Im Spätsommer wird der Grundstein für eine leistungsstarke Grasnarbe im kommenden Jahr gelegt. Die Jahreszeit eignet sich aber nicht nur ideal zur Grünlandpflege, sondern auch zur Neuanlage. Die hohe Niederschlagssumme in Kombination mit nur sehr kurzen trockenen Phasen während der Vegetation haben die Grünlandnutzung und -pflege in diesem Jahr deutlich erschwert. Die Folge sind stark gealterte Bestände mit zum Teil großen Lücken.Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Kurz und knapp 



  • Der Spätsommer eignet sich ideal zur Grünlandpflege und zur Neuanlage, um leistungsstarke Aufwüchse in den kommenden Jahren zu erzielen.
  • Bestimmte Anzeichen signalisieren, dass Ihr Grünland Pflege benötigt.
  • Erfahren Sie, warum es wichtig ist, im Herbst das Grünland fit zu machen, und wie Sie eine optimale Nahrungsgrundlage für Milchkühe schaffen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie erhöhten Pflegebedarf im Grünland erkennen, was Sie dagegen tun können und wie Sie den Pflanzenbestand zur Milchviehfütterung optimieren.

Den starken Niederschlägen zu Beginn des Jahres geschuldet, konnten auf vielen Flächen zu Beginn des Frühjahrs keine Pflegemaßnahmen stattfinden. Besonders überwachsene Bestände haben darunter gelitten, da die Grasnarben sehr verfilzt waren und somit kaum Luft an den BodenDer Boden wird umgangssprachlich auch Erde oder Erdreich genannt. kam. Dadurch entstehen in der Grünlandnarbe Lücken, die es nun zu Schließen gilt.


  • Befreien Sie nach einer Mahd die Grasnarbe durch intensives Striegeln von abgestorbenen Pflanzenresten und schließen Sie entstandene Lücken durch eine Nachsaat. Wir empfehlen sich die Nachsaat mit fünf bis zehn Kilogramm pro Hektar
    Plantinum Intensiv oder Plantinum Universal
    .
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Anpassung der Narbenzusammensetzung in Kombination mit Kräutern (
    Plantinum Green Booster Eco
    ) oder Leguminosen-haltigen Gräsermischungen (
    Plantinum Ei-Weiß
    ). Durch die Diversität der Arten entsteht eine unterschiedliche Ausnutzung der Wachstumsfaktoren – qualitativ und quantitativ. Dazu gehören zum einen Ansprüche an Nährstoffe oder Wasser, zum anderen an Temperatur und Licht. Ziel sollte es sein, dass sich die Gemengepartner im Vegetationsverlauf in ihren Ertragsanteilen ablösen. Denn Mischbestände oder auch Viel-Arten-Gemenge können mit differenzierter Wurzel- bzw. Sproßausbildung Wachstumsfaktoren besser ausnutzen und Potenziale in Extremsituationen ausschöpfen, während Reinbestände häufig mit Zuwachsstagnation auf dem gesamten Schlag reagieren.

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

  • Setzen Sie Rodentizide gegen die Mäuse ein, behandeln Sie insbesondere die Feldränder, um ein weiteres Eindringen in die Flächen zu verhindern.
  • Schaffen Sie Ansitzmöglichkeiten für Greifvögel (Sitzstangen oder Julen), um die natürlichen Feinde der Nager zu fördern.
  • Reduzieren Sie vor allem zum Winter Unterschlupf- und Nahrungsquellen, indem Sie überwachsene und überständige Aufwüchse vermeiden.
  • Schließen Sie entstandene Lücken in der Grasnarbe durch gezielte Nachsaat, um das Einwandern von Ungräsern und Unkräutern zu verhindern.

Nutzen Sie jetzt die breiten Zeiträume zwischen den Nutzungen für eine gezielte Herbizidmaßnahme (siehe Fußnote 1), um nach Absterben der Unkräuter entstandene Fehlstellen direkt durch eine Nachsaat zu schließen und eine weitere Ausbreitung zu stoppen.

