Disclaimer

Bei den Marktanalysen handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Anlageempfehlung! Der Autor stellt lediglich seine persönliche Meinung nach Bewertung verschiedener Marktkriterien dar. Weder der Autor noch die AGRAVIS Raiffeisen AG können eine Prognose bezüglich der Entwicklung von Rohstoffpreisen abgeben und weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese starken Schwankungen unterliegen können und von vielen teils unbekannten Faktoren beeinflusst werden.

Wochenbericht 7. Juli 2026


  • Der Biodieselverbrauch (inkl. HVO-Diesel) in der EU steigt an

Nach Eurostat-Daten ist in den ersten vier Monaten des Kalenderjahres 2026 der Biodieselverbrauch im Jahresvergleich stark gestiegen- So soll der Biodieselverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 5 % gewachsen sein. In Deutschland soll der Biodieselverbrauch soll der Zuwachs bei 6 % liegen, in Frankreich bei 3 %. Besonders deutliche Zuwächse werden aus Tschechien mit 30 % sowie aus Finnland mit knapp 40 % gemeldet. In Polen blieb der Verbrauch dagegen nahezu unverändert.


  • Die russischen Weizenproduktionsschätzungen 2026 bleiben auf Vorjahresniveau

Die Weizenproduktionsschätzungen liegen weiterhin zwischen 88 und 90 Mio. t und damit nahezu auf Vorjahresniveau. Die Weizenernte 2026 im Süden Russlands hat begonnen. In Krasnodar sollen die Weizenerträge zwar rund 20 % höher ausfallen als im Vorjahr, jedoch unter den Ergebnissen von 2023 und 2024 bleiben (im Durchschnitt rund 15 % unter dem Mittel dieser beiden Jahre). Die Wintergerstenernte in Krasnodar ist bereits zu 80 % abgeschlossen. Die Erträge liegen auf dem niedrigsten Stand seit 2022 und damit leicht unter den ohnehin schwachen Vorjahreserträgen.


  • Die <a href="de/glossar#glossar_Raps" class="glossaryTooltip">Raps<span class="tooltiptext">Raps ist eine Pflanzenart und eine wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze.</span></a>ölbestände in China steigen langsam weiter an

Sie liegen im Juni jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die derzeit noch relativ niedrigen Bestände deuten darauf hin, dass die Importe von Rapsöl und Rapssaat in den kommenden Monaten über dem Vorjahresniveau bleiben dürften.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

  • EU und UK

Die Hitzewelle und TrockenheitDie Themen Hitze und Trockenheit werden im Rahmen des Klimawandels immer bedeutender. in wichtigen Maisanbauregionen der EU halten weiterhin an. Sollten die aktuellen Wettervorhersagen eintreffen, dürften die Ertragsschätzungen für Frankreich, Deutschland sowie den Südosten Europas einschließlich Serbiens in den kommenden 14 Tagen weiter nach unten angepasst werden. Unter den derzeitigen Witterungsbedingungen könnten die Aussichten für die EU-Maisproduktion auf 53–54 Mio. t sinken, nachdem im Vorjahr rund 57 Mio. t geerntet wurden.


  • USA/Mittlerer Westen

Die Maiswachstumsbedingungen in weiten Teilen des US-Mittleren Westens bleiben weiterhin gut. Signifikante Wachstumsprobleme sind derzeit nicht zu erwarten. Zwar gibt es Berichte über zeitweise zu warme Witterungsbedingungen, die Temperaturabweichungen gegenüber dem langjährigen Mittel fallen jedoch gering aus. Entsprechend ergeben sich aktuell keine nennenswerten Belastungen für die Entwicklung der Maisbestände.


