Was gibt es allgemein bei der Grünlandpflege in diesem Jahr noch zu beachten?
Insofern noch nicht geschehen, sollten die Grünlandflächen zum Ende der Schnittsaison und nach der Weidenutzung gemulcht oder kurz gemäht werden. Ideal ist eine Aufwuchshöhe von 6 bis 10 cm. Hierbei muss die Befahrbarkeit stets im Vordergrund stehen, um Schäden an der Narbe zu vermeiden.
Bleiben die Bestände zu lang, kann es zum Abfrieren der Altgräser kommen, die die Grasnarbe unter sich ersticken und im Frühjahr zu deutlichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen. Gleichzeitig bietet das abgestorbene Pflanzenmaterial einen idealen Nährboden für Pilze, der im Frühjahr deutliche Qualitätsverluste mit sich bringt und nach der Mahd im Silo zu Fehlgährungen führen kann.
Grünland düngen – ist das jetzt noch sinnvoll?
Die Düngung sollte vor dem letzten Schnitt abgeschlossen sein, in diesem Jahr hat das Grünland keinen Düngebedarf mehr. Wir dürfen allerdings das vorangegangene Hochertragsjahr und die damit entzogenen Nährstoffe nicht außer Acht lassen und sollten uns schon jetzt Gedanken zur Düngung im kommenden Frühjahr machen. Die Siloplatten sind aktuell gut gefüllt, trotzdem sollte neben dem Wirtschaftsdünger keinesfalls auf eine mineralische Andüngung im Frühjahr verzichtet werden. Grasnarben, die hauptsächlich aus Deutschem Weidelgras bestehen, müssen auch dementsprechend intensiv geführt und mit DüngerDünger oder Düngemittel beschreibt Stoffe, die u. a. in der Landwirtschaft eingesetzt werden. bedacht werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Grasnarben ihre Leistungsfähigkeit verlieren.
Nährstoffentzug vorbeugen
Insbesondere Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Schwefel sollten im Frühjahr in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt werden, damit das Grünland nicht hungert und unter Nährstoffentzügen leidet. Solch ein Nährstoffentzug in den Beständen hätte einen starken Abfall der Qualität und der Inhaltsstoffe des ersten Schnittes zur Folge, der später in der FütterungDie AGRAVIS bietet für alle Nutztierarten ein vielfältiges Fütterungs-Programm an. über andere Komponenten ausgeglichen werden muss.
Bodenproben ziehen
Im Zuge dessen kann die Herbst-/Winterperiode zu frostfreien Zeiten ideal dazu genutzt werden, Bodenproben zu ziehen und Maßnahmen zur Düngung im Voraus zu planen. Beachten Sie hierbei auch die Regelungen der DüngeverordnungDie Düngeverordnung regelt die Anwendung von Düngemitteln., die eine Beprobung auf Grundnährstoffe alle sechs Jahre vorschreibt.
Kann ich meinem Grünland denn aktuell etwas Gutes tun?
Immer unter Voraussetzung der Befahrbarkeit kann das Grünland im Herbst/Winter ideal gekalkt werden. Da zu dieser Zeit keine saisonal bedingten Arbeitsspitzen auf dem Feld anstehen, ist dies eine gute Zeit, das Grünland zu kalken. Der pH-Wert im Boden ist maßgeblich für die Verfügbarkeit der Nährstoffe verantwortlich und auch unser Bodenleben profitiert von einem ideal eingestellten pH-Wert. Die leistungsstarken Gräser, wie das Deutsche Weidelgras und das Wiesenlieschgras, profitieren erheblich von einem optimalen pH-Wert des Bodens, da ein solches Bodenmilieu ihre Wachstumsbedingungen deutlich verbessert. Mit zu sauren Böden fördern wir unerwünschte Gräserarten und Unkräuter, die nicht nur die erwünschten Gräser verdrängen, sondern auch die Schmackhaftigkeit und Qualität des Aufwuchses deutlich vermindern können.
Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar