung digitaler Konzepte und Module. Ziel sind praxisorientierte, integrierte Lösungen anstelle von Insellösungen. Ihre Ergebnisse fließen unmittelbar in Schulungen und Training ein. Profitieren Sie von ihrem Fachwissen und praktischer Beratung.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar
Klimaschutz und Nachhaltigkeit gehören unmittelbar zusammen. Ein wichtiges Thema in diesem Kontext: Die Reduzierung von CO2-Emissionen, die die Agrarbranche entlang der verschiedenen Wertschöpfungsstufen beschäftigt. Viele Konzepte mit dem Ziel CO2 zu reduzieren sind bereits in der landwirtschaftlichen Praxis etabliert. Zum Beispiel sanken die jährlichen Emissionen aus der Landwirtschaft zwischen 1990 und 2023 um 23,4 Millionen Tonnen CO2-Äquvalente. Quelle:
BMELDer mehrjährige Feldversuch soll neue praxisnahe Erkenntnisse über die Bodenverbesserung sowie die Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag liefern. Da Pflanzenkohle den Kohlenstoff langfristig bindet, kann ihr Einsatz die landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Klimastrategie unterstützen und so zu einer nachhaltigeren Milcherzeugung beitragen.
In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt, dass Pflanzenkohle langfristig CO2 aus der Atmosphäre binden kann. Darüber hinaus dient sie in der Landwirtschaft und im Gartenbau als Speicher für Nährstoffe und Wasser. Dies führt zu einer verbesserten Bodenfruchtbarkeit und fördert das Wachstum der Pflanzen.
Das Projektteam testet vorerst in der Fruchtfolge Mais, Zuckerrübe, Getreide und Kartoffeln. Die Pflanzenkohle wird per Kalkstreuer ausgebracht. Die Versuche laufen in mehreren Schritten ab:
Die Bewirtschaftung der Parzellen erfolgt einheitlich hinsichtlich Bodenbearbeitung, Düngung, Saatgut, Pflanzenschutz und Bewässerung.
2025:
2026:
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die reale und potenziell mögliche Reduktion des CO2-Fußabdrucks zu berechnen und weitere Maßnahmen für Milchviehbetriebe abzuleiten. Dazu gehören:
Projektnutzen und Vorteile der Pflanzenkohle
Pflanzenkohle wie die Carbuna CPK 5 ist eine kohlenstoffreiche, chemisch stabile Holzkohle mit mittlerer Körnung und geringem Staub- und Wassergehalt. Sie kann in verschiedenen Anwendungen von Landwirtschaft über Gartenbau bis hin zur Industrie genutzt werden. Die Pflanzenkohle speichert Wasser und Nährstoffe, hat einen hohen Kohlenstoffgehalt von über 87 Prozent und eine hohe chemische Reinheit.
Die langjährigen Maisversuche auf der AGRAVIS Future Farm konzentrieren sich auf die Aspekte Technik, Pflanzenbau und Digitalisierung. Wir haben die Aussaattechnik (Väderstad Tempo und Precision Planting) und Düngung (Mineralisch z.B.
ENTEC EVORaiffeisen NetFarmingProPlant-Grafik: Darstellung des Wetterverlaufs in der Maisvegetation 2024
Bei den getesteten Starterdüngern in der Saatfurche zeigte die Platzierung Vorteile. Die Mehrerträge sind vergleichbar mit hohen Düngermengen an granulierten Phosphordüngern.
Die Sorten des
„Im Maisanbau bestimmen auch kleine Schrauben den Spitzenertrag. Eine gute Nährstoffversorgung bei P, K, Mg und pH-Wert ist wichtig“, resümiert Hinrich Brase, Projektmanager AGRAVIS Future Farm.
Die Stickstoffversorgung nach Düngebedarfsberechnung ist für die Aufnahme der Kultur optimal zu planen. Mit passender Bodenbearbeitung und gutem Unkrautmanagement sind die Grundlagen gelegt. Unser Fokus auf die Optimierung der Aussaattechnik, teilflächenspezifische Bewirtschaftung, mineralische Startdüngung und nach Ertragspotential, bietet den Landwirtinnen und Landwirten die besten Entscheidungsmöglichkeiten und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Ernte.
Rückblickend auf die Maissaison 2023 bekommt das Team der AGRAVIS Future Farm leuchtende Augen: Der Mais wuchs super und die Expert:innen sammelten zahlreiche Erkenntnisse rund um Anbau und Technik, die sie an landwirtschaftliche Betriebe weitergeben.
Die Aussaat verlief in drei Schritten, weil das Team zum Vergleich der Düngervarianten eine Parzelle mit granulierten Phosphordünger in der Positionierung ,Unterfuß` brauchte und dafür eine 12x50er Reihe von Precision Planting zur Verfügung stand – eine Drillmaschine mit zwölf Reihen, die im Abstand von 50 Zentimetern montiert sind. Die Maschine legte am 2. Mai zudem den Maisversuch für den ARA Smartsprayer.
Der Rest der Hauptdemo wurde mit einer unsymmetrischen 9x75er Reihe von Precision Planting und einer Vorführmaschine, der Amazone Precea 600, gelegt. „Mit den 'Flaging-Kits' haben wir hier wissenswerte Unterschiede in den Feldaufgängen festgestellt, die wir weiterhin überprüfen”, so Brase.
Mit steigenden Temperaturen lief der Mais nach leichtem Zögern sehr gleichmäßig auf. Sortenunterscheide sahen die Expert:innen in der guten Jugendentwicklung der Advantagenetik; sie gilt bei zeitigen Saatterminen im norddeutschen Raum als willkommene Sicherheit.
Rückblickend kaum zu glauben: Rechtzeitig im Juni begann das Future-Farm-Team den hüfthohen Mais zu beregnen. Der Bedarf war klar gegeben, die Kapazitäten standen zwischen Getreide und Kartoffeln zur Verfügung, und der Ertrag gab ihnen recht. Die geschaffenen Ertragsanlagen, vor allem Körner pro Kolben, konnten durch den auskömmlichen Regen ab Ende Juli vollkommen ausgeschöpft werden.
Für die Ernte stellte das Team von Großtechnik auf Handbeerntung um, weil die Terminierung mit der raschen Abreife schwierig war und sich so eine dreifache Wiederholung sehr gut verrechnen lässt. „Neben dem Gewicht der ganzen Pflanzen pro Parzelle haben wir eine Häckselprobe analysiert, um die Feuchtigkeitswerte und Inhaltstoffe validieren zu könne. Zudem haben wir die Kolben der Parzellen entnommen und den Körnermais ausgedroschen. Die Einflüsse von Dünger, Sorte oder Technik sind absolut spannend und werden in unseren Empfehlungen sicherlich Berücksichtigung finden”, betont Hinrich Brase.
Alles in allem war es eine klasse Maissaison von der Aussaat bis zur Ernte, in der das Future-Farm-Team zahlreiche Daten erhob und Annahmen bestätigen konnte.
Ein schöner Erfolg für die Gruppe: Maisprofis aus dem Arbeitsgebiet waren bei ihren Besuchen von der Demoanlage in Suderburg sehr angetan.
Die Böden im Landkreis Uelzen sind trocken und die Dürre im Sommer hat der Kultur ebenfalls zugesetzt. Beim Feldtag im September 2022 präsentierte sich der Maisbestand in Suderburg dann aber prächtig und gut gewachsen – ein Ergebnis von Beregnungsanlagen, guter Aussaattechnik sowie Boden- und Pflanzen-Hilfsstoffen.
Mitte Mai rückt der Mais auf der Future Farm in den Vordergrund. Bei der Aussaat auf den Feldern in Suderburg legte das Team der AGRAVIS Future Farm verschiedene Untersuchungsblöcke an, die es in den folgenden Monaten beobachtete und bewertete:
• Düngung
• Landtechnik
• Reihenabstände und mechanische Unkrautbekämpfung
Im Laufe der Vegetation haben die Mitarbeitenden Entwicklung und Wachstum bonitiert und später ausgewertet.
Eine Besonderheit bei der Maisaussaat 2021 war die Unterstützung durch den
„Kollegen“ RobottiEnde Juni begutachtete das Future-Farm-Team die Maisversuche und sah bereits erste Differenzen in den Varianten. Zusätzlich zu den Düngungs- und Technikversuchen lief auch ein Versuch, bei dem komplett auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet und ausschließlich mechanisch versucht wurde, den Mais sauber zu halten; unter anderem mit einer Untersaat.
Wie wächst der Mais nach der Aussaat mit Precision Planting? Das schaute sich das Projektteam der AGRAVIS Future Farm im Frühjahr 2020 an. Der erste Eindruck: Trotz erneuter Trockenheit in der Region sieht der Mais gut aus.
Das Versuchsfeld in Suderburg wurde mit Precision-Planting-Technik gedrillt, und zwar mit unterschiedlichen Maschineneinstellungen.
Die AGRAVIS Technik Gruppe ist seit 2018 deutschlandweit Vertriebspartner für die Produkte von
Ein Großteil der Mais-Versuchsfläche wurde gehäckselt. Einige Pflanzen aus den Versuchsblöcken wurden zu einem späteren Zeitpunkt separat mit dem Versuchshäcksler gehäckselt. Die Kolben hat das Team zuvor per Hand gepflückt, gewogen und getrocknet.
Der Ertrag war sehr gut, er lag bei 45 bis 70 Tonnen/Hektar. Der Trockensubstanzgehalt lag bei rund 30 Prozent.
Das Team der AGRAVIS Future Farm plant immer Winter- und Sommerdruschfrüchte in die Fruchtfolge ein. Für das Erntejahr 2024 drillte es Wintergerste und Winterroggen für die Futterproduktion sowie Sommergerste mit Braueignung und Winterraps als Ölfrucht aus.
Der Herbst 2023 war nass, selbst auf leichten Heideböden, aber die Saat fand pünktlich unter guten Bedingungen statt. „Wir säten den Raps in Einzelkornsaat mit einer
Precision PlantingDie Bestände starteten Ende Februar. Dort, wo wir fahren konnten, gaben wir nitratbetonten Stickstoffdünger mit Schwefel. Die maximale Durchfeuchtung seit November schränkte die Wurzelentwicklung deutlich ein. Doch dann wendete sich das Blatt und hohe Temperaturen und trockener Wind ab Anfang Mai führten zu deutlichen Trockenschäden, besonders auf leichten Böden.
Um die Bestände zu unterstützen, planten wir zwei Beregnungsgaben ab Mitte Juni. Kleine Mengen Zusatzwasser zur richtigen Zeit verbesserten Erträge und Qualität.
Herbizidspritzungen wirkten gut gegen sämtliche “Begleitflora”. Ein früher Fungizidschutz war bei wüchsigem Wetter in diesem Jahr unabdingbar und passte im Roggen mit dem Wachstumsregler-Termin überein. „Hier war die gewählte Menge mit Blick auf feuchte Böden und guten Bedingungen etwas zu üppig. Die unbehandelte Kontrolle, quer in der Sortendemo, zeigte eine deutliche Einkürzungsleistung, mit großen Unterschieden bei den Sorten, von bis zu 45 Zentimetern. Der Druck durch Pilzbefall war hier ebenfalls massiv, weshalb wir keine Ertragsauswirkungen durch den Wachstumsreglereinsatz ermittelt haben, weil es einfach zu viele Einflussfaktoren gab“, analysiert Hinrich Brase.
Trotz technischer Fortschritte und guter Aussaatbedingungen führten die extremen Wetterbedingungen zu geringen Erträgen bei Wintergerste und Winterraps, während Sommergerste dank Zusatzberegnung bessere Ergebnisse lieferte. Der Einsatz von moderner Aussaat- und Düngetechnik konnte die enormen Herausforderungen nicht vollständig kompensieren. Insgesamt blieb die Wirtschaftlichkeit der Winterungen hinter den Erwartungen zurück.
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Beregung in Zeiten des Klimawandels:
Zum MagazinbeitragWechselhaft wie das Wetter sind auch die Ergebnisse, die das Team der AGRAVIS Future Farm bei den Druschfrüchten beobachtet. Die Spanne reicht von guten Entwicklungen und hoffnungsvollen Ausblicken bis zu Auswuchsproblemen und unnötiger Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe.
“Wir haben auf den Flächen in Suderburg Wintergerste, Winterroggen, Wechselgerste, Sommergerste und Winterraps angebaut”, sagt Projektmanager Hinrich Brase. Geplant sind Wintergerste und Roggen für Futter, Winterraps für die Ölproduktion (sehr gute Ölgehalte in diesem Jahr) und Wechsel-/Sommergerste als Braugerste, “Hier ist die Verwendung aber noch ungewiss, denn es gab Auswuchsprobleme. Als Wechselgerste haben wir Sommergerste, mit besonderer Winterhärte, gedrillt. Wir sehen dort die Chance auf eine gute Entwicklung im zeitigen Frühjahr: wassersparend bei höherem Ertragspotenzial. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass wir mit dem 2. November das richtige Datum für die Aussaat erwischt haben und viele Kolleg:innen nach Frost ihre ähnlichen Bestände umbrechen mussten.”
