Interview mit AGRAVIS-Experte Hauke Kloppert
Was ist für die Landwirtinnen und Landwirte die besondere Herausforderung bei der Grünlandernte?
Hauke Kloppert: Die Erntezeiten werden, auch aufgrund des Wetters, immer kürzer. Manchmal bleibt eine Zeitspanne von 24 Stunden. Das heißt: Die Betriebe müssen sicher sein, dass ihre Maschinen dann laufen und auch durchhalten.
Sie raten zu Prävention, auch für die Sicherheit während der Ernte. Warum?
Kloppert: Der Verschleiß während der Ernte ist hoch. Ein Beispiel: Sand wirkt auf die Klingen wie Schmirgelpapier, sie werden stumpf und schneiden nicht mehr, sondern rupfen. Das ist etwas, das wir in Norddeutschland mit seinen sandigen Böden oft sehen. Dadurch, dass der Schnitt schwerer geht, steigt der Spritverbrauch.
Wann sollten die Betriebe mit ihrer Grünlandtechnik in die Werkstatt kommen?
Kloppert: Wir bieten einen Nachernte- oder Wintercheck an. Damit machen wir die Maschinen einsatzsicher für die nächste Ernte. Wir prüfen genau, werfen einen Blick auf alle relevanten Teile und analysieren den Zustand. Übrigens können die Landwirtinnen und Landwirte dabei Geld sparen: Wenn sie über den Frühbezug Ersatzteile ordern, die dann vor Beginn der Ernte von uns eingebaut werden, ist der Preis niedriger. Ein weiterer Vorteil für die Landwirtinnen und Landwirte: Sie wissen zeitig, wie viel Geld sie in ein paar Monaten für die Reparatur in die Hand nehmen müssen.
Und wenn dann während der Ernte doch etwas kaputt geht?
Kloppert: Dann kommen unsere Mitarbeitenden entweder aufs Feld oder die Maschine wird zu uns gebracht. Wir haben viele Ersatzteile vorrätig, weil unsere Fachleute aus Erfahrung wissen, was besonders verschleißanfällig ist. Wir können außerdem auf große Ersatzteillager zugreifen. Und zur Not kommt ein Taxi von einem Lager des Herstellers zu uns und bringt das Teil, während wir die Maschine schon aufgeschraubt haben. Auch bei uns gilt während der Grünlandernte: Ein Rädchen greift ins andere.
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