Tränkewasserhygiene ist das A und O
Emanuel Deters (re.) erklärt Robert Altena anhand der Baupläne das Zukunskonzept für den neuen Sauenstall und den Betrieb.
SauenFerkelAn diesem Punkt zog Emanuel Deters Robert Altena, Produktionsberater der AGRAVIS Nutztier GmbH, hinzu. Neben seiner Fütterungsexpertise verfügt Altena über umfangreiches Wissen in den Bereichen Hygiene und Stallklima. „Wir haben Wasserproben entnommen und in einem Fachlabor analysieren lassen. Parallel dazu haben wir die Wasserleitungen mithilfe einer Kamera von innen inspiziert“, beschreibt er das Vorgehen.
Biofilm belastet Tiergesundheit
Die Aufnahmen lieferten ein eindeutiges Bild: Auf den Monitoren war ein dicker Biofilm zu erkennen, der Emanuel Deters bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Gemeinsam mit den Laborergebnissen zeigte sich klar, dass sich der hartnäckige Belag aus Mikroorganismen über Jahre hinweg in den Leitungen gebildet hatte.Zunächst weichte Familie Deters die Wasserleitungen im leerstehenden Stall mit einem starken Grundreiniger (
Desintec AH-tecVor dem Wiederbelegen des Stalls desinfizierte Familie Deters die Leitungen zusätzlich mit
Virkon H2OKontinuierlich gutes Wasser
Robert Altena (re.) und Emanuel Deters überprüfen die Einstellungen der Chlordioxidanlage.
Chlordioxid-Tabs von DesintecEin Biofilm entsteht häufig durch Futter und Speichelreste am Tränkenippel. Von dort wächst er rückwärts in die Wasserleitungen – sogar entgegen der Fließrichtung des Wassers. Dadurch können selbst in einem neu gebauten Stall die Leitungen nach den ersten Durchgängen schnell verschmutzen. Je höher die Stalltemperatur ist, desto schneller bildet sich der Biofilm.
Im neuen Sauenstall der Familie Deters wurde deshalb direkt eine Chlordioxidanlage mit einem Ringleitungssystem für die kontinuierliche Wasserzirkulation eingeplant. So bleibt das Wasser ständig in Bewegung und frisch. Auch Standzeiten in den Leitungen werden vermieden. In diesem Zuge war es nur konsequent, die Wasseranschlüsse für Hochdruckreiniger und Tränkewasser strikt zu trennen.Eine weitere Verbesserung der Hygiene erreicht Familie Deters durch Abteile mit eigenen Güllekellern. Sie können einzeln aufgerührt und entleert werden. So sind gezielte Abpumpzyklen möglich – auch dann, wenn andere Abteile noch belegt sind. Das reduziert den Fliegenbefall deutlich, da sich deren Larven in der Gülle entwickeln und so regelmäßig entfernt werden.
„Wir wollten einen Stall, der sowohl den Tieren als auch den Menschen gute Bedingungen bietet“, sagt Emanuel Deters. Der Neubau zeigt, wie sich Tiergesundheit, Arbeitserleichterung und Biosicherheit gemeinsam denken lassen.