Die Aussaat des Getreides lief per Lemken Saphir mit Kreiselegge. “Eine so intensive Bearbeitung ist auf Sandboden wie hier in Suderburg weniger nötig, aber der Auflauf des Getreides ist sehr gut”, beobachtet Brase. Die Rapssaat nahmen die Fachleute per Horsch Fokus mit Streifenlockerung in weiter Reihe mit Unterfußdüngung mit Stickstoff vor.
Das Getreide wurde nach der Entwicklung der Bestände teilflächenspezifisch mit den Modulen von
Raiffeisen NetFarming“Wir haben im Getreide und zum Teil im Raps aufgrund des feuchten Herbst-/Winterhalbjahr eine geringe Wurzelentwicklung. Die Kulturen haben die verfügbare Bodenfeuchtigkeit schlecht ausgenutzt und nur in geringerem Maße Nährstoffe aus dem Boden gezogen. Dadurch sind sie nicht sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit”, erläutert Hinrich Brase. Außerdem beobachteten die Expert:innen Zwiewuchs im Getreide. Das bedeutet ungleiche Abreife und unnötiger Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe.
Die Investition in Smart Farming bedeutet Arbeitserleichterung und Ressourcenschonung. Gerade wenn die Technik schon auf dem Betrieb ist, kann sie sehr sinnvoll in den guten Pflanzenbau eingebunden werden. Bei der Kulturen- und Sortenwahl sollten Betriebe, auch aufgrund der verhaltenen Ernte in diesem Jahr, die Tendenz zur Risikostreuung weiter berücksichtigen. Sie können Arbeitsspitzen für den optimalen Aussaatzeitpunkt, sowie Pflanzenschutz und Ernte brechen und auch die Fruchtfolge auflockern. „Auf den landwirtschaftlichen Betrieben in Norddeutschland gehören die Druschfrüchte zum Pflanzenbau dazu, und es ist schön zu sehen, dass auch in diesem Bereich die Innovationen nicht ausbleiben. Wir werden uns weiterhin mit Regenerativer Landwirtschaft beschäftigen und auch den Einsatz von Robotik im Auge behalten“, fasst Brase zusammen.
Unsere Erfahrungen auf der Future Farm
2023 haben wir erstmals die Aussaat von Zwischenfrüchten mittels Drohne untersucht. Die verzögerte Ernte durch Regen sorgte für viel Feuchtigkeit – ideale Bedingungen für einen Feldversuch. Wir haben verschiedene
Circonium-MischungenErkenntnisse aus dem Feld
2024 haben wir gezielt untersucht, welche Circonium-Mischungen sich für die Drohnensaat eignen. In der Getreidedemo testeten wir in mehreren Parzellen von Wintergerste und Winterroggen je fünf Circonium-Mischungen in zwei Aussaatstärken. Besonders nach der Gerstenernte fanden wir eine akzeptable Auflaufrate; nach Roggen verhinderten Unkraut und Ausfallkörner eine genaue Auswertung.
„Das richtige Timing ist entscheidend. Wir brauchen einen guten Aufgang, der den Drusch allerdings nicht beeinträchtigt“, betont Projektleiter Hinrich Brase.
Worauf es ankommt
Praktischer Einsatz 2025
Im Sommer 2025 haben wir dank Unterstützung des
Maschinenrings UelzenFazit und Ausblick
Der Vorteil der Drohnensaat zeigt sich besonders bei flexiblen Zeitfenstern und schwierigen Wetterlagen. „Mit der Drohne schaffen wir es, auch unter wechselnden Bedingungen eine gleichmäßige Bestandsentwicklung zu erreichen“, resümiert Hinrich Brase. Entscheidend bleibt eine sorgfältige Planung: Aussaatzeitpunkt, Mischung und Bestandsführung machen den Unterschied.
Wir bei AGRAVIS setzen auf innovative Technik, Praxiserfahrung und partnerschaftliche Zusammenarbeit. So sorgen wir gemeinsam für nachhaltigen und erfolgreichen Zwischenfruchtanbau.
Überschwemmte Bereiche wurden abgeschrieben. Nach ausreichender Andüngung wuchs das Getreide gut, aber zwei heiße Wochen im Mai ohne Regen reduzierten die Bestände auf schwachen Flächen erheblich. Die Auswirkungen auf die Zwischenfrucht waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Mit etwa 70 mm Beregnung in zwei Gaben reichte das Wasser jedoch für die Wintergerste bis zur Ernte.
Die Direktsaat fand mit einer SKY Multidrill statt. Mit bis zu 180kg Druck pro Schar findet der Bodenschluss mit minimaler Bodenbewegung auch bei sehr festen Böden statt. Ein Doppeltanksystem ermöglicht die Zugabe weiterer Komponenten, in angepasster Menge. Durch mechanische Dosierung und glatten Schließrollen ist sie einsatzsicher. Die betriebsüblichen Varianten wurden nach sofortigem Stoppelsturz und weiterem Bearbeitungsgang nach 10 Tagen mit der SKY Maxidrill des Betriebes, mit gleichen Mischungen und Aussaatstärken, ausgedrillt.
„Die Direktsaat von Zwischenfrüchten ist eine gute Möglichkeit, um die Biomassebildung zu optimieren“, erklärt Brase.
Nach der Roggenernte am 8. August 2024 wurden die Direktsaat und betriebsüblichen Varianten ebenfalls ausgesät. Die Unterschiede in den Beständen waren deutlich. Während die Direktsaat nach Wintergerste hervorragend abschnitt, konnte sie sich nach Roggen nicht gegen den Gänsefuß behaupten. „Der Punkt Ausfallgetreide wird durch Direktsaat gut gelöst. Für den Erfolg ist vorausgesetzt, dass es keine Altverunkrautung gibt und sofort ausgesät wird“, so Brase. „Strohbergung ist oft ein Hindernis. Besonders bei Wintergerste ist auch Häckselstroh herausfordernd, da große Mengen zu „Hairpinning“ führen können.“ (Hairpinning: Eindrücken von Stroh und Pflanzenresten in den Saatschlitz; Folge sind fehlender Bodenschluss der Saat und schlechte Auflaufraten)
Am 13. Juli, als das Team die Wintergerste erntete, waren alle bester Dinge. Denn sehr gut beregnete Bestände versprachen, dass der Plan aufging. Warum es anders kam, darüber berichteten alle Medien. Die schwierige Getreideernte in ganz Deutschland war überall Thema und auch auf der AGRAVIS Future Farm ging es erst am 10. August weiter.
Hinrich Brase und Arne Klages vom Team der Future Farm fassen zusammen:
(Mai 2022)
Zwischenfrüchte unterstützen das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit. Die Untersuchungen der AGRAVIS-Bereiche Pflanzenbau, Technik und Digitalisierung auf der AGRAVIS Future Farm in Suderburg belegen, dass sich der Anbau von Zwischenfrüchten für die Betriebe ökologisch und wirtschaftlich auszahlen kann.
Bei den Untersuchungen hat die Mischung
Topsoil MulticropDie Expert:innen beobachteten außerdem, dass eine zeitige Aussaat für den Erfolg der Zwischenfrucht wichtig ist. Ende Juli/Anfang August sollten die Zwischenfrüchte in den Boden, sonst sinken ihre positiven Effekte. Ein technisches Lösungspotenzial für den Umbruch hat die sehr flache Bodenbearbeitung, die, vollflächig eingesetzt, den Pflanzenspross sehr präzise von der Wurzel trennt und so ein erneutes Anwachsen verhindert.
Ein weiterer Vorteil von Zwischenfruchtmischungen ist ihre Fähigkeit, Luftstickstoff zu binden. „Das ist vor dem Hintergrund der Preise, Verfügbarkeiten und Reglementierungen rund um Dünger hochinteressant“, weiß Arne Klages von der Pflanzenbau-Vertriebsberatung. Auf der AGRAVIS Future Farm testeten die Fachleute Zwischenfruchtmischungen mit und ohne Leguminosen. Ergebnis: Bei Mischungen mit Leguminosen wie Solapro+N werden 30 Kilogramm/Hektar Stickstoff in den Ackerboden gebracht, die der Betrieb nicht im System bilanzieren muss. Er erhält eine Stickstoffanreicherung für die Fruchtfolge, die nicht angerechnet werden muss, die Pflanzen aber unterstützt.
