Interview zur Erdbeersaison 2025
Wie viele Tonnen Erdbeeren werden dieses Jahr voraussichtlich geerntet?
Frank Uwihs: 2024 wurden rund 78.600 Tonnen Freiland-Erdbeeren geerntet, es war allerdings auch sehr nass und viel Ware ist verfault. Ich gehe davon aus, dass es dieses Jahr mehr Erdbeeren geben wird als im letzten Jahr.
Gibt es denn generell eher ein Plus oder einen Rückgang bei den Erdbeeren?
Uwihs: Die Anbaufläche geht generell zurück. 2012 lag sie noch bei 19.050 Hektar, 2024 nur noch bei 13.150 Hektar. Das sind 6.000 Hektar weniger. Allerdings werden Jahr für Jahr mehr Erdbeeren unter Folientunneln angebaut. Unter einem Hektar Folientunnel bekommt man so deutlich mehr Ertrag als im Freiland. Zudem gibt es remontierende Sorten, die immer tragend sind, also von Juni bis in den September hinein. Das führt auch zu einem höheren Ertrag.
Wo wachsen denn in Deutschland die meisten Erdbeeren – auf dem Feld oder im Tunnel?
Uwihs: 2024 gab es 2.050 Hektar geschützte Anbaufläche. Diese Anbauform hat viele Vorteile, zum Beispiel den Regenschutz. Sobald die Erdbeere rot ist, wird ihre Haut sehr empfindlich. Regen kann Mikrorisse verursachen, was sie schneller verfaulen lässt. Mit der Tröpfchenbewässerung können Anbauende Bewässerung und Düngung sehr gut steuern. Zur Blüte werden Hummelvölker in die Tunnel gebracht, die sich gezielt um die Bestäubung kümmern. Trotzdem wächst der Großteil der Erdbeeren in Deutschland auf dem freien Feld. Etwa ein Drittel der Erntemenge kommt aus geschütztem Anbau.
Was brauchen Erdbeeren, um gut zu wachsen?
Uwihs: Wasser, Sonne, Nährstoffe und die Liebe des Anbauenden. Man muss sich um die PflanzenDie AGRAVIS ist Expertin in ihrem Geschäftsbereich Pflanzen. kümmern, schauen, ob sie gesund sind und sich gut entwickeln. Gegebenenfalls muss man die Bewässerung anpassen und Nährstoffe über das Gießwasser einbringen, wie zum Beispiel Stickstoff, Kalium, Magnesium oder Phosphor usw. sorgen für eine wohlschmeckende Frucht und eine gute Fruchtstabilität.
Wann geht die Ernte normalerweise los?
Uwihs: Die Ernte beginnt Anfang Mai und geht bis Ende Juli, wobei der Peak ganz klar im Mai und Juni liegt. Bei den Früchten schmeckt man die Sonne, die sie abbekommen haben.
Wie teuer ist ein Kilo Erdbeeren momentan?
Uwihs: Die Verbraucherpreise liegen zwischen sechs und zehn Euro pro Kilogramm. Aufgrund gestiegener Kosten beispielsweise für Arbeitskräfte während der Ernte, werden Erdbeeren auch künftig nicht günstiger.
Was bedeutet die Konkurrenz aus dem Ausland für deutsche Erdbeerbäuerinnen und -bauern?
Uwihs: Die Ware aus Spanien kommt immer sehr früh, ist aber geschmacklich nicht so gut. Das liegt daran, dass es nicht die Sorten sind, die am besten schmecken, sondern die robust genug sind, um den Transport zu überstehen. Geschmack ist auch immer eine Sortenfrage. Die Ware aus Holland ist geschmacklich besser. Im Grunde ist die ausländische Ware keine Konkurrenz für wohlschmeckende, deutsche Erdbeeren.
Wo bekommt man frische Erdbeeren?
Uwihs: Am besten pflückt man sie selbst auf dem Feld. So frisch bekommt man sie sonst nirgends. Dafür sollte man möglichst keine tiefen Behälter verwenden, da das Gewicht der oben liegenden Erdbeeren die darunter liegenden Früchte zerquetscht. Außerdem sollte beim Pflücken das Kelchblatt dranbleiben. Ansonsten hat die Frucht eine Wunde, die sie schneller verfaulen lasst. Frische Erdbeeren sollte man möglichst schnell essen und auch nicht zu lange in den Kühlschrank stellen, da sie sonst an Geschmack verlieren.
Welche ist die beliebteste Sorte?
Uwihs: Die Früchte der alten Sorte Korona sind sehr beliebt, sie sind besonders süß und saftig, aber nicht lange haltbar. Die Sorte Mieze Schindler hingegen ist an ihren kleinen, süßen Früchten zu erkennen, die an Waldbeeren erinnern. Die Senga Sengana ist ein Klassiker. Sie ist süß und aromatisch, ertragreich und recht anspruchslos – sie wächst also auch gut auf dem Balkon oder der Terrasse. Die Sortenentwicklung geht aber immer weiter. Am besten, Sie probieren selbst die neuen Sorten aus und finden Ihren Favoriten.
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