Die perfekte Einstreu für Pferdeboxen ist ein Alleskönner: Sie dient als weiche Unterlage zum Schlafen, hält die Hufe sauber und trocken, saugt Urin auf, bindet Ammoniak und ist gleichzeitig möglichst staubfrei. Für Pferdehaltende soll sie gleichzeitig gut zu misten sein, platzsparend in der Lagerung und wirtschaftlich. Was unterschiedliche Einstreualternativen können, hat Profireiter Philipp Schulze Topphoff getestet. Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • Einstreu für
    Pferde
    muss viele Bedürfnisse erfüllen
  • Stroh ist nicht für jedes Pferd die beste Wahl, zum Beispiel bei Atemwegs- oder Stoffwechselerkrankungen
  • Wahl der Einstreu hängt vom jeweiligen Pferd und dessen Gesundheit ab

Profi-Springreiter testet Einstreualternativen

Klassisch werden Pferdeboxen mit Stroh eingestreut. Doch das hat einige Nachteile. Stroh ist weniger saugstark als andere Alternativen, vor allem wenn es sich nicht um Matratzeneinstreu handelt. Wird die Einstreu zu nass, steigt Ammoniak auf, was auf Dauer den Atemwegen des Pferdes und auch den Hufen schadet. Hinzu kommt, dass Stroh – je nach Qualität und Lagerung – mit Schimmelsporen belastet sein kann. Ebenfalls eine Belastung für die Atemwege. Ein Pluspunkt von Stroh: Es dient Pferden als Raufutter. Das kann praktisch sein, um bei übergewichteigen Pferden die Fressdauer zu verlängern. Allerdings mit Vorsicht: Frisst ein Pferd zu viel Stroh, trinkt dabei zu wenig und bewegt sich nicht ausreichend, kann es eine lebensgefährliche Verstopfungskolik bekommen.

Viele Alternativen im AGRAVIS-Sortiment

Deshalb gibt es im AGRAVIS-Sortiment mittlerweile viele Alternativen, mit denen Pferdeboxen eingestreut werden können – je nach Bedürfnis des Pferdes: aus Hanf, Miscanthus, Dinkel und Stroh und sogar mit Eukalyptus für Pferde mit Atemwegsproblemen. Wie gut die Alternativen in der Praxis abschneiden, hat Profi-Springreiter Philipp Schulze Topphoff auf seinem Betrieb in Havixbeck getestet. Von Dezember 2025 bis ins Frühjahr 2026 hat er sieben Boxen auf unterschiedliche Produkte umgestellt. Ziel der Kooperation: Unterschiede im Alltag erkennen – bei Handhabung, HygieneHygienemanagement dient der Tiergesundheit und Qualitätssicherungssystemen in der Tierproduktion., Komfort und Wirtschaftlichkeit.


2024 gewann Philipp Schulze Topphoff mit Vivantas beim AGRAVIS-Cup den Großen Preis von Münster.


So schneiden die Alternativen im Praxistest ab

Vier verschiedene Produkte kamen zum Einsatz: Aubiose Hanfeinstreu mit Eukalyptus, Miscanthus-PelletsHolzpellets sind stäbchenförmige Pellets mit einem Durchmesser von weniger als 25 Millimetern., Dinkel-Streu sowie Sckölets Strohpellets XL. Die Erfahrungen waren vielfältig, doch eines fiel sofort auf:

„Wir hatten deutlich weniger Mist zu bewegen und zu entsorgen“, berichtet Schulze Topphoff. „Das spart Zeit, Kraft und Lagerfläche. Und die Sackware ist einfacher zu lagern als Stroh. Sie ist sauberer, platzsparender, unkomplizierter.“

Auch im täglichen Handling zeigte sich ein Plus: klar erkennbare Feuchtestellen, stabilere Mattenbildung und schnelleres Misten.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Die Produkte im Überblick




  • frischer Geruch, einfache Handhabung
  • bildet schnell eine rutschfeste Matte
  • kein Anfeuchten nötig
  • kein komplettes Ausmisten während des Tests
  • „Einfach einstreuen – fertig“, so Schulze Topphoff.


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  • langlebig, ergiebig und leicht zu transportieren
  • geringe Verbrauchsmenge
  • stabile Matte, außer wenn das Pferd immer nur in eine Ecke uriniert, dann wird die Stelle rutschig
  • Fazit: „Funktioniert richtig gut und hält lange.“


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  • sehr gute Endqualität, aber zeitaufwändige Vorbereitung (Befeuchten notwendig)
  • halten bis zu vier Wochen fast ohne Nachstreuen
  • sehr rutschfest
  • für Turniere weniger geeignet: „Bis die Pellets zu einer guten Matte geworden waren, war das Turnier schon vorbei.“


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  • feste, tragfähige Matte
  • optisch etwas dunkel, was bei Kundenbesuch optisch weniger schön ist
  • vorteilhaft bei Atemwegsproblemen
  • „Wir hatten ein Pferd mit Husten. Dem ging es spürbar besser.“


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Wahl der Einstreu hängt von den Bedürfnissen des Pferdes ab

Der Profireiter betont, dass jede Einstreu ihre Stärken hat und die Wahl vom jeweiligen Pferd und dessen Gesundheit abhängt. In der Praxis spielt jedoch auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle: „Ein Betrieb muss die Kosten im Blick behalten. Es ist immer ein Abwägen: spezielle Sackware oder Stroh.“ 


Standen während des Tests in engem Austausch: Springreiter Philipp Schulze Topphoff und Frank Friedhoff aus dem Bereich Märkte der AGRAVIS.


Bemerkenswert war für den Reiter der Vergleich zwischen Stroh und Strohpellets: Vier bis fünf Säcke Pellets entsprachen im Test einem ganzen Quaderballen Stroh, bei deutlich saubererer und platzsparender Lagerung. Ein weiterer Pluspunkt: Pellets werden stark erhitzt, wodurch Schimmelsporen weitgehend abgetötet werden – ein Vorteil für empfindliche oder hustende Pferde.

Schulze Topphoff sieht die Wahl der Einstreu als wichtigen Baustein im Pferdemanagement:
„Sportpferde sind Athleten, und ihre Haltung muss ebenso differenziert betrachtet werden wie FütterungDie AGRAVIS bietet für alle Nutztierarten ein vielfältiges Fütterungs-Programm an. oder Training. Wenn etwas dazu beiträgt, dass meine Pferde sich wohler fühlen, nutze ich es.“ Im April 2026 wechselte Schulze Topphoff zu den Beerbaum Stables und nimmt seine Erfahrungen aus dem Test mit: „Ich denke, das wird auch das Team um Ludger Beerbaum interessieren. Ich teile mein Wissen gern.“

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

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