Erkenntnisse:
Landwirt:innen können ganzheitlich mit qualitativen Mischungen Vorteile zur Ressourcenschonung erreichen:
(April 2022)
Bereits 2021 hat das Team der AGRAVIS Future Farm umfangreiche Zwischenfruchtversuche durchgeführt. Im März 2022 wurden sie fortgeführt. Im Zentrum steht weiterhin die Frage: Wie können Landwirt:innen auch ohne Glyphosat ressourcenschonend und wirtschaftlich zugleich arbeiten?
Basierend auf den bisherigen Erfahrungen, hat das Team der AGRAVIS Future Farm im Umbruch unterschiedliche Technikvarianten ausprobiert. Die Gerätschaften stehen stellvertretend für Verfahrensunterschiede und nicht für Herstellerlösungen.
„Ziel ist es, aus den Erkenntnissen des Frühjahrs mit dem Wissen über die Etablierung der Zwischenfrüchte im Herbst, einen Leitfaden entwickeln zu können, wie Landwirtinnen und Landwirte die Vorzüge der Zwischenfrüchte ohne den Einsatz eines Totalherbizides für den Betrieb nutzen können“, fasst Hinrich Brase zusammen.
Das gewählte Bearbeitungsverfahren muss entsprechend zum Ziel passen
Die Vorarbeit ist allerdings das Allerwichtigste. Nur eine sehr ebene Fläche kann sehr flach und vollflächig bearbeitet werden. Auch muss die Zwischenfrucht zum Zeitpunkt der Räumung ein gutes Stadium haben, um durch die Bearbeitung abzusterben. Auf trockenen Sandböden stießen wir in unserem Test an die Grenzen der Geräte, weil der trockene Sand zum Teil nicht als Gegenschneide fungiert und der Boden nur „verschoben“ wurde. Ein optimierter Prozess, der auf den Boden, die Pflanzen, Geräte und Zeitpunkt abgestimmt ist, kann allerdings den Verzicht auf ein Totalherbizid ermöglichen.
(März 2021)
Welche Alternativen haben Landwirt:innen, wenn sie auf Glyphosat verzichten wollen oder müssen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Versuchs im März 2021 auf der AGRAVIS Future Farm. Die AGRAVIS Techniken wollen den Landwirt:innen mögliche Lösungen vorstellen. Dafür muss getestet werden – so wie beim Zwischenfrucht-Umbruchversuch auf dem Kartoffelacker in Suderburg. Die Geräte wurden unter drei verschiedenen Bedingungen eingesetzt: einmal direkt in den stehenden Zwischenfruchtbestand, einmal wurde mit einer Messerwalze vorgearbeitet und einmal mit dem Mulcher.
Eine Spritzbreite (24 Meter) wurde mit Glyphosat behandelt. Daran mussten sich die Geräte dann messen lassen. Das Ergebnis zeigt den Expert:innen, wie wichtig solche Versuche in der Praxis sind; es gab einen massiven Getreideausfall in der Zwischenfrucht. Das Getreide war tot, die Zwischenfrüchte waren weiter gewachsen. Dies hat die Geräte an ihre Einsatzgrenzen gebracht. Das sind durchaus die Herausforderungen, vor denen die Landwirt:innen auch auf ihren Betrieben stehen.
Bei beiden Zwischenfruchtversuchen standen zukünftige Anforderungen an die Landwirt:innen im Fokus: bei den Direktaussaatversuchen das sich verändernde Klima und beim Umbruch die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Pflanzenbau. Das Team bewertet die gemachten Erfahrungen und gibt diese zum Beispiel in Form von Seminaren an die Landwirt:innen weiter. Sie können unsere Erkenntnisse nutzen und ersparen sich böse Überraschungen auf dem Feld.Diese Maschinenkombinationen setzte das Team ein:
(August 2020)
Betriebsleiter Dr. Lutz Beplate-Haarstrich und das Projektteam der AGRAVIS Technik legten einen umfangreichen Versuch zur Zwischenfrucht-Aussaat an. Dabei wurden auf einem 19-Hektar-Feld sowohl verschiedene Aussaattechniken (Direktsaat, Mulchsaat, Pflugsaat) als auch verschiedene Sorten angewendet und ihre Auswirkungen auf das Wachstum untersucht. Die Vorfrucht war Sommergerste, das Stroh wurde abgefahren, aber für die Versuchsparzellen teilweise auch gehäckselt.
Am 2. August wurde gedrillt. Bis zum 22. August gab es keinen Regen, dennoch beobachteten die Expert:innen einen guten Feldaufgang. Die betriebsübliche Variante, Mulchsaat, bestehend aus den Arbeitsgängen einmal Kurzscheibenegge, einmal Grubber und dann Drillmaschine, wurde erst am 23. August gedrillt, nachdem es geregnet hatte. Aufgrund der Trockenheit hätte es vorher keinen Sinn gemacht.
Auf der AGRAVIS Future Farm wurde auch ein Versuch zum Thema Bio-Strip Till angelegt. Die Idee dahinter: Alle 75 Zentimeter wird eine tiefwurzelnde Zwischenfrucht, zum Beispiel Leguminosen oder Ölrettich, gedrillt, die den Boden auf natürliche Weise lockern soll. In den Zwischenraum kommen flachwurzelnde Komponenten (Phacelia, Rauhafer). Im nächsten Frühjahr soll dann der Mais direkt auf die natürlich gelockerten Streifen gedrillt werden.
Bis Ende August wurde die Zwischenfrucht noch nicht gedüngt. Ein Versuch mit einer N-Kopfdüngung wird noch angelegt. Das Zwischenfazit: Grundsätzlich sind alle Varianten befriedigend aufgelaufen, Unterschiede zwischen den Techniken werden aber bereits sichtbar.
Nils Wittenberg, Praktikant auf der AGRAVIS Future Farm, begleitete das Zwiebelprojekt durch die gesamte Vegetationsperiode. Er machte unter anderem Versuche mit dem ARA-Spotsprayer von Ecorobotix zur Ertragssteigerung durch die präzise Spotapplikation im Vergleich zu herkömmlichen Vollflächenspritzung. Die Versuche wurden vor der Ernte beprobt. Auch hier gab es wertvolle Ergebnisse, die Nils Wittenberg in seinem Forschungsprojekt auswertet und interpretiert.
Zuckerrüben lassen sich gut mit Gülle oder Gärresten düngen. Das Future-Farm-Team erhoffte sich zudem einen besonders guten Effekt von der streifenweisen Lockerung und Ablage eines Güllebands im Strip Till-Verfahren. Ende März, bei optimaler Witterung und leicht feuchten Böden, war der Keimling, auch bei den Strip Till-Rüben, nach einer Woche bereits einen guten Zentimeter lang. Die Fachleute arbeiteten mit verschiedenen Bodenbearbeitungs- und Düngeverfahren, die sie in der Saison mehrfach bewerteten, um festzustellen, ob eine reduzierte Bearbeitung die Entwicklung der Zuckerrüben beeinflusst.
Verschiedene Feldroboter haben bereits auf den Feldern gearbeitet. Unter anderem der Famdroid FD20 und die Präzisions-Feldspritze ARA von ecoRobotix mit künstlicher Intelligenz gehören inzwischen zum landwirtschaftlichen Alltag in Suderburg. Der Farmdroid FD20 nahm seine Arbeit im März 2022 auf, als er zehn Hektar Zuckerrüben drillte. Der Roboter interessierte auch junge Gäste aus England: Raiff und Harry, die über die europäische Landjugend nach Deutschland gekommen waren, halfen auf der AGRAVIS Future Farm beim Umbau der Maschine zur Aussaat. Harry, Milchbauer aus Cornwall, war begeistert: „Digitalisierung ist auch bei uns ein großes Thema und es war spannend, die Future Farm mit ihren Hintergründen zu erleben.“
Vor Weihnachten hat das AGRAVIS-Team den Raps mit dem Isaria-Sensor gescannt. Wo viel Biomasse war, konnte Dünger eingespart werden. Mit dem NetFarming-Portal wurde eine Applikationskarte erstellt und im März abgearbeitet.
Weiterführende Informationen zu Smart-Farming-Techniken und Robotik bei AGRAVIS finden Sie hier:
Mit welcher Technologie können Landwirt:innen am besten die Biomasse beziehungsweise die Stickstoffaufnahme in der Sommergerste überprüfen? Um diese Frage zu beantworten, schickte das Team der AGRAVIS Future Farm einen Isaria-Stickstoffsensor und eine Drohne über 20 Hektar der Farm in Suderburg. Ziel des rund vierstündigen Versuchs, zu dem auch die Satellitenbilddaten herangezogen werden: die Technologien und ihre Einsatzmöglichkeiten zu vergleichen, zu bewerten und individuell passend für jLandwirt:innen zu bestimmen.
