Was passiert mit dem Grünland bei Nährstoffmangel?
Die in Milchviehregionen intensiv genutzten Grünlandnarben bestehen zum größten Teil aus deutschem Weidelgras, welches hohe Erträge mit sehr guten Qualitäten liefern kann, wenn es entsprechend intensiv geführt und auch gedüngt wird. Unter Nährstoffmangel beginnen die Gräser schnell zu hungern und sowohl der Ertrag als auch die Qualität leiden enorm. Gleichzeitig werden die Gräser anfälliger für Pilzkrankheiten, die Narben werden lückiger und Unkräuter und Ungräser haben leichteres Spiel.
Welche Nährstoffe sind wichtig?
Neben einer bedarfsdeckenden Stickstoff- und Phosphorgabe dürfen Schwefel und Kalium bei der Grünlandpflege nicht außer Acht gelassen werden.
Schwefel
Schwefel fördert die N-Ausnutzung und beeinflusst maßgeblich den Rohproteingehalt im Aufwuchs. Insbesondere jetzt im Frühjahr ist eine Schwefelversorgung aufgrund der Verfügbarkeit und Gehalte in der GülleGülle ist ein natürlicher Wirtschaftsdünger. nicht ausreichend, sodass eine mineralische Startgabe von 20-40 kg/ha sinnvoll ist. Bei hoher Nutzungsintensität sollten zu jedem Schnitt Schwefelgaben von 10-20 kg/ha gegeben werden (Schwefel-Gehalte der Gülle berücksichtigen).
Kali
Kali ist unter anderem für eine einwandfreie Funktion der Photosynthese zuständig und erhöht die natürliche Widerstandskraft des Grünlands gegen Schädlinge und Krankheiten sowie Trockenstress und Frost. Durch die hohen Erträge im vergangenen Jahr waren die Kali-Entzüge entsprechend hoch und die Gehalte in der Gülle reichen für eine Bedarfsdeckung nicht aus. Der Kali-Bedarf kann beispielsweise mit 4,0-8,0 dt/ha Magnesia-Kainit (9 % K2O, 4 % MgO, 26 % Na und 4 % S) zum ersten Aufwuchs und bei Bedarf mit 1,0 dt/ha Korn-Kali (40 % K2O, 6 % MgO, 3 % Na und 5 % S) zum zweiten Aufwuchs abgedeckt werden. Der Vorteil von Magnesia-Kainit im Vergleich zum Korn-Kali ist das optimale Nährstoffverhältnis, welches eine bedarfsgerechte Versorgung ohne K-/Na-Antagonismus ermöglicht. Bei einer unausgewogenen Mineralstoffversorgung können negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit entstehen.
Welche Rolle spielt der pH-Wert?
Um der Grünlandnarbe optimale Bedingungen zu schaffen, sollte auch der pH-Wert des Bodens kontrolliert und im Bedarfsfall mit einer entsprechenden Menge KalkUnter Kalkung oder Kalkdüngung versteht man die Ausbringung von Kalk auf Böden. angepasst werden.
Ein optimaler pH-Wert ist die Grundlage für eine effiziente Nährstoffausnutzung. Mithilfe einer Erhaltungskalkung werden die jährlichen Verluste durch Auswaschung, saure DüngerDünger oder Düngemittel beschreibt Stoffe, die u. a. in der Landwirtschaft eingesetzt werden. und pflanzlichen Entzug ausgeglichen (ca. 3,5 dt CaO/ha/Jahr). Ein absinkender pH-Wert verändert die Zusammensetzung des Bestandes maßgeblich. Hochwertige Futtergräser und Weißklee werden zugunsten minderwertiger Gräser zurückgedrängt. Aufgrund der höheren Anteile schnell verholzender Obergräser sinkt die Nutzungselastizität. Ein suboptimaler pH-Wert hat demnach Ertrags- und Qualitätsminderungen zur Folge. Nebenbei werten die ausgebrachten Nährstoffe Calcium und Magnesium das GrundfutterGrundfutter beschreibt in der Milchviehfütterung wirtschaftseigenes Futter. auf.
Was bewirkt eine qualitative Nachsaat?
Gleichzeitig zu einer dem Bedarf angepassten Düngung ist regelmäßig an eine qualitative Nachsaat mit
PlantinumDiese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar