Mit dem Herbst kommen wieder etwas kühlere Temperaturen – und mit ihnen vermehrt Schadnager in die Lager und Ställe. Als Anziehungspunkt für Schadnager wie Mäuse und Ratten gelten beispielsweise Getreidelager. Hier ist eine Schädlingsbekämpfung besonders wichtig, um eine hohe Qualität der eingelagerten Güter zu bewahren. Schadnager können Krankheiten übertragen, enorme Fraßschäden verursachen oder sogar Brände auslösen. Eine nachweisbare Schadnagerbekämpfung ist in Hinblick auf die Biosicherheit Pflicht auf landwirtschaftlichen Betrieben.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp



Welche Nagetiere gibt es in Deutschland?

Grundsätzlich lassen sich die Nagetiere in Deutschland in zwei Gruppen teilen: die kommensalen und die nicht-kommensalen Nager. Kommensale Nager passen sich an den Menschen an, nicht-kommensale Nager halten sich eher in Wald und Flur auf und suchen eher in der kalten Jahreszeit die Nähe von menschlichen Siedlungen.

Die drei Kommensalen in Deutschland sind die Hausmaus (Mus musculus), die braune Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus).

Die Hausmaus

Die Hausmaus lebt in Gebäuden und kann Schäden, beispielsweise an Verpackungen und Dämmmaterial, verursachen. Sie ernährt sich vorrangig von Getreide oder Getreidepellts, ihr Fraßschaden ist eher gering. Ihre Kot- und Urinverunreinigungen können Krankheiten auf Menschen und Tiere übertragen.

Die Haus- und die Wanderratte

Die Hausratte liebt WärmeDer Bereich Energie der AGRAVIS versorgt die Kundschaft zuverlässig mit Wärme. und lebt daher fast ausschließlich innerhalb von Gebäuden. Sie wird immer seltener in Deutschland.

Die Wanderratte lebt häufig in unmittelbarer Gewässernähe und auch auf landwirtschaftlichen Betrieben. Sie ist ein wahrer Überlebenskünstler, dazu scheu, im Dunkeln aktiv und äußerst reproduktiv. Ein Rattenpaar kann bei besten Bedingungen gemeinsam mit seinen Nachkommen eine Population von etwa 1.000 Tieren in nur einem Jahr generieren. Pro 100 Gramm Körpergewicht nimmt ein Tier etwa fünf bis zehn Gramm Trockenfutter auf – bei einem Gesamtgewicht von bis zu 500 Gramm sind also kollaterale Fraßschäden möglich.

Nicht-kommensale Nager

Sie halten sich die meiste Zeit des Jahres im Wald und auf dem Feld auf. Auch hier kann es zu großen Populationen kommen. Wenn sie sich auf dem Betriebsgelände etablieren, können auch sie Schäden anrichten.

Achtung: Es sollte nicht vergessen werden, dass es sich hierbei um Tiere mit einer wichtigen Funktion für die Ökosysteme handelt. Sie sorgen für Bodenbelüftung, Samenverbreitung und dienen als Nahrung in Wald und Flur. Sie sind Teil der Biodiversität und stellen die artenreichste Ordnung der Säugetiere mit über 2.000 Arten dar.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Woran erkennt man einen Schadnagerbefall?

Um einem Befall auf die Spur zu kommen, helfen verschiedene Hinweise:

  • Fährten
  • Tote Tiere
  • Fraßstellen
  • Kot


DESINTEC KöderCheck-App

Wie kann man einem Befall vorbeugen?

Um einen Befall von Schadnagern auf Ihrem Betrieb möglichst zu verhindern, sollten Sie folgende Punkte beachten:



Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Häufige Fehlerquellen


  • Vorbeugende Maßnahmen, bspw. das Aufräumen des Hofes werden nicht ernst genommen
  • Zu wenig Kenntnisse über das Verhalten von Mäusen und Ratten
  • Aufstellen von zu wenig oder unattraktiven Köderboxen
  • Aufstellen von Ködern an falschen Orten (z. B. in der Nähe von Kot- oder Urinstellen)
  • Zu wenige Köder oder zu langsames Auffüllen von Ködern bei Rattenbefall

Wie werden die Köder aufgestellt?



Ihre Köderstationen sollten Sie anschließend wöchentlich kontrollieren und den Rhythmus je nach Befall anpassen. Sie können Boxen aus verschiedenen Materialen nutzen – hier eignen sich zum Beispiel Plastik, Metall, aber auch Holz.

