Wasser ist für alle Tierarten das wichtigste Futtermittel und sollte stets in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden sein. Bei laktierenden Sauen ist der Faktor Wasser besonders wichtig, da eine ausreichend hohe Wasseraufnahme auch die Milchleistung der Sauen absichert.

Kurz und knapp


  • Eine ausreichende Wasseraufnahme ist für die Milchproduktion der Sau unerlässlich.
  • Versuchsergebnisse zeigen: Ältere Sauen nehmen durchschnittlich mehr Wasser pro Tag auf.
  • Praxistipps: Tränken sollten stets sauber und für die Tiere gut zugänglich sein.

Wieso ist Wasser für säugende Sauen so wichtig?

Bei säugenden

SauenFerkel

Wasser und seine Funktionen


  1. Aufrechterhaltung des pH-Wertes
  2. Thermoregulation
  3. Baustoff und Schutzfaktor
  4. Lösungs- und Transportmolekül
  5. Abtransport und Ausscheidung überschüssiger und potenziell toxischer Stoffe über Niere

Wie viel Wasser trinkt eine Sau am Tag?

Zur täglichen Wasseraufnahme einer Sau gibt es bisher nur Richtwerte – diese berücksichtigen jedoch nicht den genauen Bedarf einer laktierenden Sau. Aus dieser Problemstellung ergab sich ein Praxisversuch, der die täglich aufgenommene Wassermenge von Sauen untersuchte.

Über den Versuch

Um die individuelle Wasseraufnahme der Schweine zu ermitteln, brachten die Verantwortlichen in einem Stall mit 35 Sauen über mehrere Durchgänge 14 Wasseruhren an den Sauentränken (Aqualevel oder Nippeltränken) an. Ein Adapter registrierte die Messwerte dieser Wasserzähler im Zehn-Minuten-Takt und übermittelte diese an eine Online-Plattform. Pro Sau ergab das an insgesamt 27 Tagen 650 stündliche Messwerte. Der Versuch fand im Spätherbst und daher nicht bei hohen Temperaturen statt.

Versuchsergebnisse: Wie viel Wasser trinkt eine Sau?



Wie kann man eine ausreichende Wasseraufnahme der Tiere fördern?

Als Richtwert für den Wasserbedarf der Schweine gilt in der Praxis: 15 Liter pro Tier plus 1,5 Liter pro Ferkel. Diese Werte können jedoch stark abweichen, wie die Versuchsergebnisse zeigen.

Praxistipps


  • Haben die Tiere keinen Appetit, hilft es, die Tröge zu säubern und mit Frischwasser aufzufüllen. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Kugelhahn mit einem Stück Schlauch zwischen zwei Buchten.
  • Kranke Sauen neigen zu einer geringeren Wasseraufnahme. Das Auftreiben träger Tiere kann ein Reiz zum Saufen und Fressen sein. Ein weiterer Vorteil ist der in Schwung gebrachte Kreislauf.
  • Die Einbauhöhen und –winkel der Tränken sind zu überprüfen und an das Alter und die Größe der Sauen anzupassen.
  • Die Installation einer Chlordioxidanlage zur Tränkewasserdesinfektion kann den Keimdruck im Stall minimieren und die Herdengesundheit fördern. Kontaktieren Sie uns gern für eine Beratung.
  • Der Versuch zeigt: Rund um die Futteraufnahme nehmen die Sauen auch das meiste Wasser auf. Die Systeme, vor allem bei Flüssigfütterungsanlagen, müssen auf solche Stoßzeiten ausgelegt sein. Der Wasserdruck sollte dann nicht abfallen.
  • Überprüfen Sie die Durchflussraten und litern Sie die Tränken aus – die Durchflussmenge sollte bei etwa 2,5 bis 3 Liter pro Minute liegen.
  • Bei steigenden Temperaturen nimmt auch der Wasserbedarf der Tiere zu. Die
    KeepCool-App
    kann helfen, Hitzestress bei Ihren Sauen frühzeitig zu identifizieren.

Ihre Ansprechperson

Kontakt

Sonja Brosthaus

Produktmanagement Sauen und Ferkel

Diese Seite teilen: