Vielfalt in Farbe, Form und Verwendung
Das Spektrum reicht von Öl- und Speisekürbissen bis zu Zierkürbissen in zahlreichen Formen und Farben. Eine Sorte dominiert jedoch deutlich: rund 70 Prozent entfallen auf Hokkaido. Danach folgen Halloween- und Zierkürbisse. Während beim Ölkürbis nur die Samen geerntet werden, steht bei Speisekürbissen der Geschmack im Vordergrund. Zierkürbisse müssen dagegen vor allem eine optische Vielfalt bieten.
Grundsätzlich unterscheiden sich die Anbauverfahren von Speise- und Zierkürbissen nur wenig. Eine Hokkaido-Pflanze bildet meist drei bis vier Kürbisse. Zierkürbisse sind in der Regel kleiner und entwickeln mehr Früchte pro Pflanze.
Warmer Boden und eine sichere Wasserversorgung
Für den erfolgreichen Anbau kommt es zunächst auf den passenden Standort an. Kürbisse bevorzugen:
- leicht erwärmbare lehmig-sandige Böden,
- gute Wasserverfügbarkeit,
- keine Staunässe und
- möglichst unkrautarme Flächen.
Da die Früchte zu 80 bis 90 Prozent aus Wasser bestehen, ist insbesondere in trockenen Sommern eine künstliche Beregnung oft notwendig.
Als Sommerung können Kürbisse klassische Ackerbaufruchtfolgen auflockern.
GetreideAussaat erst bei ausreichend Wärme
Für die Aussaat ist ein feinkrümeliges Saatbett wichtig. Es ist möglich, entweder die Samen direkt zu säen oder vorgezogene Jungpflanzen in den Boden zu setzen. Je nach Sorte benötigt eine Pflanze bis zu zwei Quadratmetern Platz. Die Bestandsdichte darf deshalb nicht zu hoch gewählt werden: üblich sind Reihenabstände von eineinhalb bis zwei Metern und etwa 50 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen innerhalb der Reihe.
Da Kürbisse frostempfindlich sind, beginnt die Aussaat in der Regel ab Anfang Mai. Entscheidend ist, dass sowohl Luft als auch Boden ausreichend warm sind. Je nach Sorte und geplantem Vermarktungstermin kann sich die Aussaat bis in den Juni erstrecken. Vorgezogene Pflanzen entwickeln sich etwas schneller und sind damit weniger anfällig gegen unpassende Witterung.
Unkrautdruck als größte Herausforderung
Während der Wachstumsphase sind beim Kürbisanbau verschiedene Pflegemaßnahmen wichtig. „Der Unkrautdruck ist im Kürbisanbau häufig die größte Herausforderung“, erklärt Uwihs. Das ist besonders während der Jugendentwicklung wichtig. Da Kürbisse als Reihenkultur angebaut werden, lässt sich Unkraut in den Zwischenräumen gut mechanisch bekämpfen, z. B. mit einer Hacke.
Für die chemische Regulierung sind nur wenige Herbizide zugelassen, zudem reagiert die Kultur empfindlich auf die Behandlungen. Anwendungen müssen deshalb sehr gezielt zwischen den Reihen erfolgen. Teilweise ist auch zusätzliche Handarbeit erforderlich.
Viele Betriebe legen deshalb eine 50 bis 70 Zentimeter breite Mulchfolie auf die Reihe. Sie hilft, Unkraut zu unterdrücken. Die Kürbisse wachsen durch vorgestanzte Öffnungen. Zwischen den Reihen ist so weiterhin eine mechanische Unkrautbekämpfung möglich.
Krankheiten und Nährstoffversorgung im Blick behalten
Auch eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist wichtig. Als Orientierungswerte nennt Experte Frank Uwihs je Hektar 140 Kilogramm Stickstoff, 90 Kilogramm Phosphor, 230 Kilogramm Kaliumoxid und 50 Kilogramm Magnesiumoxid. Der tatsächliche Nährstoffbedarf kann jedoch je nach Kürbissorte schwanken.
Schonende Ernte sichert die Qualität
Die Ernte beginnt je nach Sorte meist im August, wenn die Früchte ihre Zielgröße erreicht haben. Typische Reifezeichen sind:
- ein verholzter und trockener Stiel,
- eine harte Schale,
- die sortentypische Ausfärbung und
- ein hohler Klang beim Anklopfen.
Speise- und Zierkürbisse werden häufig von Hand geerntet. Für Ölkürbisse stehen auch maschinelle Ernteverfahren zur Verfügung.
Bei der Handernte ist Sorgfalt gefragt: Beschädigungen an Schale oder Stiel sind Eintrittspforten für Fäulnis. „Die Früchte müssen sehr schonend behandelt werden. Jede Verletzung kann die Lagerfähigkeit deutlich verkürzen“, betont Uwihs.
Trockene Früchte lassen sich leichter reinigen und können mit geringerem Risiko eingelagert werden. Eine Wasser-Bürstentrommel kann die Kürbisse nach der Ernte reinigen. Beim Waschen sind sauberes Wasser und ein gründliches Nachspülen wichtig, weil über das Waschwasser Krankheiten übertragen werden können. Anschließend müssen die Früchte vollständig abtrocknen.
Optik und Lagerung entscheiden über den Vermarktungserfolg
Nach der Ernte müssen manche Kürbisse nachreifen. Warme und trockene Bedingungen sorgen dafür, dass die Schale aushärtet, die Schnittstelle am Stiel eintrocknet und überschüssiges Wasser verdunstet. Bei einigen Speisekürbissen kann eine zwei- bis dreiwöchige warme Nachreife zudem den Geschmack verbessern.
Günstig für die Lagerung sind Temperaturen von etwa zehn bis 15 Grad Celsius, eine mäßige Luftfeuchtigkeit und gut durchlüftete Kisten. Zu niedrige Temperaturen vertragen Kürbisse nicht gut. Wie lange sie lagerfähig sind, hängt stark von der Sorte ab: Hokkaido kann unter geeigneten Bedingungen etwa vier bis fünf Monate halten. Bei geeigneter Lagerung können Kürbisse bis November oder Dezember vermarktet werden.
- eine gute Ausfärbung,
- eine intakte Schale,
- ein unbeschädigter Stiel,
- eine sortentypische Form sowie
- die Freiheit von Fäulnis und Verletzungen.
„Wer einsteigen möchte, sollte zuerst die Vermarktung sichern“, empfiehlt AGRAVIS- Experte Frank Uwihs. Besonders die Direktvermarktung bietet Chancen, erfordert aber häufig mehrere Verkaufsstandorte und ein zur Nachfrage passendes Sortiment. Selbstbedienungsstände können den Absatz ergänzen.