Wichtig: Die Köder müssen gegen Verschleppung gesichert sein. Zudem sind die gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungen unbedingt zu beachten. Auch dürfen keine anderen Tiere, für die die Köderboxen nicht bestimmt sind, Zugang zu diesen haben.

Produkttipps zur Bekämpfung

Gegen Ratten und Mäuse können Sie zum Beispiel den DESINTEC BrodEx Getreideköder verwenden. Diesen nutzen Sie in verschlossenen, trockenen Räumen. Der Köder bringt durch Sonnenblumenkerne eine hohe geschmackliche Attraktivität und eine volle Wirksamkeit bei einer einmaligen Aufnahme und ist so besonders effektiv.

Um andere Tiere fernzuhalten, ist der DESINTEC BrodEx Pastenköder sinnvoll. Dieser beinhaltet den Schutzstoff Bitrex. Bitrex ist für andere Säugetiere und Menschen extrem bitter. Aufgrund seines hohen Nährwertes ist er sehr attraktiv für Mäuse und Ratten. Durch den Einsatz des Single-Dose Wirkstoffs Brodifacoum reicht eine kleine Menge bereits aus. Die Pastenköder können Sie in den Köderstationen befestigen, sodass sie nicht verschleppt werden können.

Wie wirken die Köder?

Die meisten Köder wirken als Antikoagulantien. Das heißt, sie unterbrechen das Blutgerinnungssystem der Schadnager und wirken nach wenigen Tagen. Diese Verzögerung durch die Blutgerinnungshemmer hat den Vorteil, dass die Artgenossen keinen Zusammenhang mit den gefressenen Ködern herstellen und deshalb keine Köderscheu entwickeln.

Es gibt zwei Arten von Ködern.


  1. Multiple-Dose Wirkstoffe der 1. Generation (Warfarin, Coumatetralyl, Chlorphacinon): Diese müssen von den Schadnagern über mehrere Tage aufgenommen werden.
  2. Single-Dose Wirkstoffe der 2. Generation (Bromadiolone, Difenacoum, Flocoumafen, Brodifacoum, Difethialone): Hier reicht bereits eine einmalige Aufnahme aus.

Zu Beginn der Bekämpfung ist es sinnvoll, verschiedene Köderformen anzubieten, um zu schauen, welche Form sich auf Ihrem Betrieb am besten eignet. Wenn eine Köderform nicht angenommen wird, sollten Sie wechseln. Erfahrungsgemäß sind Getreideköder und Pastenköder am attraktivsten auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Die KöderCheck-App

Bei der DESINTEC KöderCheck-App handelt es sich um einen hilfreichen Begleiter bei der Bekämpfung von Schadnagern. Sie ist leicht verständlich und spart Zeit: Sie können direkt auf Ihrem Handy bei jeder Köderbox den entsprechenden Befall eingeben. Am Ende eines Rundgangs werden die Daten automatisch in eine Excel-Tabelle übertragen. Der Bericht kann einfach an den Betriebsleitenden weitergeleitet, für die Qualitätssicherung und für HACCP genutzt werden. Zudem erinnert die App an die Kontrolltermine für die Köderstationen.

So gelangen Sie in wenigen Schritten zur optimalen Dokumentation per App:


  1. Legen Sie Ihren Betrieb in der App an. Sie erhalten eine Karte, auf der Sie alle Gebäude sehen können.
  2. Tragen Sie die Köderstellen im digitalen Lageplan ein – dies funktioniert sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich.
  3. Führen Sie einen ersten Kontrollrundgang bei den Köderboxen durch. Hier fragt die App alle notwendigen Informationen wie den Namen des Anwenders, den Namen und die Menge des verwendeten Köders und Infos zu Nagespuren ab.
  4. Legen Sie Kontrollrhythmen fest, um sich automatisch an den nächsten Rundgang erinnern zu lassen. Die Köderstellen müssen Sie nach der Erstbefüllung mit Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmern) spätestens nach fünf Tagen und anschließend wöchentlich kontrollieren. Diese Kontrollen sind wichtig und auch vorgeschrieben.
  5. Alle eingegebenen Daten werden aufgezeichnet. Sie können diese ganz einfach archivieren und exportieren.

Die KöderCheck-App

Ihre Ansprechperson

Kontakt

Christian Twehues

Produktmanagement Desintec

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