Ausführliche Informationen zum Thema Ampferbekämpfung und Nachsaat im Spätsommer finden Sie in unserer

Pflanzenbau-App IQ Plant

  • Stellen Sie sicher, dass alle Wachstumsfaktoren, die Sie beeinflussen können, in ausreichender Menge vorhanden sind. Insbesondere die Stickstoff- und allen voran die Schwefelversorgung wurde in den vergangenen Monaten nicht konsequent sichergestellt. Hochleistungsgräser müssen ausreichend ernährt und intensiv genutzt werden. Bei extensiverem Management prüfen Sie die Artenzusammensetzung und wählen bei Bedarf robustere Gräser.
  • Prüfen Sie auch den Zustand des Bodens. Neben dem pH-Wert und der Kalkversorgung bereiten Verdichtungen im Grünland vermehrt Probleme. Aufgrund schwieriger Witterungsverhältnisse in den zurückliegenden Jahren sind vor allem Neuanlagen häufig stark verdichtet, die Folge ist ein Kümmern der Gräser trotz ausreichender Wasser- und Nährstoffversorgung. Je nach Ausmaß sollten Geräte zur Tiefenlockerung in der Grasnarbe eingesetzt oder ein Umbruch mit Lockerung in Erwägung gezogen werden.

Nutzen Sie neben einer intensiven mechanischen Pflege (Striegel, erhöhte Schnittfrequenz) noch die Gelegenheit, mit Glyphosat (siehe Fußnote 1) Ungräser in ihrem Bestand zu behandeln, um gefolgt von einer Nachsaat/ Neuansaat (siehe Fußnote 2) für die kommenden Jahre eine wirtschaftliche Ausgangssituation zu erhalten.


Bedeutung von Grünland in der Tierhaltung und Herausforderungen

Um Hochleistungskühe optimal ernähren zu können, ist es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten notwendig, möglichst hohe Graserträge mit sehr guten Futterqualitäten zu ernten. Während im Maisanbau jedes Jahr eine neue Saison beginnt, muss die Dauerkultur Grünland kontinuierlich gepflegt werden. Absolutes Grünland ist für den Ackerbau in der Regel zu nass, zu steil oder zu flachgründig. Verbunden mit Greening-Auflagen und der Novellierung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung sind in den vergangenen Jahren bereits Einschränkungen im Grünlandmanagement zu spüren gewesen. Um den Pflanzenbestand milchviehgerecht zu optimieren, bleiben auf vielen Standorten dann nur die präventive Pflege, optimale Nährstoffversorgung und regelmäßige Nachsaat geeigneter Gräser. Um eine entsprechende Ausgangssituation zu erhalten, sollten daher im Spätsommer noch alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergriffen werden, um die Basis für eine leistungsstarke Grasnarbe zu bilden.

Schon bei einem Ampferbesatz von einer Pflanze/m² ist mit einem Ertragsverlust in der Trockenmasse von fünf Prozent zu rechnen. Der Lichtkeimer hat in lückigen Narben besonders leichtes Spiel, eine Ampferpflanze bildet bis zu 60.000 Samen pro Jahr, die bis zu 80 Jahre keimfähig sind. Achten Sie daher präventiv auf eine dichte Grasnarbe und behandeln nutzungsbedingte Lücken mit einer kontinuierlichen Nachsaat.

Leguminosen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit

Heimische Eiweißpflanzen erleben aktuell ihre Renaissance. Mit Weißklee wie in der

Plantinum Ei-WeißPlantinum Rot-Weiß Sowohl die PlantinumIn der Milchviehhaltung ist die Bewirtschaftung von Grünland eine anspruchsvolle Aufgabe. Ei-Weiß, als auch die Plantinum Rot-Weiß ist als Öko Ware verfügbar.

Der Einsatz von Klee bietet viele Vorteile im <a href="de/glossar#glossar_Futterbau" class="glossaryTooltip">Futterbau<span class="tooltiptext">Futterbau bezeichnet den landwirtschaftlichen Anbau von Futterpflanzen für Nutztiere.</span></a>:


  • erhöhte Ernteflexibilität
  • Kriechtriebe schließen Lücken (Weißklee)
  • Luftstickstoff (N2) wird fixiert
  • Grundfutterqualität steigt
  • hohe Schmackhaftigkeit (besonders Rotklee)

Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar

Fußnoten

1: Beachten Sie die Zulassungs- und Anwendungsbestimmungen der Pflanzenschutzmittel und berücksichtigen Sie insbesondere gesonderte Auflagen in Schutzgebieten

2: Beachten Sie die rechtlichen Vorgaben (GAP, NAG-BNatSchG) für eine Grünlanderneuerung. Hinweis: Nach genehmigtem Grünlandumbruch darf dieselbe Fläche erst nach Ablauf von fünf Jahren erneut umgebrochen werden. Informieren Sie sich im Vorfeld.

Kontakt

Saskia Zoll

Ansprechpartnerin Grünland

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