Die Kartoffel gehört in Deutschland schon seit dem 18. Jahrhundert zu den Grundnahrungsmitteln. Der Kartoffelbefehl Friedrich des Großen hat damals zum vermehrten Anbau beigetragen. Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Über Kartoffeln

Heute werden Kartoffeln auf etwa 285.000 Hektar, vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern angebaut. Hierbei kann man zwischen Speisekartoffeln und Industriekartoffeln unterscheiden. Die Industriekartoffeln werden unter anderem zu Pommes, Chips und Produkten aus Kartoffelstärke verarbeitet. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt zurzeit bei 63,5 Kilogramm pro Person, wovon 25,5 Kilogramm auf Frischkartoffeln und 38 Kilogramm auf Verarbeitungsprodukte entfallen.

Was ist bei der Pflanzung von Kartoffeln zu beachten?

Der richtige Pflanzzeitpunkt hängt vor allem von den vorliegenden Boden- und Witterungsverhältnissen ab und liegt meistens zwischen Anfang April und Anfang Mai. Die Böden sollten abgetrocknet und leicht erwärmt sein (8°C bis 10°C), um der Kartoffel ein schnelles Wachstum zu ermöglichen. Da die Kartoffel eine frostempfindliche Kultur ist, sollten Sie dies beim Pflanztermin beachten.

In den Gebieten zum Frühkartoffelanbau werden teils auch deutlich frühere Pflanztermine Ende Februar/Anfang März realisiert und die Kultur dann mit Vlies vor zu kalten Temperaturen geschützt.

Welche Standorte eignen sich für Kartoffeln?

Ideal für den Kartoffelanbau sind siebfähige StandorteDie AGRAVIS-Gruppe bietet ihre Produkte und Dienstleistungen an insgesamt rund 400 Standorten an., die sich im Frühjahr schnell erwärmen, nicht zur Klutenbildung neigen und steinfrei sind. Windoffene Lagen erleichtern die Gesunderhaltung der PflanzenDie AGRAVIS ist Expertin in ihrem Geschäftsbereich Pflanzen., da die Bestände abtrocknen können und eine Infizierung mit der bedeutendsten Kartoffelkrankheit, der Krautfäule, somit weniger schnell erfolgt.

Wann ist die passende Erntezeit für Kartoffeln?

Der Großteil der Kartoffeln wird von Ende August bis Mitte Oktober geerntet. Mit beginnender Gelbfärbung des Kartoffellaubs wird über pflanzeneigene Hormone die AusbildungBei der AGRAVIS werden regelmäßig rund 600 junge Menschen ausgebildet. einer festen Knollenschale gesteuert. Ist das Laub komplett abgestorben, sollte vor der ErnteDie Ernte beschreibt alle Arbeiten zum Einbringen landwirtschaftlicher Gewächse und Früchte. kontrolliert werden, ob die Knollen schalenfest sind, da dies Voraussetzung für eine lange und möglichst verlustarme Lagerung ist.

Frühkartoffeln werden dagegen mit noch grünem Laub teilweise schon ab Mai geerntet. Hierbei kommt es nicht auf die Ausbildung einer festen Schale an, da sie direkt nach der Ernte verzehrt werden.



Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kartoffelanbau: auf die richtige Pflege kommt es an

Herbizide

Von der Pflanzung bis zum Reihenschluss ist die Kartoffel empfindlich, was Verunkrautung angeht. Der Zeitraum bis zum Auflaufen kann schnell vier Wochen betragen, in dieser Zeit liegt der Boden offen und kann ohne geeignete Maßnahmen verunkrauten.

Dies kann entweder über mechanische Bodenbearbeitung wie Striegeln und Hacken oder über HerbizidHerbizide oder Unkrautbekämpfungsmittel sind Substanzen, die störende Pflanzen abtöten sollen.-Maßnahmen verhindert werden. Die Herbizid-Anwendungen sollten vornehmlich im Vorauflauf stattfinden, da dort breit wirksame und gut verträgliche Mittelkombinationen eingesetzt werden können.

Die Einsatzmöglichkeiten im Nachauflauf sind zulassungsbedingt sehr begrenzt und eine gute Kulturverträglichkeit ist nicht immer gegeben.

Fungizide

Eine der größten Bedrohungen im Kartoffelanbau ist die Phytophthora infestans, die Kraut- und Knollenfäule. Diese kann sowohl das Kraut als auch die Knollen befallen und zu einem totalen Ernteausfall führen. Weitere Krankheiten wie z. B. Alternaria sollten aber auch im Auge behalten werden.

Bei der Spritzstrategie ist vor allem der Spritzstart die entscheidendste Phase in der Saison. In Jahren mit hohem Krautfäuledruck muss dieser früh genug erfolgen, da ein falsches Timing zu diesem Zeitpunkt kaum wieder einzuholen ist. Prognosemodelle wie Simblight/Simphyt können hier unterstützend helfen.

Die zugelassenen Fungizide lassen sich in systemische, translaminar-wirkende und Kontaktfungizide unterteilen. Für den Spritzstart und kritische Wettersituationen mit viel Niederschlag und schwül-warmem WetterWie wird das Wetter? Wie hoch ist die Waldbrandgefahr oder wie niedrig die Bodentemperatur? sind systemische Fungizide, eventuell unterstützt von Kontaktmitteln, gut geeignet. Die translaminar-wirkenden Fungizide können Sie dann in der Spritzfolge bei weniger starken Infektionsbedingungen einsetzen.

Durch vermehrt auftretende Resistenzen einzelner Krautfäule-Stämme gegen verschiedene Wirkstoffe ist ein Wechsel der Wirkstoffgruppen innerhalb der Spritzfolge das effektivste Mittel, um die verbliebenen Krautfäulefungizide in ihrer Wirkung zu erhalten.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Unsere Empfehlung

AGRAVIS Zorvec Enicade Simpro Pack ist eine Fungizidkombination zur Bekämpfung der Kraut und Knollenfäule in Kartoffeln. Es kombiniert drei Wirkstoffgruppen für stärkste Dauerleistung mit sehr guter Wirkungsgeschwindigkeit. Es eignet sich ideal für den Spritzstart und hat eine sichere Wirkung auch bei vorhandener CAA-Resistenz.


Düngung

Durch ihr schwach ausgeprägtes Wurzelsystem stellt die Kartoffel hohe Ansprüche an die Düngung, da sie die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten nur unzureichend erschließen kann.

Eine auf die Verwertungsrichtung der Kartoffel bezogene Düngung ist im Anbau zu beachten. Je nach Qualitätsanforderung kann mit der Düngung Einfluss auf bestimmte Eigenschaften der Kartoffel genommen werden.

Der Stickstoffbedarf bei Chips- und Pommeskartoffeln ist am höchsten. Demgegenüber kann man bei Stärkekartoffeln mit einer überzogenen N-Düngung den Stärkegehalt negativ beeinflussen. Auch die weiteren Makronährstoffe haben entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Kultur.

Mit Phosphat lässt sich der Knollenansatz verbessern und das weitere Knollenwachstum positiv beeinflussen. Die Kaliumgabe hat eine große Wirkung auf die Stärkegehalte. Hier sollten Sie darauf achten, dass chloridhaltige Kaliumdünger die Stärkegehalte senken, was bei einigen Sorten nicht erwünscht ist. Des Weiteren senkt Kalium die Empfindlichkeit der Knollen auf Stöße und somit die Neigung zur Schwarzfleckigkeit. Ein Magnesiummangel führt zu kürzerer Blattlebensdauer und beschleunigter Abreife.