Die ersten heißen Tage liegen hinter uns, der Sommer ist da – mit ihm kommen hohe Temperaturen und oftmals Trockenperioden. Der Boden trocknet so aus und kann bei den nächsten starken Regenfällen kaum Wasser aufnehmen. Hier kommen Zwischenfrüchte ins Spiel. Welche weiteren wichtigen Aufgaben sie im Sommer übernehmen, erläutert unser Experte Felix Böddeling. Erfahren Sie zudem, was beim Anbau von Zwischenfrüchten zu beachten ist.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • Im Sommer können Zwischenfrüchte die Bodentemperatur senken und mithilfe der Durchwurzelung Erosionen und nicht ablaufendem Regenwasser entgegenwirken
  • Der Anbau von Zwischenfrüchten hat – ob im Sommer oder im Winter – verschiedenste ackerbauliche Vorteile und Ziele
  • Mischungen haben gegenüber einer Reinsaat durch verschiedene Komponenten vielfältigen Nutzen

Welche Vorteile bieten Zwischenfrüchte im Sommer?




  • Sie können die Bodentemperatur senken
  • Sie können dafür sorgen, dass der Boden Niederschläge besser aufnehmen kann
  • Sie können Bodenerosionen reduzieren

Bakterien und Pilze sind bei 25 Grad am aktivsten. Bei 30 Grad werden sie gehemmt, ab 44 Grad stirbt ein Großteil des Bodenlebens ab. Hohe Temperaturen fördern Bakterien, die Humus schneller abbauen. Das Bodenleben gerät so aus dem Gleichgewicht. Die Lösung für dieses Problem sind Zwischenfrüchte. “Mit Zwischenfrüchten können wir den Boden kühlen. Die Beschattung durch die Mischung ähnelt der eines Mischwaldes”, so Böddeling. Zwischenfrüchte haben außerdem einen Einfluss auf den Wasserhaushalt des Bodens: “Zwischenfrüchte schaffen ein um 15 Prozent höheres Porenvolumen im Vergleich zu Brachland. So kann der Boden Niederschläge besser aufnehmen.” Auch schützen Zwischenfrüchte mit ihrem Wurzelwerk vor Bodenerosionen, beispielsweise nach Starkregen: Ab 50 Prozent Bodenbedeckung wird die Gefahr einer Erosion deutlich reduziert.

Fazit



Zwischenfrüchte als Mischungen für stabile Anbausysteme

Die Sicherung und positive Beeinflussung der Ertragsfähigkeit der Ackerstandorte steht für jeden landwirtschaftlichen Betrieb fortwährend im Fokus. Der gezielte Anbau von Zwischenfrüchten bietet eine wertvolle Möglichkeit, die Bodenstruktur zu fördern und die Flächen langfristig zu stabilisieren.


Zu den CIRCONIUM Zwischenfruchtmischungen

Ackerbauliche Ziele des Zwischenfruchtanbaus


  • Strukturverbesserung, Förderung des Bodenlebens, Schaffung optimaler Bedingungen für die Folgekultur
  • Nährstoffbindung auf auswaschungsgefährdeten Standorten
  • Erschließung von schwer verfügbaren Nährstoffen im Boden (z. B. Phosphor)
  • Mischungen mit Leguminosen-Anteil: N aus der Atmosphäre fixieren und dem Anbausystem zuführen
  • Unterdrückung von Schadunkräutern / -ungräsern

Welche Vorteile hat die Mischung verschiedener Komponenten?

Zwischenfruchtmischungen aus verschiedenen Arten haben gegenüber Reinsaaten viele Vorteile, die in der Konsequenz die Ackerböden ertragsstabiler werden lassen:


  • Die Vorteile verschiedener Pflanzenarten können kombiniert werden (z. B. Nährstoffaufschluss, Jugendentwicklung, Trockentoleranz, phytosanitäre Aspekte…)
  • Unterschiedliche Wurzelarchitekturen erschließen verschiedene Bodenhorizonte
  • Die AussaatDas Ausbringen des Saatgutes in den Boden der Felder geschieht mit speziellen Sämaschinen. mehrerer Arten führt zu höherer Anbausicherheit der Zwischenfrucht („Risikostreuung“)
  • Unterschiedlichste Arten von Bodenlebewesen werden angesprochen und die Aktivität erhöht
  • Förderung eines resilienten Anbausystems


Weitere Vorteile von Zwischenfrüchten

Stärken von Leguminosen


Leguminosen

Checkliste für den erfolgreichen Zwischenfruchtanbau


  • Strohabfuhr oder gute Strohzerkleinerung und Spreuverteilung durch den MähdrescherEin Mähdrescher ist eine landwirtschaftliche Maschine u. a. zum Mähen in der Ernte.
  • Zeitnahe flache Stoppelbearbeitung, um Ausfallgetreide zum Keimen anzuregen
  • Ist das Zeitfenster zu klein für eine sorgfältige Ausfallgetreidebekämpfung (oder die Wasserversorgung sehr knapp) hat es sich bewährt, die Zwischenfrucht ohne Zeitverzug direkt nach der ErnteDie Ernte beschreibt alle Arbeiten zum Einbringen landwirtschaftlicher Gewächse und Früchte. auszudrillen (entweder mit vorhergehender Bodenbearbeitung oder als Direktsaat)
  • Je einfacher die Aussaattechnik (Schneckenkornstreuer > Pneumatikstreuer > Drilltechnik), desto geringer sind i. d. R. die Feldaufgänge und desto höher sollte die Saatstärke gewählt werden; Empfehlung: Aussaat der Zwischenfrucht wie eine Hauptfrucht
  • Auswahl der Zwischenfrucht nach Fruchtfolge und Anspruch der Folgefrucht (z. B. weitgehender Kreuzblütlerverzicht in Rapsfruchtfolgen, gute Unkrautunterdrückungsleistung, Frostempfindlichkeit der Zwischenfrucht bei früher geplanter Aussaat der Hauptfrucht, Resistenzeigenschaften, Schnittnutzung…)
  • Nutzung von Leguminosen zur N-Fixierung und Ertragsabsicherung der Hauptfrucht (keine Mischungen mit grobkörnigen Leguminosen in Fruchtfolgen mit grobkörnigen Leguminosen)

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Schon gewusst?

Die verschiedenen Komponenten der Zwischenfruchtmischungen unterscheiden sich im Keimwasserbedarf und den nötigen Saatbedingungen. Ein höherer Keimwasserbedarf bedeutet höhere Ansprüche an das Saatbett. Der Keimwasserbedarf ist abhängig von der Samenschale, der Samengröße sowie den Spelzen.

Kontakt

Felix Böddeling

Ansprechpartner Zwischenfrüchte

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