  • Russland/Ukraine

Für Südrussland sind in den kommenden Tagen wieder Niederschläge erwartet, die die Weizenernte 2026 erneut verzögern sollten. Der Regen wird aber weiterhin das Wachstum der Sommerkulturen unterstützen. Im Zentrum Russlands soll nach einer langen trockenen Wetterphase wieder mehr Regen fallen. Das hilft ebenfalls den Sommerkulturen. Auffällig ist jedoch der Temperaturvergleich im Zentrum Russlands gegenüber 2025. Im Jahr 2025 profitierte der Weizen von einer sehr kühlen Wetterlage (wie auch schon im vorherigen Rekordertragsjahr 2022), und diese Wetterlage führte damals zu Rekorderträgen. In diesem Jahr könnten die wärmere Wetterlage gegenüber 2025 sowie das trockenere Wetter dazu führen, dass die sehr guten Erträge nicht erreicht werden. In der Ukraine soll der Westen des Landes weiterhin zu trocken bleiben. Dort ist seit Mitte Juni auch eine starke Hitzewelle zu beobachten, sodass das finale Wachstum von Weizen und Raps nun doch zu Ertragsverlusten führen könnte. Regen soll in den kommenden Tagen vor allem im Maisgürtel fallen, sodass das Maiswachstum davon profitieren sollte.


Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Quellen: Reuters, USDA, OIL WORLD, Eurostat, AHDB, USDA-Attaché, BLE, Destatis, StatCan

Wochenbericht 15. September 2025


  • Sojabohnenexporte 24/25

Laut offiziellen Handelsdaten sind die Sojabohnenexporte aus den wichtigsten Ländern der Welt sind in dem Zeitraum September 2024 bis August 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 4 Mio. Tonnen auf 168 Mio. Tonnen gestiegen. Die USA exportierten 51 (46) Mio. Tonnen, Argentinien 6 (5) Mio. Tonnen, Brasilien 102 (105) Mio. Tonnen. China importiert weniger als im Vorjahr mit 106 (110) Mio. Tonnen, doch die Einfuhren lagen in den vergangenen drei Monaten weit über dem gleichen Vorjahreszeitraum. Die EU steigerte seine Einfuhren auf 15 (13) Mio. Tonnen, Pakistan kam zurück als Importland mit 2 (0) Mio. Tonnen, Südostasien erhöhte die Importe um knapp 2 Mio. Tonnen auf 12 Mio. Tonnen. Auffällig auch der Anstieg der Sojabohnenimporte der Türkei, vom Irak und Ägypten (+2 Mio. Tonnen).


  • Globale Milchproduktion

Die Milchproduktion in den USA ist weit über Vorjahr von Januar bis August 2025 (+3 Prozent), weit über Vorjahr in Argentinien (+10 Prozent), unter Vorjahr in Australien und Neuseeland (bis -5 Prozent), in der EU&UK leicht über Vorjahr. Innerhalb der EU&UK erhebliche Unterschiede. Starkes Wachstum im Jahresvergleich in Irland und UK, weiteres Wachstum in Polen und Baltikum, dagegen rückläufig bislang in den Niederlanden und Deutschland, unverändert in Frankreich.


  • Schwarzmeerraum

Sehr durchwachsene Startbedingungen für den Winterraps wegen der sehr warmen und trockenen Wetterlage in wichtigen Anbauregionen Rumäniens und Teilen der Ukraine. Für eine gute Vorwinterentwicklung aller Winterkulturen muss im Oktober, spätestens im November guter Regen fallen. Das trockene Wetter sollte zu einem schnellen Erntefortschritt bei Mais und Sonnenblumen führen. Die Ertragsaussichten für die Sonnenblumensaat bleiben derzeit nicht viel besser als im Vorjahr, vor allem in Russland fallen die Erträge im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab.


  • Australien

Keine Hitzewelle derzeit im September, der kühlste September seit 2022. Niederschlagsmengen höher als in den beiden Vorjahren im September. Der September 2022 war aber deutlich nasser als der September 2025. 2022 war das Jahr mit den extrem hohen Erträgen für Weizen und Raps. Derzeit liegen die Ertragserwartungen weiterhin höher als in den beiden Vorjahren, aber nicht so hoch wie 2022. Kleines Risiko in den westlichen Anbauregionen: Anders als in beiden Vorjahren oder 2022 gab es mehr Tage mit leichten Nachtfrösten.

Quellen: Reuters, USDA, OIL WORLD, Eurostat, AHDB, USDA-Attaché, BLE, Destatis, StatCan

Kontakt

Bernhard Chilla

Leiter volkswirtschaftliche Abteilung Agrarerzeugnisse