Wie hoch ist das diesjährige Erntegut mit feldbürtigen Fusarientoxinen belastet? Und nehmen Schweine die Giftstoffe ausschließlich über das Futter auf? Dr. Peter Rösmann, Produktmanager Schwein bei der AGRAVIS Nutztier GmbH, beantwortet Fragen zur Getreidequalität 2024 und gibt Tipps zur Stoffwechselentlastung der Tiere.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • Das Mykotoxinmonitoring zeigt keine besorgniserregende Belastung mit feldbürtigen Fusarientoxinen (DON und ZEA) im Erntejahr 2024.
  • Wird Körnermais unsachgemäß gelagert, kann eine nachträgliche Belastung mit Lagertoxinen wie Ochratoxin A oder Aflatoxin entstehen.
  • Alle Toxine beeinträchtigen die Leistung und Gesundheit der Tiere und belasten den Stoffwechsel.
  • Das
    Mykotoxinbinderkonzept von Miravit
    entlastet den Stoffwechsel Ihrer Tiere.

Getreidequalität 2024: Experteninterview

Durch die feuchte Witterung zur Getreideblüte hat die Branche in diesem Jahr regional mit einem erhöhten Auftreten von Feldtoxinen wie DON und ZEA, aber auch von Mutterkornsklerotien im Erntegut gerechnet. Hat sich das bewahrheitet?

Rösmann: Die Ergebnisse unseres diesjährigen Mykotoxinmonitorings im Bundesgebiet sprechen dafür, dass die Belastungen mit feldbürtigen Fusarientoxinen (DON und ZEA) im Erntejahr 2024 nicht besorgniserregend hoch sind. Regionale Unterschiede können wir aber auch in diesem Jahr beobachten. Das Auftreten von Mutterkorn im RoggenRoggen ist eine Getreideart aus der Familie der Süßgräser. ist in diesem Kontext hervorzuheben. Von völlig unauffälligen Partien bis hin zur Futtermitteluntauglichkeit war in diesem Jahr alles vertreten. Vom Auswuchs wie im vorherigen Jahr blieb die diesjährige Ernte jedoch weitestgehend verschont.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Toxine sind in diesem Jahr in der Schweinefütterung also kein Thema?

Rösmann: Diese Frage können wir derzeit nicht abschließend beantworten. Um das zu beurteilen, schauen wir uns den geernteten Körnermais beziehungsweise das CCM an. Vorhersagen sind bei dieser Kultur nur schwer möglich – Gewissheit zur Futtermittelqualität bringt da nur die systematische Mykotoxinanalytik. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es neben dem Risiko einer Belastung mit feldbürtigen Fusarientoxinen wie DON und ZEA im Verlauf der unsachgemäßen Lagerung zu einer nachträglichen Belastung mit Lagertoxinen wie Ochratoxin A oder Aflatoxin kommen kann. Unsachgemäß bedeutet zum Beispiel zu hohe Restfeuchte im Erntegut, mangelhafte Kühlung des Getreidestapels, Unterdosierung oder die mangelhafte Verteilung der eingesetzten KonservierungsmittelKonservierungsmittel sichern die Lagerstabilität von Futtermitteln bei Lagerung unter Lufteinfluss.. Diese von Schimmelpilzen gebildeten Toxine können ebenfalls zu unspezifischen Leistungseinbrüchen im Tierbestand führen. Wer sich zu diesem Thema weitergehend informieren möchte, dem kann ich die Internetseite

www.silierung.de
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Werden Toxine denn ausschließlich oral mit dem Futter oder über das eingesetzte Beschäftigungsmaterial von den Schweinen aufgenommen?

Rösmann: Leider nein. Neben den Feld- und Lagertoxinen, die die Schweine über das Maul aufnehmen, gibt es eine zusätzliche Toxingruppe, die Endotoxine. Endotoxine sind feste Bestandteile der äußeren Zellmembran gramnegativer Bakterien, beispielsweise der von E. coli. Diese Toxine werden im Tier massenhaft freigesetzt, wenn Bakterien absterben, was etwa bei einer antibiotischen Behandlung der Fall ist. Alle Toxine beeinträchtigen die Leistung und Gesundheit der TiereIm Geschäftsbereich Tiere bietet die AGRAVIS vielfältige Services und Dienstleistungen an. und belasten den Stoffwechsel. Hinzu kommt: Sind mehrere Toxine oder deren Metabolite in jeweils geringen Konzentrationenvorhanden, können sie sich additiv negativ auswirken.

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Dr. Peter Rösmann

Produktmanagement Schwein Bereich Mineral- und Ergänzungsfutter

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