Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Kartoffeln wird sich 2026 in einigen Bereichen ändern. Bei den Herbiziden führen neue Zulassungen zu Anpassungen. Auch beim Fungizideinsatz gegen Kraut- und Knollenfäule müssen Landwirtinnen und Landwirte weiterhin bestimmte Grundregeln einhalten, da sich der Pilz im Bestand ständig weiterentwickelt.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp


  • Wirkstoff Metribuzin fällt 2026 weg
  • Neue Packs im AGRAVIS-Sortiment
  • Drei Regeln für die richtige Spritzfolge

Wirkstoff Metribuzin fällt 2026 weg

2026 steht Metribuzin erstmals seit Jahrzehnten nicht mehr für die Herbizidbehandlung in

Kartoffeln

Alternativen zum Einsatz von Metribuzin

Metribuzin, bekannt aus Sencor Liquid, Mistral oder Citation, hatte sich im Vor- und Nachauflauf besonders gut gegen Gänsefuß- und Nachtschattenarten bewährt. Im Vorauflauf lässt sich der Wirkstoff durch Aclonifen (zum Beispiel in Bandur oder Bokator enthalten) oder Metobromuron (Proman) ersetzen. Im Nachauflauf der Kartoffel werden ab 2026 häufiger Mischungen aus Boxer und Cato genutzt. Viele prosulfocarbhaltige Mittel wie Boxer und Phytavis Defi sind inzwischen ebenfalls für den Nachauflauf zugelassen.

Neu im AGRAVIS-Sortiment ist das Bandur Pro Pack, das Bandur und Proman kombiniert. Die Bodenherbizide werden mit 1,5 bis 2,5 Liter Bandur pro Hektar sowie 1,5 bis 2,5 Liter Proman pro Hektar vor dem Auflaufen der Kartoffeln ausgebracht. Sinnvoll ergänzen lässt sich das Pack mit beispielsweise 0,15 bis 0,25 Liter pro Hektar Centium 36 CS oder 3,0 Liter pro Hektar Jura Max/Boxer Evo.

Passende Spritzfolgen gegen Minderwirkungen

Seit Sommer 2023 zeigen zwei Wirkstoffgruppen in der Krautfäulebekämpfung deutliche Minderwirkungen. Betroffen sind die CAA-Fungizide Mandipropamid (Revus, Carial Flex) und Valifenalate (Voyager) sowie der Wirkstoff Oxathiapiprolin (Zorvec). Die Einzelwirkstoffe beider Gruppen liefern regional keine ausreichend zuverlässige Feldleistung mehr.

Die gute Nachricht: Ergänzen Landwirtinnen und Landwirte die Wirkstoffe mit anderen Mitteln und wechseln die Spritzfolge gezielt ab, lässt sich die volle Wirkung sicherstellen. Kombiniert man Mandipropamid beispielsweise mit Amisulbrom (Pergovia) oder Oxathiapiprolin mit Propamocarb und Cymoxanil (AGRAVIS Zorvec Simpro Pack), wird die Wirkung wieder zuverlässig. Um die Minderwirkungen langfristig zurückzudrängen, sollten Landwirtinnen und Landwirte drei Regeln in jeder Spritzfolge beachten:


  1. CAA-Fungizide und Zorvec nicht alleine anwenden: Immer mindestens einen nicht betroffenen Wirkstoff in der Tankmischung ergänzen.
  2. Betroffene Wirkstoffe nicht direkt hintereinander einsetzen: Nach Zorvec kein weiteres Zorvec-Produkt einsetzen und auch keine Maßnahmen mit Revus, Carial Flex oder Voyager anschließen.
  3. CAA-Fungizide und Zorvec maximal zweimal pro Spritzfolge einsetzen.



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