Der Isaria-Stickstoffsensor ermittelt durch Bestandsbefahrung die Biomasse. Die Drohne wird über den Schlag gesteuert, ihre Daten laufen wie die Daten von einem aktuellen Satellitenbild auf dem Rechner ein. Der Isaria-Einsatz braucht Erfahrung. Der Sensor, der über die Newtec Vertriebsgesellschaft für Agrartechnik GmbH, eine Konzerngesellschaft der AGRAVIS, vertrieben wird, wird vorn am Schlepper befestigt. In einem Arbeitsgang wird dann vorn gemessen und hinten appliziert. Bei der Drohne und dem Satellitenbild werden die Daten in eine Applikationskarte übertragen und dann auf das Traktorterminal gespielt. Das Verfahren eignet sich gut für größere Betriebe mit mehreren Angestellten, die auf den Feldern unterwegs sind.
(30.8.2021)
Nach ersten Mais-Testaussaaten mit dem Agrointelli Robotti 150D (siehe unten) fuhren drei weitere Feldroboter auf der AGRAVIS Future Farm. Der dieselelektrische AgBot von AgXeed (Niederlande), der Sä- und Hackroboter FD20 von Farmdroid (Dänemark) und das Spotspraying-Anbausprühgerät ARA von ecorobotix (Schweiz) sind bereits weit entwickelt und auf dem Weg zur Praxisreife oder werden bereits am Markt verkauft. Das Future-Farm-Team nahm diese drei Feldroboter genau unter die Lupe. Die Expert:innen testeten und diskutierten die Funktionsweisen, Vorteile und Chancen, aber auch Herausforderungen im Umgang mit den Maschinen.
Die Feldroboter sind zu 80 Prozent Software-Produkte. Die Software wird im Remote Service betreut: Mitarbeitende des Herstellers greifen über die Online-Plattform auf das Gerät zu und unterstützen die Service-Kolleg:innen bei der Lösung möglicher Probleme.
Weiterführende Informationen zu Smart-Farming-Techniken und Robotik bei AGRAVIS finden Sie hier:
(24.3.2021)
Feldrobotik kann bei der Bodenbearbeitung, der Aussaat und der Unkrautbekämpfung in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Schon heute stehen diverse Anbieter von Feldrobotik in den Startlöchern. Das hörten die AGRAVIS-Bereiche Pflanzenbau und Technik bereits beim Workshop „Hacktechnik“ im Sommer 2020 auf der AGRAVIS Future Farm. An einem Vorführtag übernahm der Agrointelli Robotti 150D die Arbeit auf dem Acker in Suderburg.
Spannend war es, die Online-Plattform zur Planung und Einrichtung der Feldarbeit in Aktion zu sehen. Die Landwirt:innen geben Daten zur Feldgrenze, den Fahrspuren, der Arbeitsbreite und der Fahrgeschwindigkeit ein. Der Roboter erhält den fertigen Auftrag über das Mobilfunknetz und macht sich dann auf dem Feld in Suderburg mit einer vierreihigen Einzelkorndrillmaschine an die Arbeit.
Getestet wurden unter anderem die Auftragserstellung im Online-Portal, das Handling der Maschine mit Fernsteuerung für die Fahrten auf das Feld und zur Verladung, die Arbeitsweise im Feld sowie die Zuverlässigkeit der Sicherheitseinrichtungen wie Kameras, Laserscanner, Berührungssensoren oder geo-fencing.
Die Erkenntnisse:
Informationen zur Maschine:
Weiterführende Informationen zu Smart-Farming-Techniken und Robotik bei AGRAVIS finden Sie hier:
400 Kühe, eine Käserei, eine Ökogasanlage, Bewirtschaftung von 430 Hektar unter anderem mit Gemüsebau: Das ist der biologisch ausgerichtete Betrieb von Ludger Engeln in der Region um Papenburg. Der Landwirt ist nicht nur breit aufgestellt, sondern denkt auch zukunftsorientiert. Er setzt den Feldroboter FarmDroid FD20 für den Anbau von Gemüse ein. Fragen zur Technik beantwortet Sebastian Henrichmann, Experte für Smart Farming. Als Verantwortlicher für Digitalisierung in der AGRAVIS Technik Holding GmbH ist er bei der Erprobung von Feldrobotern von Anfang an mit im Einsatz.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar