Sie sind im Herbst ein großes Thema: Rapsschädlinge. Werden sie nicht frühzeitig entdeckt und bekämpft, können sie große und nachhaltige Schäden an der Kultur ausrichten. Erfahren Sie hier, auf welche Schädlinge Sie jetzt im Herbst besonders achtgeben sollten und wie Sie sie bekämpfen können.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp

Unsere AGRAVIS-Fachleute haben eine Übersicht der wichtigsten Herbstschädlinge für Sie zusammengestellt:

  • Rapserdfloh
  • Erdfloh
  • Rübsenblattwespe
  • Blattlaus
  • Ackerschnecke

Schnecken sind aktuell in aller Munde – doch es gibt auch verschiedene Schadinsekten, die eine große Bedrohung für den jungen Raps im Herbst darstellen. Hier hilft nur eine sorgfältige Kontrolle der PflanzenDie AGRAVIS ist Expertin in ihrem Geschäftsbereich Pflanzen. und Blätter, damit kein Befall ungesehen bleibt. Der erste Schritt in der Bekämpfung ist die eindeutige Identifizierung der Schädlinge. Hier finden Sie eine Übersicht über einige der wichtigsten Herbschädlinge.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Der Rapserdfloh

Der Rapserdfloh (REF) ist der bedeutendste Herbst-Schädling. Bei Temperaturen um die 30 Grad ist der Käfer weniger aktiv – das ändert sich jedoch mit den nun abnehmenden Temperaturen. Er kann die Rapsbestände mit Beginn des Zuflugs im Herbst bis über die Jahreswende hinaus schädigen. Je milder die Winterwitterung, desto höher ist das Schädigungspotenzial.

Bei starkem Erdflohbefall sind die Blätter siebartig durchlöchert. Zusätzlich zum Lochfraß entsteht der Hauptschaden an den jungen Pflanzen durch den Bohr- bzw. Minierfraß der Larven: Sie gelangen über die Blattstiele in die Pflanze und wandern über den Stängel in den Vegetationspunkt. Zum einen schädigt das den Haupttrieb, zum anderen sind diese Fraßschäden mögliche Eintrittsöffnungen für eine Phoma-Infektion.



Bekämpfungsschwellen beim Erdfloh

Um die Menge an Schädlingen besser einschätzen zu können, sollten Sie nach dem Auflaufen der Pflanzen Gelbschalen aufstellen. Diese sollten Sie zu etwa 2/3 in den BodenDer Boden wird umgangssprachlich auch Erde oder Erdreich genannt. einlassen.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Was bewirken Gelbschalen?

Mit Hilfe der gelben Behälter können Sie das Ausmaß der Schädlingspopulation genau beobachten und kontrollieren. Bei der Gelbschale handelt es sich um eine flache, gelbe Kunststoffschale. Die Farbe soll die Insekten täuschen – denn diese halten die Schalen für Rapsblüten, also für eine Futterquelle. Im Inneren befindet sich eine Mischung aus Wasser und Spülmittel. Das Spülmittel sorgt für die Verringerung der Oberflächenspannung des Wassers. Die kleinen Käfer kommen so nicht mehr aus der Flüssigkeit und gehen unter. Kontrollieren Sie die Schalen regelmäßig (alle zwei bis drei Tage), haben Sie einen guten Überblick über potenzielle Schädlinge.

Um zu verhindern, dass größere Nützlinge in die Schalen geraten, sollten diese mit einem engmaschigen Gitter abgedeckt sein. Für eine richtige Wirkungsweise ist es wichtig, dass Sie ein richtiges Verhältnis von Wasser und Spülmittel einsetzen, denn sonst verändert sich die Oberflächenspannung und die Schädlinge können die Flüssigkeit wieder verlassen. Sonneneinstrahlung sorgt beispielsweise für eine schnellere Verdunstung, Regenfälle verwässern das Gemisch. Je nach Größe der Fläche sollten Sie bis zu drei Gelbschalen aufstellen – auch auf vorjahrigen Rapsflächen, da die neue Generation der Schädlinge hier häufig zuerst landet. Richten Sie die Schalen entsprechend der Himmelsrichtung aus, aus der der Anflug zu erwarten ist (z. B. Waldränder oder vorige Rapsflächen). Stellen Sie die Schalen am besten nicht ganz an den Rand der Fläche, sondern etwas weiter hinein.

Schadensschwelle 1

Eine Bekämpfung ist umgehend erforderlich, wenn vom Keimblattstadium bis zum 4-Blatt-Stadium (EC 14) des Rapses der Lochfraß zehn Prozent der Blattfläche übersteigt. Bei einem derart starken Befall und Fraßschaden ist der Raps in direkter Weise durch die Zerstörung der Assimilationsfläche gefährdet. Bekämpfungsmaßnahmen sollten in dieser Phase vorwiegend in den Abend- bzw. Nachtstunden erfolgen.

Schadensschwelle 2

Eine weitere Schadschwelle liegt bei 50 Käfern pro Gelbschale innerhalb von drei Wochen (ab EC 13/14). Bei Erreichen der Schadschwelle ist innerhalb der kommenden sieben bis 14 Tage eine Bekämpfung erforderlich. Ziel ist es, die Eiablage der weiblichen Käfer zu verhindern. Die Eiablage beginnt ungefähr ab Ende September / Anfang Oktober.

Schadensschwelle 3

Abschließend sollten Sie zum Ende der Vegetation den Larvenbefall kontrollieren. Bei mehr als drei Larven pro Pflanze müssen Sie Ende Oktober bis Anfang November eine Behandlung durchführen.

Bei der Bekämpfung des Erdflohs, aber auch des schwarzen Kohltriebrüsslers und der Rübsenblattwespe, ist der Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin (Pyrethroid) bevorzugt einzusetzen, beispielsweise mittels der Produkte PHYTAVIS Venator oder Karate Zeon. Ist die Blattfläche durch den Rapserdfloh deutlich geschädigt, stellt der Raps beinahe vollständig das Wachstum ein.

Exirel, Minecto Gold

ProduktExirelMinecto GoldStadium KulturEC 10 bis 19Ab EC 14Aufwandmenge0,4 l/ha187,5 g/haZeitraum Notfallzulassung14.08.-11.12.202514.08.-11.12.2025Gewässersabstand (90%)länderspez. Mindestabstand5 m

Die Kohlmotte und die Rübsenblattwespe





Die Blattlaus



Die Ackerschnecke



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