Milchnachfrage in Deutschland
Die Nachfrage nach Milch ist da. Das beweist die importierte Milchmenge, die in der ersten Jahreshälfte um 19,7 Prozent höher lag als im gleichen Zeitraum 2021. Trotzdem liegt die in Deutschland produzierte Milchmenge unterhalb der Vorjahresmengen (siehe Grafik). Das wirft die Frage auf: Lohnt es sich trotz hoher Nachfrage nicht, die Leistung von einzelnen Tieren im eigenen Betrieb zu steigern?
Vor allem in Phasen von extremen Preisen und volatilen Märkten sollten Betriebe die eigene Strategie ständig hinterfragen. Die Tabelle beschreibt beispielhaft den errechneten Überschuss nach Abzug der Futterkosten (Income Over Feed Costs, IOFC) vom Milcherlös. Die Zahlen zeigen eine moderate Ration, die den EnergieMobilität, Wärme und Strom sind ein bedeutendes Element für ein modernes Leben.- und Nährstoffbedarf für 35,6 Kilogramm ECM (energiekorrigierte Milch) pro Kuh und Tag deckt. Ergänzt man diese mit 300 Gramm Futterfett, erhöht sich der IOFC um 50 Cent auf 13,23 Euro pro Kuh und Tag. Ein höherer Einsatz von KraftfutterIn der Landwirtschaft gelten Weizen, Gerste, Triticale, Hafer und Körnermais als Kraftfutter. steigert den IOFC sogar um rund 80 Cent pro Kuh und Tag. Die Antwort auf die Eingangsfrage ist also klar: Gerade in Zeiten hoher Milchpreise rentiert sich eine intensive Fütterung.
Steigerung der Leistung möglich
Mit einer angepassten Fütterung und einem optimierten Management können Betriebe die Persistenz ihrer Herde verbessern. Das bedeutet, einen flacheren Verlauf der Laktationskurve anzustreben und dadurch die gesamte Leistung in der Laktation zu steigern. Dabei können Landwirt:innen auch auf Spezialprodukte wie Regio Fett zurückgreifen. Regio Fett ist ein hochenergetisches, pansengeschütztes Fett auf Basis von Olivenöl, das den Milchkühen zusätzliche Energie liefert und dadurch Stoffwechselstörungen vermindert. Die Pansenflora wird durch das Regio Fett nicht beeinflusst oder gestört.
Viele Landwirte geben auf
Im Vergleich zu früheren Phasen mit hohen Milchpreisen, denen ein Anstieg der Produktion folgte, spiegelt sich eine solche Entwicklung aktuell nicht in den Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE, siehe Grafik) wider. Auch auf den Betrieben ist diese Stimmung nicht wahrnehmbar. Im Gegenteil: Viele Landwirt:innen geben auf und tragen somit zu niedrigeren Kuhzahlen bei. Außerdem möchte ein Großteil der Betriebe die Leistung von Einzeltieren nicht steigern.
Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Fest steht: Die Milchproduktion in Deutschland trägt vor allem in diesen unsicheren Zeiten zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln bei. Sie birgt Chancen und Potenziale, die milchviehhaltende Betriebe nutzen sollten.
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