Problematisch ist, dass sowohl Stallfliegen als auch Weidefliegen (Augenfliegen, Weidestechfliegen, Bremsen) zahlreiche virale, bakterielle und parasitäre Krankheiten auf Rinder übertragen können. Hierzu zählen zum Beispiel Sommermastitiden oder bakterielle Augenentzündungen (Weidekeratitis). Bei großen Fliegenbelastungen sind Leistungseinbußen die logische Folge. Wenn die Temperaturen im Frühjahr ansteigen, sollte eine rechtzeitige und ausreichende Bekämpfung erfolgen. Ansonsten kann sich daraus schnell ein Ganzjahresproblem entwickeln.
Allgemeine Prophylaxe-Maßnahmen im Betrieb
Die Beseitigung von Schwimmschichten und die Bekämpfung der Fliegenlarven in der Gülle und im Mist mit wirksamen Produkten sind weitere wichtige Maßnahmen. Dabei ist zu beachten, dass eine alleinige Maßnahme gegen erwachsene (adulten) Fliegen im Frühjahr nicht ausreichend ist, denn nur circa zehn bis 20 Prozent der Fliegenpopulation im Stall sind voll entwickelte Fliegen. 80 bis 90 Prozent der Fliegen befinden sind dagegen noch als Eier, Larven und Puppen in der Gülle und werden daher nicht bekämpft. So kommen aus der Gülle ständig Fliegen nach. Ein ausschließliches Vorgehen gegen die erwachsenen Fliegen verspricht daher wenig Erfolg. Erst eine kombinierte Bekämpfung der adulten Fliegen und der Larven ermöglicht eine nachhaltige Reduzierung der Fliegenbelastung.