Verlustreiche Buttersäuregärung, sinkender Futterwert, schlechte Futterakzeptanz – Verschmutzungen durch Erde vermindern die Qualität von Grassilagen erheblich. Sie führen außerdem zu einem erhöhten Verschleiß an den eingesetzten Maschinen. Mit diesen fünf Tipps haben Futterverschmutzungen keine Chance.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp

  • Der Rohaschegehalt gibt Aufschluss über den Grad der Verschmutzung bei Grassilagen.
  • Mit unseren Tipps vermeiden Sie Verunreinigungen des Futters durch Erde.

Wie erkennt man Futterverschmutzungen?

Der Grad der Verschmutzung wird anhand des Rohaschegehaltes bewertet. Wichtig dabei: Dieser Wert spiegelt auch den Mineralstoffgehalt der PflanzenDie AGRAVIS ist Expertin in ihrem Geschäftsbereich Pflanzen. wider. Je nach Pflanzenart sind das fünf bis acht Prozent der Rohasche (absolut), wobei die Zehn-Prozent-Marke in Summe nicht überschritten werden sollte. Liegt der Wert darüber, sind Verschmutzungen mit Erde die Ursache. Falls ausgewiesen, deutet ein Sandanteil von über zwei Prozent auf Erdverschmutzungen hin (siehe Tabelle).

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Sehr gutgutverbesserungsbedürftigproblematischRohasche (% TM)< 88-1010-15> 15Sand (% TM)< 11-1,51,5-2,5> 2,5

Die fünf häufigsten Ursachen von Futterverschmutzungen

1. Tierische Schädlinge

Von der Wühl- über die Feldmaus bis hin zum Maulwurf – Kleinsäuger können erhebliche Mengen an BodenDer Boden wird umgangssprachlich auch Erde oder Erdreich genannt. in den Erntehorizont einbringen.

Die Maßnahmen:
Achtung: Eine Bekämpfung dieser Schädlinge ist oft schwer möglich und im Fall vom Maulwurf nicht erlaubt. Rechtzeitiges Schleppen und Walzen reduziert Verschmutzungen erheblich. Bei starkem Besatz können diese Maßnahmen bis zu einer Wuchshöhe von zehn bis 15 Zentimetern erfolgen, um den Schädlingen möglichst wenig Zeit zwischen Einebnung und Mahd für einen Neuauswurf zu gewähren.

2. Fahrspuren und Narbenlücken

Lückige und krautreiche

Grünlandbestände

Die Maßnahmen:

  • Aufwerfungen, auch während der Vegetationszeit, durch Walzen beseitigen.
  • Schließen von Narbenlücken durch Nachsaaten mit Standort-angepassten Mischungen und Sorten.

3. Mangelhaft eingestellte Erntetechnik

Die falsche

Technikeinstellung

Die Maßnahmen:
Standort- und witterungsangepasste Bewirtschaftung: nicht den noch taufeuchten Bestand mähen, da die Erde auf trockenem Gras weniger haften bleibt.


  • So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Anzahl der Bearbeitungsgänge vom Mähen bis zur Futterbergung auf ein Minimum reduzieren.
  • Schnitthöhe richtig einstellen: Je nach Aufwuchs kann ein Rasierschnitt von drei bis vier Zentimeter gegenüber einem höheren Schnitt von sieben bis neun Zentimetern bis zu 30 Prozent mehr Rohasche im Futter bedeuten.
  • Bei stark lückigen Grasnarben bzw. starken Erdaufwerfungen ohne Aufbereiter ernten; durch die Aufbereitung haften Bodenpartikel leichter am klebrigen Zellsaft.
  • Gute Bodenanpassung: konturangepasste Steuerung der Frontmähwerke und der einzelnen Mähmodule, die eine Breite von drei Metern am Stück nicht überschreiten. Kreisler und Schwader so einstellen, dass alle Zinken einen Bodenabstand von etwa vier Zentimetern aufweisen.
  • Wenn Zinken brechen und ersetzt werden müssen, auf die gleiche Länge aller Werkzeuge achten.
  • Angepasste Fahrgeschwindigkeit (Kreiseln max. 5 km/h, Schwaden max. 10 km/h) und Tasträder tragen zu einer sauberen und narbenschonenden Arbeitsweise bei.
  • Um Narbenschäden zu vermeiden, sollte eine Anpassung der Bereifung und des Reifendrucks an das Gewicht der Maschinen erfolgen, insbesondere dann, wenn großräumige Transportfahrzeuge eingesetzt werden. Wichtig: Die Art der Bergetechnik (Exakthäcksler, Kurzschnittladewagen, Rund- oder Quaderballenpresse) hat keinen Einfluss auf die Futterverschmutzung, sofern die Pick-up richtig eingestellt bzw. durch Tasträder sicher geführt wird und die Grasnarbe dicht ist.

4. Transport und Siloanlage

Verschmutzungen können auch während des Transportes in das

Siliergut

Die Maßnahmen:

  • Wege und Zufahrt zum Silo nach Möglichkeit befestigen.
  • Standortangepasste Bewirtschaftung: Sind Transportwege und Zufahrt zum Silo nicht ausreichend befestigt, muss auf ein Überfahren des Futters im Silo mit den Transportfahrzeugen verzichtet und beispielsweise ein Radlader zum Hochschieben eingesetzt werden.
  • Ist der Bereich vor dem Silo nicht ausreichend befestigt, kann eine ausgebreitete
    Folie
    vor dem Silo Abhilfe schaffen.
  • Einlagern von SilageSilage ist ein konserviertes Futtermittel für Nutztiere, vor allem für Rinder. in befestigten Fahrsilos statt unbefestigten Feldmieten bevorzugen.

5. Folienfixierung mit Erde

Die Silozudeckung mit Sand oder Erde im Randbereich, aber auch auf der Folie bzw. dem Schutzgitter, bringt ein deutlich höheres Risiko einer nachträglichen Verschmutzung der Silage mit sich. Bei der Entnahme ist es praktisch unmöglich, ein „Reinrieseln“ der Erde zu verhindern. Außerdem kommen Schädlinge wie Mäuse oder Ratten an die Silage. Das Siloschutzgitter wird ebenfalls beschädigt, da durchwachsendes Unkraut und Moos das Gewebe auseinanderdrücken. Auch der Garantieschutz für das Gitter geht verloren.

Die Maßnahmen:

  • Abdecken des Silos nur mit geeigneten Gegenständen wie fest verschlossenen Silosäcken

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Ihre Ansprechperson

Kontakt

Maike Fritz

Ansprechpartnerin für Konservierung und Silierung

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